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Der Israelit · 1881-02-02 · Heft 5 (2.2.1881) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 5 (2.2.1881)
Date
1881-02-02
Page
– (sequence 18)
Language
German
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zu bloßen Nummern degradiren, den Aufgerufenen! doch im Mischeberach ihre jüdischen Namen wieder j geben. Warum heißt es nicht on-ia« wroa« roaw 'd i und so weiter? ,u^n ,|ur«-in n« *pa' «in apjn pnm .'ttf'Vtpn Sollte das darauf beruhen, daß die Thora und der Ruf zu ihr ihnen zwar gleichgiltig ist, daß sie aber bei der nma, die sich an die Thora knüpft, doch gern sicher gehen und daher keine Form wählen möchten, von der sie billig bezweifeln, ob sie der himmlische Segenspender fanctionirt, und sollte inan deshalb im nasr ’o die volle, alte Firma belassen haben? — Gegen diese Annahme spräche nur die ihr zu Grunde liegende vernünftige Erwägung, welche allen reformjüdischen Neuerungen so durchweg abgeht, daß es unwahrscheinlich wäre, sie ohne Weiteres vorauszusetzeu. Ob in Hattenfels an nun nnvo die ganze Gemeinde aufgerufen wird? Ich weiß es nicht; aber ich möchte wohl wissen, wie es Herr Lautenschläger dann anfängt, da er die Zahlen dann doch bis gegen 40 kennen müßte, was ich ihm aber so ohne Weiteres nicht zutraue. Doch wenn er sich eine Blamage dabei zuziehen sollie, so hat er den Vortheil, daß es nur alle drei Jahre geschehen kann, denn sie haben ja in Hattenfels, was ich zu meinem Schrecken jetzt erst erfuhr, den dreijährigen Cyclus eingeführt! Ich habe schon viel von dieser Einrichtung gehört, aber mitgemacht habe ich sie noch nie, ich war gar nicht darauf vorbereitet. In der gesammten jüdischen Diaspora hat man an diesem nao die m rans gelesen, in Hattenfels wurde V» pnnw vorgetragen. Dieses Drittel wurde in 7 gleiche Rationen getheilt, und die „Gleichheit vor dem Gesetze" so gewissenhaft gehandhabt, daß Herr Lautenfchläger z. B. war, mit nsnn «P schloß, um die Quantität der einzelnen Dosen nicht zu beeinträchtigen. Mein Schrecken über diese Neuerung war nun in der That keine bloße Hypothese. Meine Predigt, meine arme Predigt war ja auf m 'e> und speciell auf die sieben Regenbogenfarben gemünzt, woher sollte ich ahnen, daß Hattenfels so fortgeschritten ist, daß es eben fast 8/* Jahre der übrigen Judenheit voraus sei? Nicht als ob es schwer gewesen wäre aus dem vorgelesenen pnn«i einen jener inhaltreichen Sätze zu einer Predigt heranszugreifen, die ja schon an und für sich geradezu vollendete Predigten sind. Aber ich hätte mich vor mir selber zu sehr geschämt, wenn ich durch eine solche Wahl diesen armfeligen Firlefanz fanctionirt hätte. Eine ganze Fluth von Antidreijährigen Cyclus - Gedanken schwirrte mir durch den Kopf und fast wäre ich der Versuchung erlegen meine Predigt mit den Worten zu beginnen, mit denen Herr Lautenschläger seine Thoravorlesung geschlossen hatte. Denn wie hätte man die Hattenfelser Todesangst, ein bischen mehr als die von Hrn. Lautenschläger zugeschnittenen homöopathischen Thoraportionen zu hören, besser biblisch illustriren können als durch die Worte: und my « 'n Pip r« ye&6 um« o’eor □« Aber ich widerstand der Versuchung. — Meine Regenbogenpredigt, das stand zwar fest, war in Hattenfels diesmal nicht zu gebrauchen, aber ich wählte einen anderen Text, der weder in m 's noch in jnns) 'b steht und der die Hattenselser mindestens ebenso überraschte als mich ihr dreijähriger Cyclus. — Um die Ueberraschung vollständig zu machen, führte ich ihn gegen meine sonstige Gepflogenheit gar nicht in der Ursprache, sondern in modernem salonfähigem Costüm ein, so daß ihn — außer Herr Waldberg — Niemand erkannte, bis ich ihn persönlich vorstellte. „Möge — so lautete der Text — Freiheit „vom Himmel erstehen, Anmnth, Liebe, Erbarmen, „langes Leben, reichliche Nahrung, himmlischer „Beistand, körperliche Gesundheit, die rechte Erleuchtung, lebensvolle, lebenskräftige Kinder, Kiu- „der, die nicht lassen und nichts preisgeben von „den Aussprüchen der Thora. — Diese ganze hl. „Gemeinde, die Großen mit den Kleinen, die Kinder „und die Frauen, der König der Welt segne Euch, „gebe Euch langes Leben, viele Tage und Euren „Jahren verleihe er die rechte Dauer. Dann seid „ihr frei und gerettet vor jedem Schicksalsschlag „und allen schlimmen Leiden, unser himmlischer „Meister sei Euere Stütze für alle Zeit und Tage, „darauf wollen wir „Amen" sagen!" Wer, fragte ich meine Zuhörer, möchte diesen, die bedeutsamsten Anliegen des Lebens umfassenden Wünschen sein Amen versagen? Wer könnte in einer Zeit, die unter Freiheit Zügellosigkeit versteht, die trotz aller Anpreisungen der Freiheit doch immer in erster, fast in einziger Reihe diejenige Freiheit glorisicirt, die man sich selber vindictirt, und darüber diejenige vergißt, auf die doch unsere Umgebung den gleichen Anspruch hat, wer könnte Angesichts der Härte und Lieblosigkeit, der Willkür und Ungebundenheit, die sich an die Fersen jener Afterfreiheit heften, wer könnte in einer Zeit wie die unsrige, von jener Freiheit hören, die schon durch die sie begleitenden Genien der Anmnth, der Liebe und des Erbarmens sich als vom Himmel erstanden legitimirt, ohne sie aus tiefstem Herzen vom himmlischen Vater zu erflehen? Es giebt nur eine Freiheit, wie es nur eine Wahrheit giebt, das ist die Freiheit, die sich jener Wahrheit, die sich dem Gesetze unterordnet, r> p« nmro poiy# 'v «p« pnn p, lehrt das alte orthodoxe einzig wahre Jndenthum; 'v «P« pnm p -p p« nmn nana Puaip lehrt dagegen das Modejudenthum

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