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Der Israelit · 1881-01-12 · Heft 2 (12.1.1881) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 2 (12.1.1881)
Date
1881-01-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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30 gung der hiesigen Israeliten und auch der Andersläubigen statt. Der Sohn des Verblichenen, seine eiden Töchter und ein Schwiegersohn desselben waren aus weiter Ferne hierhergeeilt, um ihrem greisen Vater die letzte Ehre zu erweisen. Dieselben hatten den Unterzeichneten mit dem schmerzlichen Aufträge beehrt, das Leben und die edlen Eigenschaften des Verblichenen an seinem Sarge zu schildern. Herr Moritz Hirschberg hatte den selten noi alle seine Kinder in glänzenden Verhältnissen '.zu wissen; er hatte aber auch den noch selteneren, daß dieselben streng nach seinen religiösen Grundsätzen leben und ihre Kinder ebenso erziehen, was den Verblichenen stets mit Freude und Dankbarkeit gegen Gott erfüllte. Möge Gottesfurcht und Glück in seiner Familie sich vererben vo twn n*o -iy. — n "a'W'n Wir können unfern Bericht nicht schließen, ohne das Verhalten der hiesigen Gemeindevorstände und des Beerdigungsvereins rühmend hervorzuheben. Herr Moritz Hirschberg war bekanntlich aus der Gemeinde ausgeschieden. Trotzdem war dieselbe seinem Verdienste eingedenk, bewilligte ohne Entschädigung zu beanspruchen die Bestattung seiner Leiche in dem früher von ihm erworbenen Erbbegräbnisse auf dem Friedhofe der Gemeinde und betheiligte sich vollzählig an dem Leichenbegängnisse. Möge dies andere Gemeinden, in welchen ähnliche Zustände herrschen, zum Muster dienen, damit wir in diesen trüben Zeiten unfern äußern Feinden gegenüber stets ein Bild innerer Eintracht und Friedfertigkeit bieten, --y föN nyj? mon idj? m -oo oipon. Dr. B Baer, Rabbiner der Casper Lachmann'schen Stiftung. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wien. Am 20. d. M. fand die 14. ordentliche General-Versammlung dieses Vereines, der den Zweck verfolgt, arme Mädchen erwerbsfähig zu machen, im Saale der Handels-Akademie statt. Die Präsidentin Frau Paula Frankl v. Hochwart eröffnete die Sitzung mit der Mittheilung, daß Frau Fanny Ephrusi nach zwölfjähriger aufopfernder Thätiakeit, wegen Uebersiedlung nach Paris, aus dem Vorstande geschieden sei; die Präsidentin beantragt, Frau Ephrusi, mit Rücksicht auf ihre Verdienste, zum Ehrenmitgliede des Vereines zu ernennen. Sowohl dieser Antrag, als auch die Aufforderung, die nach § 4 der Statuten vorgenommene Ergänzungswahl, die auf Fräulein Henriette Goldschmidt gefallen war, zu genehmigen, wird von der Versammlung einstimmig angenommen. Hierauf erfolgte die Verlesung des Kasseberichtes durch den Kasseverwalter Herrn Gustav Simon. Die zahlreichen Spenden Svon dem stets regen Interesse, dessen sich der i in den weitesten Kreisen erfreut. Derselbe weist eine Mitgliederanzahl von nahezu 1000 und und einen Reservefonds von 6892 fl. in Barem und 12,052 fl in Werthpapieren auf. Die Einnahmen des Jahres 4880 betrugen 8174 fl., während die Ausgaben sich auf 8060 fl. beliefen, so daß sich ein Saldo von 113 fl. ergibt. Dem Rechenschaftsberichte, welchen hierauf die Vice-Präsidentin Frau Marie Schüßler, in Abwesenheit der Schriftführerin, verliest, entnehmen wir, daß der Verein prosperire und sich erweitere. Die Resultate der Schulen erfreuen sich voller Anerkennung; die Zahl der Schülerinnen ist auf 200 gestiegen, und werden dieselben durch die Mühewaltung des Vorstandes und der in den Schulen mit kluger Umsicht waltenden Dircctrice Frau Regine Ullmann nach absolvirter Lehrzeit ihrer angemessenen Thätigkeit zugeführt und in den meisten Fällen dauernd untergebracht. Nachdem allen Gönnern des Vereines der wärmste Dank dargebracht worden, wurde auf Antrag des Vereinsmitgliedes Fräulein Anna Kohn der alte Vorstand, somit die Damen: Fanny Bücher, Fanny Biach, Pauline Bondy, Jda Diamant. Paula Frankl v. Hochwart, Regine Frey, Henriette Goldschmidt, Auguste Löwenfeld, Marie Schüßler und Anna Torsch, zum Kasse- Verwalter Herr Gustav Simon en bloc wiedergewählt. Nach der Sitzung constituirte sich das Eomitö und wählte zur Präsidentin Frau Paula Frankl v. Hochwart, zur Vice-Präsidentin Frau Marie Schüßler und zur Schriftführerin Frau Fanny Biach. Feuilleton U k i 6 a. n. Kalba Sabua hatte zu Ehren seines Gastes, der sein Schwiegersohn werden sollte, ein großes Gastmahl Herrichten lassen; einige Freunde aus der Nachbarschaft waren dazu eingeladen worden. Rahel, deren Mutter todt war, machte die Wirthin. Das Gespräch wendete sich bald dem großen Natioualunglücke zu. „Was soll aus Judah werden," sprach Kalba Sabua seufzend, „da das Heiligthum unseres Gottes in Asche liegt! Die Besten und Edelsten, die Fürsten und Priester, die Heerführer und Beamten sind getödtet oder als Sclaven verkauft. Herzzerreißende Berichte kommen uns zu von dem traurigen Geschicke unserer in die

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