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Der Israelit · 1881-01-05 · Heft 1 (5.1.1881) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 1 (5.1.1881)
Date
1881-01-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 durch die Thatsache ihrer Existenz die Allmacht Gottes, des Herrn der Welt, des Vaters der Menschheit, welcher in die Geschicke der Erdensöhne mit starker Hand eingreist, den Schwachen zum Schutz, dem gewaltigen Unterdrücker zur Vernichtung. Er hatte in Aegypten die Sclavenkaste als sein Kind, als seinen erstgeborenen Sohn von dem mächtigen Herrscher reclamirt, und er vernichtete die Tyrannen, und er führte zur Freiheit den Knecht. Fortan verblieb das semitische Jsraelitenvolk sein; „er führte es heim, er pflanzte es ein in das Gebirge seines Erbes in die Stätte, welche seine Waltung bezeugen sollte, als das Heiligthum, welches er sich gestiftet — und Er lenkt und leitet die Menschheit zu dem, dem blöden Erdenauge verhüllten, von seiner Weisheit und Vaterhuld aber längst bestimmten Ziele! Und so führt Er noch heute „Sein Volk" Israel, das sich Ihm in treuem Gehorsam zu eigen gegeben, das Seinen Namen und Sein Gesetz der Menschheit verkündet vom glühenden Süd bis zum in Frost starrenden Nord.'- Der Israel von Pharaonenhaß und ägyptischer Verfolgungswuth zu retten vermochte — der errettet es zu allen Zeiten — Er beschützt es auch heute - Zeitungsnachrichten und Correfporrderizen. D e n t s ch l a it d. Mainz, 30. Dezember. Welcher verwerflicher Mittel sich die Judenfeinde bedienen, um das deutsche Volk gegen die Juden aufzuhetzen, davon liegen uns einige eklatante Beispiele vor. Von Berlin aus wird uns ein Flugblatt zugesandt, auf welchem sich ein Auszug aus einem Artikel der „Berliner Bvrseuztg." befindet, der vvn dem Weihnachtsfeste mit wenig Ehrerbietung spricht. Daran wird die Mahnung geknüpft, die „Judenblätter" abzuschaffen. Auf der Rückseite des Flugblattes steht, mit Bleifeder geschrieben, Folgendes: „Was sagen Sie zu Umstehendem, Herr Rabbiner? Wir sind gespannt, wie Sie diese Infamie eines fleißigen (?), friedlichen (?????), nützlichen (????) und wehrlosen (?) Völkleins an der Hand der Wissenschaft und Geschichte in Ihrem „Israelit" beurtheilen werden!" -Wahrlich, die Vertheidigung der Juden gegen die obigen Beschuldigung wird uns nicht schwer. Es genügt die Mittheilung, daß der Eigenthümer der „Berliner Börsenztg." sowie sämmtliche Redaeteure derselben und auch der Verfasser des in Rede stehenden Weihnachtsartikels Christen sind. So werden die Juden für Dinge verantwortlich gemacht, welche sie gar nichts angehen. Was soll man zu solch' abscheulichen Manövern sagen? Ein anderes Beispiel ist folgendes: Von befreundeter Hand wird uns die Nr. 50 des judenfeindlichen Witzblattes „Die Wahrheit" zugestellt. Die letzte Seite derselben zeigt uns ein Bild, welches Haß und Neid gegen die Juden erregen soll. Darunter steht wie folgt zu lesen: „Binnen zwei Decenien wird der Ackerbau in Galizien sich zum großen Theil in den Händen der Juden befinden. Auch hierin sehen wir das Walten der Vorsehung mit dem beständigen Schutz für unser so viel duldendes jüdisches Volk. (Aus der Zeitschrift: „Der orthodoxe Israelit" Jahrgang 1878)." Wir können uns wohl unfern geehrten Lesern gegenüber die Versicherung ersparen, daß der citirte Satz niemals im „Israelit ' zu lesen war. Mit solchen Unwahrheiten sucht die „Wahrheit" (??????- das Volk gegen die Juden aufzuhetzen. Derlei falsche Eitate, von Judenfeinden ersonnen, bringen dann die Herren Bachem und Stöcker auf die Tribüne des Hauses der Abgeordneten!!! Den Redacteuren der sogenannten „Wahrheit" rufen wir — ähnlich wieder Prophet Jesaias — zu: „Wehe Denen, welche die Lüge Wahrheit nennen!" Wrirzbnrg. Endlich ist die längst erwartete Regierungs-Entschließung betreffs der Wiederbesetzung der hiesigen Rabbiuatsstelle erfolgt und an die zunächst Betheiligten zur Eröffnung gelangt. Es ist ein sehr umfangreiches, den Gegenstand eingehend behandelndes Aktenstück. Die verehrlichen Leser des „Israelit" werden sich aus dem Berichte über die am 13. Mai dahier stattgefundene Wahl erinnern, daß von den über 700 Stimmberechtigten aus den: diesseitigen Rabbinatsbczirk über 600 ihre Stimurc abgegeben und zwar etwa 333 für H. R abbin ats- Verweser Nathan Bamberger dahier und 303 für H. Dr. Koref, Rabbiner zu Rawitsck. Nach Abzählung der Stimmzettel verkündete der k. Wahlkommissär das provisorische Resultat, wonach Bamberger gewähtt sei. Durch diese frühzeitige Verkündigung wurde die Majoritä des Wahlausschusses, welche aus Koresianern bestand, veranlaßt, bei der Prüfung der B.'schen Wahlzettel möglichst viel auszuscheiden und fand die nächste Gelegenheit hiezu in 43 Zetteln, die nur Vor- und Zunamen, nicht aber Stand und Ort trugen. Auf diese Weise gingen für B. 43 Stimmen verloren und das nachträgliche Resultat war 303 Stimmen für Dr. K., 290 Stimmen für B. Der k. Kommissär erkannte das Urtheil der Ausschuß-Majorität für maßgebend und erklärte K. für gewählt. Die Minorität des Ausschusses legte sofort, und die B.'sche Partei später bei der k. Re-

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