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Der Israelit · 1881-01-12 · Heft 2 (12.1.1881) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 2 (12.1.1881)
Date
1881-01-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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28 kunst verpflichte: den Weg Gottes zu hüten, nämlich Milde und Gerechtigkeit zu üben." n nDN «n3m u mjoa?« 02*3 pv* .oPm "iip’3 Im Midrasch Rabboth wird „die Hut des Weges Gottes" in dem Trauermahle, welches man den Leidtragenden bereitet und in der Pflege und dem Besuche der Kranken exemplificirt. Es soll sich, meinen die Weisen, die Echtheit der Abstammung von Abraham darin kundgeben, daß der Jude nicht nur mit seinem Gefühle und seinem Gelde wohlthut, daß er auch mit seiner Persönlichkeit eintritt und dem Trauernden den Trostbecher kredenzt und sich an der Lagerstätte des Siechen niederläßt, um durch Pflege und Zuspruch dessen Leid und Schmerz zu lindern. Israel hat sich in der That als die o’jom □HDn Pom d»j»”3 als barmherzig, sittenrein und human erwiesen bis in die Gegenwart hinein und darf den vollen Anspruch erheben in diesen Tugenden, welche jedes Menschen wahre Zier sind, hinter keinem Volksstamme der Erde zurückzusteben. Als leuchtendes Vorbild stand es in finsteren Zeiten des Alterthums und des Mittelalters, da Rohheit, Grausamkeit und Sittenlosigkeit mehr als jetzt die edelen, reinen Gefühle der Menschen zurückdrängten, der Menschheit vor. Und wenn die Eriehung des Menschengeschlechts immer größere Fortchritte gemacht hat, wenn die Menschen humaner, sittlicher, milder, gerechter, aufopferungsfähiger geworden, so gebührt auch Israel ein Theil des Verdienstes, an dieser Verfeinerung und Veredelung der Menschenracen mitgewirkt zu haben. Abrahm ist O’u pon d«*, „der Stammvater der wogenden Völkermenge" geworden; sein erhabenes Vorbild hat die Menschheit gelehrt „menschlich liebevoll" zu sein. Auch in der Brust der übrigen Menschenfamilien ist ein Strahl göttlicher Liebe und göttlichen Erbarmens rege geworden und hat ihr Herz gerührt, daß sie Mitleid und Mitgefühl empfinden gelernt. Und die Erkenntniß Gottes ist in weitere Kreise gedrungen. Die Israel gewordene Offenbarung am Sinai ist immer mehr zur Anerkennung gelangt und zur Grundlage der menschengesellschaftlichen Ordnung geworden. Das Wort jüdischer Propheten, jüdischer Sänger, hat auch der übrigen Menschen Gemüth und Geist ergriffen und ihnen ein Lebensideal gezeigt, welches Reinheit der Gesinnung und der Sitte zur Vorbedingung stellt. Auch in den Hütten und Palästen der übrigen Menschen wird Keuschheit und Tugend gepflegt. Und das Beispiel der Abrahamssöhne hat zur Nachahmung begeistert; werkthätige Menschenliebe feiert ihre Triumphe in den Krankenhäusern und auf den Schlachtfeldern unserer Gegenwart. Auch die übrige Menschheit beginnt ..diesen Weg Gottes" zu wandeln „und Milde und Gerechtigkeit zu üben." So wird die Menschheit immer mehr "«1, immer würdiger, immer ähnlicher dem Ideale, welches von Israel ihr vorangetragen wird; — die drei Tugenden, welche das Charakteristikum der Semiten bilden, glänzen in immer hellerem Strahle auch um das Haupt der andern Volksstämme. Diese Erkenntniß wollen wir uns nicht trüben lassen durch die unerfreulichen Erscheinungen des Tages; wollen unerschütterlich festhalten an der Verheißung Gottes: o-'N 'brr tos»' D’öj; nnti 'jw 82' ’pns 3np iPn” n?' „Meine Gerechtigkeit ist nahe — schon zieht Mein Heil herauf und Meine Macht wird die Völker richten. Auf Mich hoffen die Nationen und harren Meiner Waltung." Jesajah 51, 5. Ein Abglanz der göttlichen Gerechtigkeit p-12, ist die von Menschen zu übende Milde: Das göttliche Heil ist für die Menschheit angebrochen, seitdem Abraham in die Welt eintrat und seine Nachkommen, die Semiten verpflichtete .02^01 npis» rottfjo P th -ictcö Die Menschheit schließt sich immer mehr dem Beispiele Israels an und reist dessen und ihren: Ideale entgegen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz. Der „Verein zur Unterstützung ortsangehöriger, israelitischer Schulkinder" hielt am 29. December v. I. am Schluffe des zweiten Vereinsjahres seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Verein darf auch diesmal mit Genugthuung auf das verflossene Vereinsjahr zurückblicken, denn wiederum sind Fortschritte zu verzeichnen, die es ermöglichten, eine größere Anzahl Kinder zu unterstützen als im Vorjahre. Die Zahl der Mitglieder ist bis jetzt bis auf 206 gestiegen. Die Einnahme bettug M. 1755. 38, die Ausgabe M. 1683. 89. Unterstützt wurden 26 Kinder (20 Knaben und 6 Mädchen), die verschiedenen Schulen angehören. 20 Kinder erhielten Schulgeld, Bücher, Schulutensilien und Kleidung, 6 Kinder Bücher, Schulutensilien und Kleidung. Das monatliche Schulgeld erreichte die Höhe von M. 104. Die Zahl der Schulbücher, welche den Kindern leihweise überlassen wurde, betrug 90. — Mögen diese

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