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Der Israelit · 1881-03-02 · Heft 9 (2.3.1881) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 9 (2.3.1881)
Date
1881-03-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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206 kaufen. Wie man dem „Frank. Kur." schreibt, wurde die Adresse von Eschenbach an der Penitz hierher gesandt, soll jedoch hier ein klägliches Fiasko gemacht haben. Vom Taunus, 13. Febr., schreibt man uns: Wir haben leider einen Akt zu rcgistrircn, den man wirklich kaum für möglich halten sollte. Ter Gemeinderath des Städtchens Friedrichs darf hat die Antisemiten-Pelition der Herren Förster, Henriei u. Tons, nicht nur unterschrieben, sondern auch colportiren lasse!!. Ob die hochwohlweiscn Herren bei ihrem Beschlüsse wohl daran gedacht haben mögen, daß ihre Vorfahren, die ihres Glaubens wegen ans Frankreich landesflüchtig gewordenen Hugenotten, von Oberursel, wo sie sich niederlassen wollten, ihrer Religion wegen zimlckgewicsen, und endlich von dem Landgrafen von Hessen-Hornburg ausgenommen und in Friedrichsdorf und Dornholzhauscu angesiedelt wurden? Wir enthalten uns jeden weiteren Kommentars und begnügen uns nur, die Thatsache mitzurheilen. Tefchen, 10. Febr. Unser Kreisrabbincr, Herr Dr. Friedmann, hat an den Abgeordneten Dr. Hanse, Senior und ersten Pastor der hiesigen evangel. Kirche, anläßlich seiner in allen jüd. Kreisen gewiß mit der größten Sympathie anfgenommeneRede im Abaeordnetenhause in der Wuchergcsetzdebatte, ein Dankschreiben gerichtet. A. H. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Budapest, 14. Adar. Der Trost „Ui lo jitosch hafchem es; nachloßo" hat sich auch diesmal bewährt; zufolge einer direkten Aufforderung des Borstandes der österr.-ung. Gemeinde aus Jerusalem hat sich hier unter Protection des allgemein geachteten Seeretärs der aut. orth. Gemeinde Herrn Simon Löffler ein Verein „Benoß Zion" gegründet, dessen Ausgabe es ist, unter den wohlthätigen Frauen Sammlungen zu veranstalten, zum Zwecke der Krankenpflege, Wöchnerinnen-Unterstntzung und Bräute-Ausstattung der in Erez Israel wohnenden Mitglieder der österr.- ung. Gemeinde. Wie wir hören, besteht das Damen- Eomitä aus der ehrenwerthcn Frau Jgn. Reich, Jacob Ehrenfeld, Moritz Rosenbanm, Maier Trebitsch, Frau A. I. Strauß und Simon Löffler und ist deren heiliger Eifer, den sie in dieser hochwichtigen, heiligen Angelegenheit entwickeln nur lobenswert!), da sicherem Vernehmen nach, die sehr geachtete, wohlthätige Frau Mor. Heidelberg mit einein namhaften Betrage bereits dem Armen-Vereine beigetreten ist. Möge der Verein zuni Heile der bedrängten Brüder im nempn pM blühen, glänzen und gedeihen. A. Feld mann. Feuilleton. U k i b a. ix. Während dst Mitglieder der jüdischen Deputation krank und ihrer sinne nicht mächtig auf ihren Lagerstätten tagen, musterte die Frau des Wirthcs das Gepäck ihrer Gäste und fand zu ihrer Ueberraschnng das s-chöne, wundervoll gearbeitete Kästchen, welches die HuldigimgSgeschenke für den neuen Kaiser enthielt. Sie nahm es und brachte es ihrem Manne. Dieser öffute das Schloß und erblickte voll Gier den reichen Inhalt. „Jetzt find wir reich/' sprach er zu seiner Frau, „ich werde den Schatz heransnehmcn und in meinem Garten vergraben." „Und das Kästchen?" fragte die Frau, „das wundervolle Kästchen! Wollen wir das nicht auch behalten?" „Rächt doch," entgegnete der Mann, „viele Leute wissen, daß dieses Kästchen mit den Fremden in unser Hans kam. Das würde an uns zum Verräther werden. Ich werde es mit Erde füllen, verschließen und wieder zurüclstellen." Und so geschah es. Als die Reisenden sich wieder kräftig genug fühlten, nur sich ans den Weg zu machen, öffnete Rachum das Kästchen. Es war mit Erde gefüllt; das Gold und die Diamanten waren verschwunden. Ein furchtbarer Schrecken ergriff die Mitglieder der jüdischen Deputation; Rachum aber sprach: „Auch das zum Guten!" Nikodemus, Abujah und Akiba, wollten zum Praetor eilen und die Wirthsleute gefangen nehmen lassen. Rachum aber sprach: „Was kann uns das nützen? Die Leute werden behaupten, daß sie von nichts wüßten. Den Schatz aber werden sie so verborgen haben, daß es unmöglich sein wird, ihn ausznsinden. Wir sind Fremdlinge in fremdem Lande und werden hier mster Recht vergeblich suchen. Begeben wir uns stchne Aufenthalt nach Rom ltub liefern wir das Kästchen mit dem Inhalte ab, den es durch Gottes Fügung jetzt erhalten. Der allgütige Gott wird es zum Guten lenken." „ „So laß uns," sprach Nikodemus, „nach Judaa zurückkehrcn und eine neue Sammlung veranstalten." „Wer sagt Dir," entgegnete Rachum, „daß unsere zweite Reise besser gelingen wird als die erste? Bedroht uns nicht wieder dieselbe Gefahr? Gott, der uns ans den Fürthen des Meeres gerettet hat, wird den Zweck unserer Reise gelingen lassen." Niemand wagte mehr zu widersprechen, und sie machten sich auf den Weg.

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