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Der Israelit · 1881-02-02 · Heft 5 (2.2.1881) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 5 (2.2.1881)
Date
1881-02-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Schrift die Seele des Menschen ein göttliches Licht. Und wie die Seele das Licht im Menschen ist, so sei der Sabbat das Licht der Zeit. Von allen Zerstreuungen des alltäglichen und geschäftlichen Lebens losgerissen, sollen wir Zeit gewinnen, an diesem Tage uns selbst zu leben und gleichsam bei unserem Gotte einzukehren. Die Pflicht des Anzündens der Sabbatlichter liegt der Hausfrau ob. Unsere Weisen sagen in Bezug darauf, daß diese Pflicht deßhalb den Frauen ist übertragen worden, weil die erste Frau es war, welche den Tod in die Welt gebracht, welche das Verlöschen des Lebenslichts verursacht hat. Ursprünglich war die Frau dem Manne gleichgestellt; Ehawa hat diese Gleichstellung eingebüßt, da sie sich selbst zur Sünde verführen ließ und auch ihren Gatten dazu verführte. Die erhabenen Stammmütter unseres Volkes haben sich die Gleichstellung zurückerobert. Die edle, tugendhafte, gottesfürchtige Sarah stand unserm Vater Abraham nicht allein gleich, sie war ihm in gewisser Beziehung auch überlegen, so daß Gott zu Abraham sprach: „In Allem, was Sarah zu Dir sagen wird, gehorche ihrer Stimme." So macht es auch der Talmud dem Manne zur Pflicht, in allen wichtigen' Angelegenheiten des Lebens den Rath der frommen, tugendhaften Frau zu hören, und es wird uns erzählt, daß die großen Lehrer unsres Volkes Rabbi Elasar ben Asariah und Rabbi Akiba sich erst mit ihren Frauen beriethen, ehe sie die ihnen angetragenen Ehrenämter annahmen. — Auch Riwkah war in gewisser Beziehung unserm Vater Jizchak überlegen, da sie mit weiblichem Scharfblicke den Sohn erkannte, der würdig war, der Stammvater des Volkes Israels zu werden, da sie es war, die ihren Gatten aufforderte, dafür zu sorgen, daß Jakob sich nicht mit den Töchtern des Landes verbinde, sondern eine Frau nehme aus einer Familie, die > seiner würdig war. Rahel und Leah, die edlen! Schwestern, wurden die Begründerinnen unsres Volkes; sie waren es, die zu Jakob sprachen: „Alles, was Gott zu Dir gesagt hat, das thue." — In Mizrajim wagten es die israelitischen Hebammen, dem gemessenen Befehle des Königs zu trotzen und Gott mehr zu gehorchen, als dem Tyrannen, und als Gott sein Volk aus den Sklavenfesseln befreit, es in wunderbarer Weise durch das Meer geführt und die Verfolger darein versenkt hatte, da war es Mirjam, die gottbegeisterte Prophetin, welche, allen Frauen voran, diese zur Lobpreisung des Höchsten führte. — Als im heiligen Lande Israel auf krummen Wegen wandelte, erweckte Deborah den schlummernden Geist des Volkes und ward die Retterin Israels. —- Der König Joschijahu suchte Rath und Hilfe bei der Prophetin Chuldah, und die Königin Esther wagte Krone und Leben, um ihr Volk zu retten. Wir könnten diese erhabenen Beispiele bis ins Unendliche vermehren. In keinem Zeitalter hat es an edlen, gottbegeisterten Frauen gefehlt, die für ihr Volk Großes geleistet haben. O, ihr edlen Frauen in Israel, möget ihr doch bedenken, daß es euch obliegt, das Licht der Welt, welches unsere Mutter Chawah einst zum Verlöschen gebracht hat, wieder anzuzünden! Jedes Sabbatlicht sei euch ein Symbol dieses erhabenen Gedankens. Als vor etwa hundert Jahren eine falsche Aufklärung und Halbbildung sich von Berlin aus über die jüdische Welt verbreitete, da waren es jüdische Frauen und Mädchen, die viel zur Verbannung des Gottesgeistes aus den Häusern beitrugen. Mögen es jetzt, da der jüdische Geist wieder zu erstarken beginnt, die Frauen und Töchter Israels sein, welche das Licht der Glaubenstreue, der Gottinnigkeit, der Frömmigkeit anzündcn, pflegen und zum Gedeihen verhelfen! Der Talmud lehrt, daß die Hauptrepräsentantin des Hauses die Frau sei. Wenn erst das Haus wieder gewonnen sein wird der jüdischen Sitte und dem jüdischen Gesetze, dann gehen wir einer bessern Zukunft entgegen. An euch ist es, diese Zukunft herbeizuführen. Wenn ihr die Sabbatlichter anzündet, so denket daran, daß es euere erhabene Pflicht ist, das Haus zu erleuchten, den Gatten für jüdisches Leben zu gewinnen und darin zu bekräftigen, die Kinder für die Lehre und die Gebote unseres Gottes zu erziehen. Auch in der Knechtschaft Aegyptens waren es die edlen Frauen Israels, um derentwillen uns Gott aus der Finsterniß der Sklaverei zum Lichte der Freiheit führte, wie es heißt: M 'enp* pio»» n'31? iruiDNi non -oi .'tOfc’ “>CNj „Um Israels Frauen willen hat Gott sich unser erbarmt und uns in reichstem Maße seine j Liebe geschenkt" (Fortsetzung folgt.) Was haben wir zu thun? Von Naphtali Simon. ">■» -n mp rky r>w' -or .■p no«»i vjpr Gedenke der Tage der Vorzeit, verstehet die Jahre vergangener Geschlechter — deinen Vater frage, daß er dir erzähle, deine Weisen, daß sie dir erklären -(5. B. M. 32, 7). Wenn in den Wirren der Gegenwart das Gemüth nach Klarheit ringt, wenn der Geist zu erkennen strebt, was des Tages Geschichte Inhalt sei; — vor Allem aber, wenn wir Einsicht gewinnen möchten über das, was unsere Aufgabe sei den Verhält-

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