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Der Israelit · 1881-02-16 · Heft 7 (16.2.1881) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 7 (16.2.1881)
Date
1881-02-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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156 Zuständen; exensiv großartige Resultate werden schwerlich erzielt, wie Puan es auch anfassen wird. Darum möchte ich noch Folgendes der besonderen Beachtung des Lesers empfehlen. Die Hauptsache ist und bleibt, daß wir recht viel Gelegenheit zu frühzeitigem Lernen schaffen, an Orten, wo sich Lateinschulen befinden. Ist diese Gelegenheit geboten, so werden sicherlich auch viele Eltern, welche der Unterstützung nicht bedürfen,ihreKinder dahin bringen, wo sie lerne« können, und die Gelegenheit mitbenützen, sei es rein sei es, um sie dem Rabbinerberuf zu widmen. 11. In der Voraussicht, daß mein Hereinziehen der Lateinschule nicht ohne energische Bekämpfung bleiben dürste, füge ich noch Folgendes bei: a. Das Lebensalter, für welches ich die Lateinschule fordere, fällt fast ganz in das Alter der Volksschulpflichtigkeit, über welche wir weder hinweg können noch wollen. Die Lateinschule hat in ihren untersten Klassen weniger Unterrichtszeit als die Volksschule. Es wird somit durch meinen Vorschlag dem Thoraunterrichte nichts vergeben. Begabten und fleißigen Knaben — und von solchen kann überhaupt nur die Rede sein — bleiben für das Thorastudium wöchentlich noch 14 Stunden, und mit diesem Zeitmaß läßt sich in 4 Jahren bei einer einzigen Schülerklasse etwas leisten. d. Da ich ein gewisses Maß classischer Bildung als zugestanden voraussetze, so dürste sich die frühere Jugendzeit für die Aneignung der Elemente viel besser eignen, als das reifere Alter, die Aneignung in einer wohlorganisirten Schule sich viel mehr empfehlen, als auf dem Wege vereinzelten Privatunterrichts, für welchen nicht selten gewissenlose Schwindler viel Geld ohne entsprechende Gegenleistung sich verschaffen. Das Schulgeld der Lateinschule ist so gering, daß man für dasselbe bei Privatunterricht kaum Dekliniren lernen kann. o. Ich glaube, daß es in dem Alter, das ich im Auge habe (10. 14. Lebensjahr) für diese Knaben bezüglich der Charakterbildung und Wirkung wissenschaftlichen Sinnes geradezu sehr vorteilhaft ist, den gründlichen Unterricht zu genießen und der strammen Disciplin unterstellt zu sein, welche wir in der Lateinschule treffen d. Man wird mir religiöse Bedenken entgegenhalten; ich will sie nicht bestreiten. Wir können dieser Gefahr nie ganz entgehen, ich glaube, je bälder wir aus ihrem Bereiche kommen, desto besser. Die elastischen Studien werden sicher der Religion weniger gefährlich, wenn sie von frühe an mit dem richtigen Maß der Berechtigung neben dem Thoraunterrichte hergehen, als wenn sie später, als eine „neue Welt" mit Gier aufgesucht werden. Vielleicht ist die „griechische Weisheit" einem in« gerade darum so verhängnißvoll geworden, weil er sie später kennen lernte. Wir haben in der Gegenwart wohl einzelne dem Judenthum treu gebliebene Männer, die sich erst spät mit der profanen Wiffenschaft bekannt machten; aber wir haben leider viel mehr solche, die der Thora untreu geworden sind. Abgesehen hiervon dürfen wir bei unfern Lateinschülern unter den hier gegebenen Voraussetzungen auf den Einfluß des Thoraunterrichts und ihrer Thoralehrer vertrauen, es wird mit des Himmels Hilfe sich bewähren: PlBOD IBS P81. Dieses ist mein unmaßgeblicher Vorschlag. Er erfordert Geld, was auch jeder andere, der gemacht werden sollte, thun wird. Im Uebrigen halte ich ihn weder für besser noch für schlimmer als für diskutirbar. Möge man ihn diskutiren, tadeln, ich will Keinem darob grollen: iprv jprV? nsnn. Ludwig Stern. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Offenbach, 5. Februar. Daß der Versuch gemacht wird, die Antisemitenhetze auch in die Landgemeinden zu importiren, beweist ein charakteristischer Vorfall in der benachbarten Gemeinde Bürgel, einem Orte, in welchem die Israeliten ungefähr 75 der ganzen Einwohnerschaft ausmachen. Der dortige Ortsdiener wurde von bis jetzt noch nicht ermittelter Seite veranlaßt, die Antisemitenpetition zu colportiren, was den Bürgermeister veranlaßte, in öffentlicher Erklärung seine Entrüstung über den Vorfall auszudrücken. Nach der Landgemeindeordnung steht der Ortsdiener unter der Disciplin des Bürgermeisters und es wird der einzuleitenden Disciplinaruntersuchung hoffentlich gelingen, den Veranstalter jener Störung des confessionellen Friedens zu ermitteln. München. Die Reichsrathskammer erledigte heute in 4'Mündiger Sitzung den Entwurf eines Disciplinargesetzes für richterliche Beamte, und den Gesetzentwurf die Aufhebung der unter dem Namen Neujahrgelder und dergleichen bestehenden Abgaben der Israeliten. Bamberg. Im „Bamberger Jntelligenzblatt", Amtsblatt für die kgl. Bezirksämter Bamberg I. u. II. und Hochstädt a. A., Nr. 8 befindet sich folgender Erlaß: An sämmtliche Herren Bürgermeister des Amtsbezirkes. - Die antisemitische Bewegung betreff

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