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Der Israelit · 1881-02-02 · Heft 5 (2.2.1881) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 5 (2.2.1881)
Date
1881-02-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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106 sprechender Leitung, würde die Grenzen Bayerns sicherlich weit überschreiten, und dürste daher auch außer Zweifel stehen, daß unsre Nachbarländer Hessen, Baden und andere, ja, ganz Deutschland, sich gern und steudig den zu ergreifenden Maßnahmen anschließen werden. Für heute beabsichtige ich zunächst die Discussion über diesen höchst wichtigen Gegenstand zu eröffnen, und hoffe ich, daß die Sache von competenten Männern in den Kreis ihrer Betrachtung gezogen wird und sie das Resultat derselben in diesen geschätzten Blättern mitzutheilen nicht versäumen werden. PW' 2-^2 njjurn*. Bis dahin sei Weiteres Vorbehalten! (Nachbemerkung der Redaction: Wir begrüßen mit Freude den hier gemachten Vorschlag. Die Angelegenheit ist so außerordentlich wichtig, daß es' allen wahrhaften Jehudim Herzensvflicht sein muß, auf dieselbe näher einzugehen und zu ihrer Verwirklichung beizutragen. Nicht auf Bayern und die Nachbarländer aber glauben wir hierbei reslectiren zu sollen, sondern auf ganz Deutschland. Wir besitzen in dem Rabbiner-Seminar zu Berlin; eine Anstalt zur Ausbildung künftiger Rabbiner; es existirt aber m ganz Deutschland keine Anstalt für allseitige Vorbereitung zum Besuche des Rabbinerseminars. Das Bedürfniß ist ein dringendes; möge Gott die Herzen erwecken, damit diese hochwichtige Angelegenheit begonnen und zum guten Ende geführt werde.) Altona, 5. Jan. Ein schwerer Schlag traf eine hiesige hochachtbare Familie, die Familie unseres allbeliebten und angesehenen Rabbinats - Assessors, errn E. Munk, des Schwagers des Herrn Rabb. r. Hildesheimer. Einer seiner Söhne, der Kaufmann M. S. Munk, welcher im Geschäfte seines Bruders Michael Munk in Cöln thätig war, wurde im blühendsten Alter, im Alter von einundzwanzig Jahren seiner tiesbetrübten Familie durch eine Nierenkrankheit entrissen. Er war im wahrsten Sinne des Wortes ein zu den schönsten Hoffnungen berechtigender Jüngling: lehr- und lernbegierig, fleißig und von penibelster Redlichkeit, ein durchaus edler und charaktervoller Mensch von nicht unbedeutender geistiger Begabung. Er absolvirte die hiesige Realschule mit sehr gutem Erfolg, trotzdem er (wie natürlich nicht anders anzunehmen), ö"»i nw die Schule nicht besuchte und einen großen Theil seiner schulfreien Zeit dem Thorastudium mit Eifer und schönstem Erfolg widmete. Gott -"2, der Tröster aller Leidenden, möge Trost spenden der gottesfürchtigen Familie und besonders den dessen am meisten bedürftigen, hochachtbaren Eltern ’"j des nun in Gott Ruhenden V't. Die Beerdigung fand Sonntag am 2. ds. statt und zwar unter einer Betheiligung, wie sie Cöln seit Jahren schon nicht gesehen hatte. Am Sarge sprachen der Vater des Verstorbenen und der Bruder, der Provinzialrabbiner Dr. Munk—Marburg, tiefergreifende Worte. Unter dem zahlreichen Gefolge bemerkte man Herrn Rabbiner Dr. Hildesheimer aus Berlin, Rabbiner und Seminardirector Dr. Plato, das Lehrer- Collegium des Seminars, sowie den löbl. Vorstand der Gemeinde, jedenfalls ein schöner Beweis der Liebe und Achtung, die der Selige sich in der kurzen Zeit seines dortigeil Aufenthalts erworben und ein Trost für die Trauernden '“2. Feuillelsn. Kkiba. v. Akiba stand wie erstarrt; ein Gefühl des Glückes war über ihn gekommen, wie er es noch niemals empfunden hatte. Rahel, die schöne, edle Rahel, die er, sich selber unbewußt, geliebt hatte, von dem ersten Augenblicke an, da sie sein Auge erblickte, wollte sein Weib werden! Die vornehme, reiche, hochgebildete Tochter seines Herrn wollte herniedersteigen zu ihm, dem armen Hirten! Selbst seine Träume hatten keinen so hohen Flug genommen; er hätte aufjauchzen mögen so laut, daß die fernen Berge wiederhallten von dem Entzücken seiner Seele! So stand er da, die blühende Landschaft mit verklärtem Auge überblickend. Alles, was er sah, gehörte dem reichen Kalba Sabua, und es sollte sein Eigenthum werden, das Eigenthum eines bisher armen, besitzlosen Mannes! In der Ferne weideten die Schaafe, die Rinder, die Pferde und Esel in großer Anzahl, ein fürstliches Vermögen! Und das Alles sollte künftig ihm gehören! Und alle diese Schätze waren doch nur gering und unbedeutend im Vergleiche mit dem schönen, herrlichen Mädchen, welches ihn erkoren hatte, welches ihn zu sich emporheben wollte! Bei diesem Gedanken fiel doch ein Tropfen Wermuth in den Kelch seiner Freuden. Es erschien ihm seiner nicht würdig, daß er Reichthum und vornehmen Rang einzig und allein der künftigen Gattin verdanken sollte. „Wärest Du arm, Rahel," sprach er vor sich hin, „und ich könnte Dich zu mir emporheben, und könnte Dir alle Güter dieser Erde zu Füßen legen,

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