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Der Israelit · 1881-01-19 · Heft 3 (19.1.1881) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 3 (19.1.1881)
Date
1881-01-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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58 und der Freude, der Ueberraschung und der Rührung einen würdigen Ausdruck zu verleihen. Eine Schaar von Schülern, die längst der Schule entwachsen sind, vereinigt sich um ihren alten Lehrern nach 25jähriger Wirksamkeit, eine Ehre, eine Auszeichnung zu bringen, die sie nicht erwarten, ja nicht einmal ahnen konnten. Ja, meine Herren, die Erfahrungen, die ich namentlich in der 2ten Hälfte meiner 25jährigen Thätigkeit gemacht habe, ließen nicht den Gedanken bei mir äufkommen, daß ich jemals auch nur einen Dank einheimsen würde, und nun diese hohe Ehre, diese Auszeichnung. Es bewährt sich denn doch hier das Wort jenes 'Weisen: „Meine Schüler, das sind meine Kinder." Den Gesinnungen der Liebe, der Treue, der Ergebenheit, der Anhänglichkeit und der Hochachtung haben Sie heute einen Ausdruck gegeben, der mich in hohe Bewunderung versetzt und mich zum höchsten Danke verpflichtet. So nehmen Sie denn hin meinen innigsten Dank mit der ferneren Versicherung, daß ich unter den wenigen Lichtpunkten, die auf meinem Verufspfade leuchten, diesen als den glänzendsten meines Lebens betrachten, und daß ich noch im spätesten Alter, wenn Gott mich es erreichen läßt, segnend und mit Freude auf denselben zurückblicken werde." Nach diesen Worten, welche mit großem Beifall angenommen wurden, — erhob sich Herr Blum und schilderte in geschickter Weise in kurzen Umrissen die Geschichte der Schule während ihres 25jährigen Bestehens und schloß mit dem Wunsche, daß die Schule auch ihr 50jähriges Jubiläum mit ihren Lehrern feiern möge und mit einem Danke an die Schüler für die Auszeichnung und Ehre, die sie ihnen hätten angedeihen lassen. Hierauf hielt auch Herr Rabbinatsverweser Nathan Bamberger eine inhaltsreiche Rede, worin er besonders den Werth und die Nothwendigkeit einer Religionsschule hervorhob und an den Vers anknüpfte: „Bis hierher hat uns Gott geholfen." Als auch diese Rede zu Ende war, begann Herr Unna seine eigentliche Festrede, indem er zum Texte Verse aus der hl. Schrift (2 B. M. Cap. 2, V. 7, 8 u. 9) wählte, und an der Hand derselben das Wirken der beiden Männer, Mosesund Ahrons zeichnete, und wie sich die Jubilare bestrebt hätten, das Beispiel derselben im kleinen Kreise nachzuahmen. Die Saat, die sie ausgcstreut hätten, sei auf keinen unfruchtbaren Boden gefallen, denn die Schüler hätten durch ihre Liebe und Achtung, die sie ihren Lehren bewiesen, glänzende Proben an den Tag gelegt, die Lehrer könnten mit Stolz auf den Lkranz ihrer geliebten Schüler Hinweisen. Die Ehre, die Herr Unna durch dieselbe erntete war unbeschreiblich und die Beifallsrufe, wollten kein Ende nehmen. So wurde die Stimmung immer gehobener; Reden folgten auf Reden, Toaste auf Toaste, bis erst spät nach Mitternacht die Gäste in heiterster Laune auseinandergingen. S. Belgien. Brüssel, 4. Januar. Unter den 5,000,000 Einwohnern Belgiens befinden sich im Ganzen vielleicht 4000 Juden. Einer vor 6 oder 7 Jahren aufgestellten Statistik entnehme ich die folgenden Fakta betreffs der Stellungen, welche die Juden im öffentlichen Dienst einuehmen. Es befinden sich darunter: 3 Ministerialdirektoren, 1 Direktor der Königlichen Teppichfabrik, 2 Eisenbahnstationsmeister, 1 Appellationsgerichtsrath , 2 Staatsanwaltsgehilfen 1 Untersuchungsrichter, 6 Rechtsanwälte, 3 Majore, 9 Hauptleute, 1 Lieutenant, 1 pensionirter Jndendant, 4 Ingenieure, 2 Graveure der Münze und 4 Universitätsprofcfforen. Auch ist ein Jude Senator. Es ist jedoch den Belgiern noch nie eingefallen, in dieser Theilnahme ihrer jüdischen Mitbürger im öffentlichen Dienst etwas Anderes als die Ausübung eines unbestreitbaren Rechtes Zu sehen, »schaben sogar die leitenden Politiker und die Orgmie äWe? Parteien bei allen sich darbietenden Gelegenheiten den Stöcker'schen Kreuzung in jeder Beziehung verdammt und es mag ohne Uebertreibung hinzugefügt werden, daß die schon so geringe Popularität, deren Deutschland sich bis jetzt in den Ländern des westlichen Europas zu erfreuen hatte, durch den Kreuzzug noch bedeutend geringer geworden ist. Feuilleton Ukiba. ui. Rabbi Jochanan bea Sackai war erkrankt; seine Schüler, Rabbi Elieser ben Horkinas, Rabbi Josua ben Chanania, Rabbi Jose Hakohen, Rabbi Simon ben Nesanel, Rabbi Elasar ben Aroch und Rabbi Gamliel begaben sich zu dem kranken Lehrer, um ihn zu besuchen. Als er sie erblickte, fing er an zu weinen. Da sprachen die Schüler zu ihm: „Du großer Lehrer, Israels Leuchte, die Säule der Gotteslehre, dessen Geist Funken sprüht, wie der Hammer, der da den Felsen zersplittert, warum weinst Du?" Und Rabbi Jochanan sprach: „Wenn man mich vor einen menschlichen König ins

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