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Der Israelit · 1881-02-02 · Heft 5 (2.2.1881) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 5 (2.2.1881)
Date
1881-02-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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105 zu folgen und für unser äußeres Geschick Sein zu vertrauen. mens op r-'vx jodi mpcn i'st nsr>y X.12- '2 sd 'p'y'p pi r.m p vow heißt es im Midrasch zur Stelle. Wer den Willen Gottes vollbringt, wer nichts anderes sein will als Diener Gottes, wer sich ganz Gott hingibt, den erhört Gr zu jeglicher Zeit, den schützt Er überall, den rettet Er aus allen Gefahren; — der wandelt unerreichbar von der Erden Leid sicher dem Ziele entgegen, das ihm Gott, sein Herr, gesteckt. Nicht in ohnmächtiger Verzweiflung, nicht in keckem Trotz, nicht in winselnder Schwäche haben wir unser Heil zu finden; — wir haben in heiterem Vertrauen rüstig dorthin zu folgen, wohin uns die gnadenvolle Wallung unsres Gottes ruft, Sein Gesetz zu vollführen, gehorsam Seinem Willen.- Das ist unsre Aufgabe jetzt und zu allen Zeiten, px '.rü3 Pi? “tv-33'>“? V) -y jjypn;x. Dann finden wir in Gott die höchste Wonne und Er trägt uns über alle Berge der Erde — uns, das unsterbliche Volk Seines ewigen Gesetzes! Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Aus Bayern. Mit großem Interesse, und nicht ohne neidisch darauf zu sein, las ich in Nr. 44 des „Israelit" des vorigen Jahres eine Correspondenz aus Pesth, inhaltlich welcher eine Anzahl Rabbiner und sonstige hervorragende Männer Ungarns in einer Versammlung den schönen und vielverheißenden Beschluß faßten, einen Verein zu gründen, welcher es sich zur Aufgabe machen soll, Talmud- Schulen für solche junge'Leute zu errichten, welche noch nicht die Reife haben, eine Jeschiwah zu besuchen. Es scheint, daß diese Herren von dem gewiß richtigen Grundsatz ausgehen, daß die Vorbereitung zum Rabbinatsfache schon in früher Jugend begonnen und ununterbrochen fortgesetzt werden müsse. Tritt aber das Bedürfniß nach solchen Schulen selbst in Ungarn hervor, in dem Lande, woJeschibo's und sonstige Gelegenheiten zu mmn -v.o? nicht selten, in welch' gesteigertem Grade ist dies erst bei uns zu Land der Fall, wo die bis auf kleine Restchen leider ganz geschwunden, und derjenige, der sein Kind dem „Lernen" im Allgemeinen oder dem Rabbinatsfache im Speciellen widmen will, kaum weiß, wo er dies bewerkstelligen könne! So wie Bayern in früheren Jahren, ich möchte sagen die Hauptpflanzstätte für Rabbinen war, so verwaist steht es darin in der Gegenwart. Und sollten sich nicht auch bei uns noch Männer finden, die ein warmes Herz und ein reges Interesse hätten für eine Angelegenheit, die von so eingreifenden Folgen für das jüdische Leben ganzer Generationen? Sollte unser Bayern nicht auch noch Rabbiner und sonst hervorragende Männer besitzen, die von der Ueberzeugnng ausgehen, daß es s o nicht für immer fortgehen könne, ohne unsere m rwr» empfindlich zu schädigen. Und den Uneingeweihten, denen, die noch nicht Gelegenheit und Veranlassung hatten, die diesbezügliche Misöre einzusehen, denen lege ich die Frage vor: welche Schritte soll in unserm Bayernlande ein Vater thun, wenn ihm ein gutbeanlagter Sohn von Gott geschenkt, und er diesen dem Rabbinerfache zuwenden will? Unsre Schulen, resp. Religions- und jüdische Realschulen, sind meist so organisirt oder desorganisirt, daß dieReligionskenntniß selten über die Kenntniß der w-n hinausgeht. Und dort, wo ein höheres Ziel gesteckt und bis vor wenig Jahren auch erreicht wurde, da sind es so äußerst Wenige, die das höhere Z'el noch anstreben, da ist der Austritt aus den israel. Schulen im 9. und 10..Lebensjahre (behufs Uebertritt in Real¬ oder sonstige zum einjährigen Militärdienst befähigende Schulen) ein so starker, daß die Lehrpläne Umgestaltungen erfahren, und auch da weder Gelegenheit zur allgemeinen höheren Ausbildung noch zur specicuen in den höheren Religionsfächcrn mehr anzutreffen ist. Und was dann? Den 9- oder 10jährigen Knaben den Lateinschulen übergeben? Wo soll die .-mr= Kenntniß erworben werden? Woher Zeit und Gelegenheit hierzu, namentlich in einer Weise nehmen, wie es die Vorbereitung für einen Rabbiner erheischt, der einst seinem Berufe voll und ganz gerecht werden soll? Oder sollen alle die erforderlichenDisciplinen durch Privatunterricht angeeignet werden? Welche Beschwerlichkeit und Unzulänglichkeit solchem Unterrichte anhastet, wird nicht schwer einzusehen sein! In Folge dieser kritischen Lage ist es denn auch bei uns, dem früheren Eldorado der Rabbinats - Candidaten, dahin gekommen, daß fast gar keine inländische Candidaten mehr vorhanden, und die vacanten Rabbinats- Sitze seit zehn Jahren so häufig mit Ausländern befttzt werden mußten. Darum rufe ich den einflußreichen, glaubenstreuen Männern unseres engern Vaterlandes zu: ■p:nm! Nehmet Euch der Sache an, bevor es zu spät wird. Gründet Schulen, in denen sich junge Leute vor: frühester Jugend an für den Rabbiner- Beruf allseitig wenigstens so weit vorbereiten können, bis sie selbst ihre weitere Ausbildung bewachen können, Anstalten, in denen jüdische und allgemeine Wissenschaft auf Grundlage von cssp nx-p gehegt und gepflegt wird. Der Segen einer solchen Anstalt, unter ent-

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