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Der Israelit · 1881-03-02 · Heft 9 (2.3.1881) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 9 (2.3.1881)
Date
1881-03-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXII. Jahrgang. Erste Skilage zu Nr. 9 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 28. Febr. In Bezug auf unfern Artikel in voriger Nummer, das Waisenhaus in Jerusalem betreffend, constatiren wir gern, daß es uns nur darum zu thun war, den Thatbestand, wie er uns aus Jerusalem gemeldet wurde, sestzustellen, daß es uns jedoch keineswegs in den Sinn gekommen ist, die orthodoxe Gesinnung des Herrn Bezirksrabbiners Dr. Adolph Salvendi »"j zu Dürkheim in Zweifel zu ziehen oder die Sammlungen dieses eifrigen und verdienstvollen Sammlers irgendwie zu beeinträchtigen. Aus Baden, 22. Febr. Die jüngsten Artikel „aus Bayern" in Ihrem geschätzten Blatte in Betreff der Rabbiner-Vorbildungsschulen wurden auch bei uns mit großem Interesse gelesen: Gehört ja auch Baden zu denjenigen Ländern, wo conservativer Geist und somit noch Liebe zu unserer h. Thora anzutreffen ist. Desgleichen hat auch eine bedeutende Anzahl früherer und jetziger Rabbiner Badens dem Thora-Studium in Bayern obgelegen: Aber auch das Lamento bezüglich des minn Tob in Bayern in der Jetztzeit findet bei uns ein trauriges Echo. Während früher viele junge Leute, mitunter die Söhne reicher Eltern, nw db^, nur „um zu lernen" srequentirten, ist dies leider fast nicht mehr anzutreffen, und auch die Zahl der sich dem Rabbinerfache Widmenden wird von Jahr zu Jahr kleiner, nur dies Alles nach meinem Dafürhalten in Folge des Mangels an geeigneten Pflanzstätten für -nö? rrrr. Erlauben Sie daher, geehrter Herr Redakteur, auch einem badischen Laien die berufenen Factoren alles Ernstes aufzufordern, die angeregte Angelegenheit zum Heile des unverfälschten Judenthums durchzuführen, und zwar nicht nur ausschließlich im Jnreresse Derer, die nicht als an -irrn omp, sondern in idealer Absicht gerne und freudig eine Anstalt! besuchen, die nebst wissenschaftlicher Bildung wahr-! hafte Thora-Kenntniß zu bieten im Stande ist. Möge man sich, unbekümmert um inner» oder äußern Widerspruch, nicht beirren lassen in Erreichung des vorgesteckten Zieles. Unser Baden wird sicherlich dabei nicht zurückstehen! 'Lvrri ip;n. Frankfurt a M , 21. Febr. Gestern Abend hielt der Verein zur Bekleidung hilfsbedürftiger isr. Knaben seine Generalversammlung ab. Aus dem Berichte geht hervor, daß im vergangenen Jahre mehr als in einem der früheren geleistet wurde; 129 Knaben sind bekleidet worden. Hiervon besuchen 49 die Ostendschule, 35 die Realschule der isr. Religionsgesellschaft, 15 die Uhlandschule, 13 die Realschule der isr. Gemeinde, 9 die Arnsburgerschulc, 4 die Weißsrauenschule, 2 das Gymnasium, 1 die Allerheilkgenschule und 1 die Klingerschule. Einem in jüngster Zeit gefaßten Vorstandsbeschluß gemäß erhalten die Knaben jetzt vom Verein jetzt nicht nur Kleider und Schuhe, sondern auch Hemden. Die Zahl der Mitglieder ist von 368 auf 405 gestiegen, die im Ganzen 2695 M Beiträge zahlen. 3960 M. gingen an Geschenken ein. Die Ausgaben beliefen sich auf 5339 M. Besonderer Dank wird im Berichte Herrn Direktor Dr. Baerwald für den Eifer gespendet, den er in der Zuwendung von Gaben bethätigte. Das aus dem Vorstände' ausscheidende Mitglied Herr G. Münzesheimer wurde wiedergewählt, und zu Revisoren die Herren S. Epstein, E. Rosenheim und M. Schuster ernannt. Schlüchtern, 21. Febr. Die Saat der Judenhetze beginnt auch hier recht nette Früchte zu tragen. In der vergangenen Nacht wurden sechs hiesigen Israeliten die Fensterscheiben mit großen Steinen zertrümmert. Köln. Vor mehreren Wochen wurde einem hiesigen israel. Einwohner (R.) ein westphälischer Schinken geschickt und von diesem in Anschnitt genommen. Als vor einigen Tagen der Mann einem befreundeten Arzte begegnete, fragte dieser ihn, was ihm denn eigentlich fehle, er sehe ja aus, als ob er an Trichinose leide. Dieser Verdacht hat sich leider bestätigt; ein zur Untersuchung gegebenes Stückchen des fraglichen Schinkens war voller Trichinen. Der Mann und die Frau sind erkrankt, das Kind derselben sogar lebensgefährlich. Der Nest des Schinkens ist in Beschlag genommen und in amtliche Untersuchung gegeben worden. Hamburg, Ende Febr. Der Scharfblick unseres allverehrten Oberrabbiners hat sich wieder einmal aus das Glänzendste bewährt. Es ist ja

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