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Der Israelit · 1881-02-23 · Heft 8 (23.2.1881) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 8 (23.2.1881)
Date
1881-02-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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181 geisterung das ihm von seinem Könige geheißene Werk zu vollbringen, und in nimmer ermüdender Energie hinanzustreben zu der Altarhöhe seines Ideals. Wir sollen nicht altern, sollen nicht wähnen, jetzt schon genug geleistet zu haben, sollen uns nicht ein Genüge sein lassen an der Hingebung, an der Opferwilligkeit, die wir ehedem bethätigt. Wir sollen stets eingedenk bleiben, daß wir mit Allem, was wir erstrebt und erreicht haben, noch immer hinter dem hohen Ziele zurückgeblieben sind, das unser harrt. Wir sollen wissen, daß wir nicht mehr als einen „halben" Schekel geleistet haben und daß wir noch immer mit einem halben Schekel im Rückstände sind. Wenn darum Israel ein Jahr seines Nationaldaseins zurückgelegt hatte, wenn der ann, die Zeit, in welcher der Keim in der Erde dunklem Schooße, seine Hülle zersprengend, zum Lichte der Sonne sich emporringt, und die Natur alljährlich sich verjüngt, ins Land zog, — dann sollte sich auch Israel, das Volk des Frühlings, der Herold des dereinstigen Menschheits-Lenzes, verjüngen und in erneuter Begeisterung sich seinem erhabenen Berufe auf's Neue weihen. nonno -ins nump sounV "ins jDun "in«o nsjnn. Darum erging der Nus an jedem ersten Adar für die erneute Weihe sich mit der alten jugendlichen Begeisterung zu rüsten und den vollen „halben Schekel," welcher die ganze opferfreudige Mannesleistung repräsentirte, dem Ideale des Heiligthums zu widmen. Möge auch in unser Herz mit dem Erwachen des Lenzes ein Strahl der alten Liebe, welche Israel Gott und Seinem Gesetze entgegentrug, einziehen, und wir uns in erneuter Treue und Hingebung unserm Gotte und Seiner Lehre zuwenden, auf daß wir Alle zu den 'n mps zu den „Gott zu Zugezählten" gerechnet werden, mit allen unseren Kräften stets bereit, Seinen Willen zu fördern auf Erden. — Dann wird Er den heißen Wunsch Israels endlich in Erfüllung bringen, den Wunsch, welcher den Refrain unserer Paraschath-Schekalim-Hymnen bildet: nieoi rrou Kr« «20 in« U’ty -pja -n« und mit uns wird die gesammte Menschheit ihr ganzes Sein Gott huldigend zu Füßen legen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Wnrzburg. Der geehrte Correspondent aus Bayern m der vorvorigen Nummer dieser gesch. Blätter hat eine Sache angeregt, die die wichtigste Angelegenheit des Judenthums in des Wortes vollstem Sinne bildet und daher von Jedem, der mit Ueberzeugungstreue und mit erschlossenem Sinn für die ewigen Wahrheiten des Judenthums seinem Glauben anhängt, die vollste Berücksichtigung verdient. Es soll nämlich ein Ersatz für die leider bis auf einige wenige Bruchstücke entschwundenen Jeschiwos in Deutchland geschaffen werden, um dem Thorastudium eine feste Basis zu geben, d. h. in der guten alten Sprache, bei dem Kinde mit dem „Lernen" so frühe als möglich beginnen, damit in frühester Jugend eine solide Grundlage für die jüdische Wissenschaft gelegt werde. Außerdem sind die Forderungen unserer Zeit bezüglich des profanen Wissens ziemlich hoch gestellt, man müßte auch diesem die vollste Aufmerksamkeit zuwenden. Der vorzuschlagende Plan muß daher auch Mittel bieten, die es ermöglichen, jedem dieser beiden Fächer die entsprechende Zeit und Kraft widmen zu können. In dem ursprünglich jüdischen Erziehungsprincip ist zwar nur Hauptsache jene ideale Grundlegung, die für keinen bestimmten Beruf erzieht, deren Zweck und Ziel nur ist OD’ja r« omopi; unsere Zeit jedoch ist leider nicht darnach angethan, jenen idealen Standpunkt festzuhalten, denn es zeigen sich hierbei mannigfache Trübungen und Hemmungen, welchen man eine außergewöhnliche sittliche Kraft entgegensetzen muß, die bei einem Durchschnittsmaß von Beanlagung nicht vorauszusetzen ist. Die Berücksichtigung dieser Thatsache ist daher unumgänglich nothwendig. Wenn also vom Jnslebenrufen mehrerer Anstalten als Ersatz der Jeschiwos die Rede ist, muß man auf deren Ziel d. h. die Vorbereitung für einen bestimmten Beruf im Auge haben, und dies wäre der Rabbinerberuf. Ueber die Nothwendigkeit, bei jungen Leuten schon im zartesten Alter, etwa im zehnten Lebensjahre, mit der Vorbereitung zu diesem schwierigen Beruf zu beginnen, Weites und Breites zu sprechen, scheint überflüssig zu sein; denn wer kennt nicht die immensen Ansprüche, die heute an den Rabbiner gemacht werden. Neben gründlichem talmudischen Wissen soll der heutige Rabbiner auch eine gediegene academische Bildung besitzen. Wie nun diesem Allen genügen, wenn das Kind nicht sehr frühe unter geschickter Leitung in das Wissen eingeführt wird. Betrachten wir mit Kennerblick die bestehenden Verhältnisse, so entrollt sich uns ein trauriges Bild. Wir gewahren so sehr oft gänzliche Nichtbefähigung für das Rabbinatsfach oder Form ohne Gehalt, schwankende Eharaktere ohne feste religiöse Ueberzeugung, die, hineingerissen in die Zeitströmung, unjüdischen Anschauungen und Bestrebungen huldigen

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