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Der Israelit · 1881-01-26 · Heft 4 (26.1.1881) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 4 (26.1.1881)
Date
1881-01-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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80 Wittwe — eine mit ihren drei unmündigen Kindern in Moabit wohnende Christin und der edle Wohlthäter ein in der Königsstadt wohnender jüdischer; Kaufmann I. ist. (Jüd. Presse.) Berlin, 14. Jan. Eine mit der Antisemiten- J bewegung zusammenhängende Anklage wegen groben | Unfugs und wegen Beleidigung des Staatswalts v. 1 Üechtritz gelangte ani Freitag vor dem 3. Schöffengericht Hierselbst zur Verhandlung. Der Angekagte Rentier Cohn hatte seinem Hund wegen seinen langen Beinen den Namen „Stecker" beigelegt. Eines Abends kam er aus dem Cafe Bauer und rief seinem Hund zu: „Stecker komm' her!" v. Üechtritz machte dem Angeklagten eine Vorhaltung mit den Worten: „Was würde die Person gesagt haben, wenn ich meinen Hund „Abraham" genannt hätte. Der Angeklagte antwortete mit einer Beleidigung. Der Gerichtshof sprach den Gerichtshof sprach den Angeklagten wegen des groben Unfugs frei, da in der Benennung seines Hundes mit dem Namen „Stecker" nichts Unbefugtes liege. Wegen der Beleidigung verurtheilte er ihn zu 00 Mk. event. 6 Tagen Haft. Berlin, 20. Jan. Die hiesige Polizei verbot auf Grund des Sozialistengesetzes eine für heute angesetzte Versammlung, auf deren Tagesordnung stand: Vorgehen Henrici's^ in der Judmfrage und das Verhalten der Arbeiter dagegen. Frankfurt a. M, 18. Jan. Am Sonntag hielt der Verein zur Unterstützung israelitischer Seminaristen im GroßherZogthum Hessen eine Generalversammlung ab. Der Vorstand hatte bisher seinen Sitz in Friedberg, woselbst von hier ans der israelitische Religionsunterricht erthcilt wird. Von Seiten einer Anzahl Mitglieder wurde nun gewünscht, daß die Leitung des Vereins nach Alzey verlegt werde; dort erthcilt am Seminar der Rabbiner den Religionsunterricht. Auf der Tagesordnung stand ein vermittelnder Antrag, den Sitz des Vorstandes an einen neutralen Ort zu verlegen. Derselbe wurde abgelehnt. Hiernach wurde ein auf Verlegung des Vorstandssitzes nach Alzey gerichteter Antrag gestellt, vom Präsidenten aber als nicht auf der Tagesordnung stehend zur Abstimmung nicht zugelassen. Daraufhin erklärten die Anhänger der Alzeyer Führung ihren Austritt aus dem Verein. 19. Jan. Gestern Nachm. nach 3 Uhr begegneteam Eck der Töngesgasse und des Scherfengäßchens ein alter Mann einem jungen Menschen. Er konnte diesem nicht rasch genug aus dem Weg gehen, worauf der feingekleidete junge Herr den alten Mann mit den Worten: „Judd, willst Du answeichen!" dermaßen mit einem Stock über den Kopf schlug, daß Blut floß. Das umstehende Publikum war ganz verblüfft über solche unerhörte Rohheit, (brauchte deswegen aber nicht den Buben unbehelligt weiterziehen zu lassen. Red. der Fr. Ztg.) Schrvelbein, 3. November. Am 2. d. Bl. fand hier die feierliche Einweihung der neuerbauten Synagoge statt. Es waren außer vielen Gliedern benachbarter Gemeinden erschienen: der Abtheilungsdirigent Ober-Regierungsrath Böttcher, Herr Regferungsrath ßDöbbel, Herr Regierungsrath Metz als Vertreter der Königl. Regierung zu Cöslin, der Erbauer des neuen Gotteshauses, Herr Bauinspektor Funk, die Rabbiner Dr. Vogelstein aus Stettin. Dr. Goldschmidt aus Colberg und der Prediger der israel. Gemeinde zu Belgard, außerdem von hier der Magistrat und die Stadtverordneten, der Kreisausschuß, die Spitzen sämmtlicher Civil- und Militärbehörden und einige Geistliche anderer Bekenntnisse. Um 11 Uhr nahm die Feier in der alten Synagoge ihren Anfang. Nach Verlesung einiger Psalmen hielt Herr Prediger Rackwitz die Äbschiedsrede. Beim Einzug in das neue Gotteshaus der Festversammlung sang der von Hrn. Lehrer Schewc trefflich geleitete große Sängerchor, der von der Kapelle des Hrn. Kapellmeisters Rose aus Colberg unterstützt war, zum Gruße: n" „Gesegnet sei. der da kommt rc." Nach einen! Gebet knüpfte Herr DnGoldschmidt an die Worte an: „Es werde Licht" und zeigte die Macht dieses Wortes an der Geschichte des Jndenthums, und ermahnte die Gemeinde, hier an dieser Stätte das wahre Licht zu suchen. Nach dem Chorgesang: v ,~,s „Wie schön find Deine Zelte, Jakob re.", dankte Herr Prediger Rackwitz im Gebet für das neue Gotteshaus und den Tag seiner Weihe allen Denen, die an seiner Erbauung durch die mit großer Opferwilligkeit gewährten Mittel und unmittelbar durch ihre Hand bei seinem Aufbau mitgeholfen hätten. Hierauf sang Herr Rosenberg unter Begleitung des Chores ein sehr schönes Tenor-Solo, dem ein sehr melodischer Chorgesang folgte. Hierauf wurde die heilige Lade geöffnet; (dieselbe war mit einem kostbaren goldgestickten Vorhang, welcher in der weit und breit bekannten Kunststickerei von Isidor und Rosalie Reiter, Breslau Unterbär 1 gefertigt ist.) Nach mehrmaligen! Umzug um den Allememmar wurden unter Chor- Gesang die Thora-Rollen in das Allerheiligfte ausgenommen. Hierauf bestieg nach einem Gebet Herr Prediger Rackwitz die Kanzel und hielt die Festpredigt. Er legte derselben das Wort „Wie heilig ist diese Stätte, hier ist nichts anderes denn das Gotteshaus und hier ist die Pforte des Himmels" zu Grunde. Nach Schluß der ergeifendeu Predigt vollzog

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