Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1881)
- Date
- 1881-01-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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82 des Dahingeschiedenen auf einer Stiftungstafel zu verewigen. In Polna spendete der Reichstags-Deputirte Ladislaus Geiß zur Anschaffung von Schulrequisiten für arme Schulkinder an der dortigen israel. Volksschule 50 fl. Budapest, 9. Jan. Heute Nachmittag fand die feierliche Eröffnung des auf Anregung unseres allgemein geachteten Ober-Rabbiners Hrn. Joachim Schreiber neu erbauten tcmon rva der israelitischen auth.-orthod. Gemeinde statt, wobei Herr Oberrabiner Schreiber vor einer nach vielen Hunderten zählenden Menschenmenge eine sehr gelungene und mit großem Beifall aufgenommene Gelegenheitsrede hielt, welche nahe l\a Stunde währte. Das aus 2 großen Sälen bestehende und mit dem größten Compfort ausgestattete emon no ist an das Tempelgebäude angebaut uno zwar wurde das alte an der linken Seite des Tempeleinganges befindliche aus nur einem Zimmer bestehende n»a amon um Vieles vergrößert, und an der rechten Seite des Tempeleinganges noch ein Zimmer angebaut, und wird nun in dem einen nn, in dem andern 2'pOirn gelernt. Ich schließe mit dem Wunsche, daß unser vielgeliebter und hochgeachteter Oberrabiner I. Schreiber, der ein unablässiger Förderer der nVinpn min ist, noch recht viele Jahre in unserer Mitte erhalten bleiben möge. Leopold Löw. Italien. Rom. Wie die italienischen Blätter melden, hat der Gemeinderath von Rom beschlossen, das Ghetto in dieser Stadt niederreißen und auf dessen Stelle ein ganz neues Stadtviertel aufbauen px lassen. Die isr. Gemeinde zu Rom ist die älteste ihrer Art im Abendlande, denn sie existirte schon lange vor Julius Cäsar, und unter Kaiser Augustus zählte sie schon gegen 8000 Bewohner. Der jüdische König Herodes ließ sich in Rom einen Palast erbauen, in dem seine Söhne und Gesandten, wenn sie nach Rom kamen, ihr Absteigequartier nahmen. England. London, 20. Jan. Der Prinz von Wales und Lord Beaconsfield waren gestern bei der Hochzeit Leopold Rothschilds in der Synagoge. Türkei. Konstarrtinopel Aus Hodeida am Rothen Meere schreibt man der „D.-Ztg.": Das Amtsblatt für das Vilajet Aemen, „Sana", schrieb vor Kurzem im Aufträge der Provinzialregierung Preise aus für die Auffindung von Alterthümern. Es ist geradezu überraschend, wie viele interessante Gegenstände die Beduinen jetzt in die Hauptstadt bringen, u. A. auch Silbermünzen aus der Zeit des Königs Salomon (oder wie die Araber sagen, „des königlichen Propheten Suleimann.") Dieselbenzeigen neben hebräischen Inschriften Figuren von Menschen, Vögeln und anderen Thieren und sind sehr gut erhalten. Auch 3 Goldmünzen aus der Zeit des oströmischen Kaisers Konstantin wurden gesunden. Sämmtliche Gegenstände werden ins Museum nach Konstantinopel gesandt. Als Haupt-Fundort werden die Ruinen von Mahreb bezeichnet. Feuilleton. A k i b a. IV. Trotzdem Akiba sich gegen die Ermahnungen der Tochter seines Herrn ablehnend verhalten hatte, waren doch die begeisterten Reden des jungen Mädchens nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Zündend waren sie in sein Herz eingedrungen und erfüllten all sein Denken. Ein neuer Gedankenkreis war ihm eröffnet, und all die Dinge des täglichen Lebens und seiner Berufsthätigkeit, die ihm bisher die wichtigsten erschienen waren, traten in den Hintergund vor dem großen Ausblick in das Wesen seines Volkes, welchen ihm Rahel eröffnet hatte. Er versäumte zwar seine Pflichten nicht, allein er war nicht mehr mit ganzem Herzen bei der Erfüllung derselben. Bisher hatte er in den Tag hineingelebt und weiter keine Sorge gehabt als die, sich ein Sümmchen zu ersparen, um ein Gütchen in Pacht zu nehmen und es selbstständig bewirtschaften zu können. Nunmehr erschien ihm das ausschließliche Sichabmühen um die Bedürfniffe des irdischen Lebens kleinlich und der großen Geistesgaben, die er in sich verspürte, nicht mehr angemessen. Dagegen verrichtete er die täglichen Gebete mit größerer Innigkeit als zuvor und vollzog die Gottesgebote mit größerer Sorgfalt. Da wurde es ihm bald klar, daß sein Wissen nicht einmal zum rechten Berständniffe der Gebete und zur sorgfältigen Beobachtung der religiösen Vorschriften ausreichte. Einst hatte