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Der Israelit · 1881-01-12 · Heft 2 (12.1.1881) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 2 (12.1.1881)
Date
1881-01-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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35 y'st p'33 in: n'9o jwr» avi noch Etwas nachzutragen. Ich will nicht von seinem rnpiL oder dessen n'snn sprechen, denn dies ist genug bekannt und auch schon in Ihrem gesch. Blatte besprochen worden. Nur Eines will ich von dem -nyri pns hervorheben, weil dieses in wenigen Kreisen bekannt war. Wie Ihr geehrter Hr. Correspondcnt in Nr. 51 erwähnte, hat er in seiner Jugend die rnr'V' in Fürth besucht, welche später von der Regierung aufgelassen wurde. Und diesen Tag machte er sich lebenslänglich zum rrjynn v' bis in sein spätes Alter. Trotzdem dieser Tag grade ra onson siel, wo er durch die zwei D’rpjj/n in dieser Zeit geschwächt war, ließ er sich nie davon zurückhalten. L. L. Aus Stanislau schreibt man der „Presse": In dem Städtchen Sototwien bei Stanislau sind bei der Gemeinderathswahl unter 24 Gewählten 20 Israeliten aus der Urne hervorgegangen und nur 4 Christen. Bei der Constituirung des Gemeinderaths nutrbe ein Israelit, 'Namens Mendel Pfeffer, zum Bürgermeister gewählt. Frankreich. Paris. Von der auf Municipalbeschluß bevorstehenden Umwandlung aller confessionellen in gemischte Schulen werden auch zwei isr. Schulen betroffen. Die consistoriellen isr. Schulen bleiben vor wie nach bestehen- (Arch. Isr.) Amerika. Ntewyork, 29. December. Die Presse und die Geistlichkeit fahren fort, die antisemitische Agitation in Deutschland in scharfen Ausdrücken zu tadeln. Hervorragende Geistliche der Baptisten-, Kongregationalisten- und Unitarier-Kirche haben sich dem Protest angeschloffen. Unter den bedeutendsten Predigern, die am letzten Sonntag den Gegenstand berührten, befand sich auch der Reverend Henry Ward Beecher, aus dessen Predigt die leitenden Journale folgende Sätze hervorheben: „Amerika hat besondere Gründe, sich dem jetzt erhobenen Einspruch Erschließen, denn wir verdanken den Juden mehr, als alle anderen Nationen der Welt zusammen. Wir hatten gehofft, daß die Inden-Verfolgung ihr Ende erreicht habe, und unter allen europäischen Nationen hielten wir das vorgeschrittene Deutschland für die letzte, die eine solche Ungerechtigkeit unterstützen würde. Das offene Geständniß der Deutschen, daß sie die Juden als ihnen überlegen fürchten, verräth Schwäche und ruft Erstaunen hervor. Wenn dies in Amerika zuträfe, würde mein Stolz mir niemals erlauben, es auszusprechen. Wenn in diesem Lande der Jude auf geradem Wege und ohne Begünstigung dem Christen denn Vorrang ablaufen kann, möge er es thun; aber das von einem so stolzen Volke, wie die Deutschen, kommende Geständniß ist demüthigend. Wenn die Juden die deutschen Gesetze befolgen und keine Vortheile von ihren deutschen Landsleuten voraushaben, sich größerer Wohlfahrt erfreuen als letztere, so liegt hierin eine göttliche (!) Mahnung an die Deutschen, sich zu ermannen und Besseres zu erlangen. Die in Deutschland in Umlauf gesetzte, gegen die Juden gerichtete Bittschrift ist, in welchen: Lichte man sie auch betrachtet, erbärmlich. Sie ist eine Schande für eine Nation, die wir hochachten. Die Welt ist zu weit vorgeschritten, um einer solchen Verfolgung für längere Zeit Beistand zi: sichern, und keine Nation kann ungestraft das Verbrechen begehen, dessen die Deutschen angeklagt werden würden, falls sie dabei beharren. Ich schlage vor, daß eine ehrfurchtsvolle Vorstellung an Fürst Bismarck entworfen und von Mitgliedern der Kirche und der Gesellschaft unterzeichnet werde, und ich möchte Jedermann in Deutschland zurufen: „Haltet fest an der Freiheit, behandelt die Juden, wie Ihr die Landsleute Dessei: behandeln würdet, in den Ihr Eure Hoffnung setzet und von dem Ihr Erlösung erwartet." Feuilleton. Die Jugendfreunde. Von A. Königshofen. I. Es ging heute hoch her in der kleinen Universitätsstadt &, die sich an dem Fuße einer kleinen Hügelkette so behaglich hinstreckt. Der gemeinsame Abschiedscommers, welcher die Studenten aller Corps vereinte, wurde heute Abend gefeiert, und dies war schon Ereigniß genug, die Bewohnerschaft der kleinen Stadt aufzuregen. In einer kleinen Universitätsstadt nimmt die Hochschule die Interessen der Bewohner ganz besonders in Anspruch; jede Neuigkeit in Studentenkreisen, die von renonimirenden und nichtrenommirenden Burschen selbst in die bürgerlichen Familien, zu welchen die meisten sich gern in Bezichung setzen, namentlich wenn diese sich einer hübschen Tochter zu erfreuen hat, getragen wird — jede solcher Neuigkeiten bildet einen beliebten Unterhaltungs- und Kritikstoff für die „Philister." Das große Interesse, das diese Bürgerkreise den Musensöhnen cntgegentragen, ist ja ganz erklärlich, wenn wir bedenken, daß die Existenz des größten Theils der Einwohner von der

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