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Der Israelit · 1879-12-31 · Heft 53 (31.12.1879) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 53 (31.12.1879)
Date
1879-12-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1397 nimmt; die wissenschaftliche Gediegenheit, mit welcher sie die hohlen Phrasen eines Marr und seiner Genossen widerlegt, sichert ihr einen bleibenden Werth. Der Vers, hat sich der Mühe unterzogen, aus den zwei bekannten Marr'schen Schriften die Grundgedanken als Lehrsätze auszuziehen; da ist es denn eine Freude zu sehen, wie unter dem Lichte der Geschichte sich all' die Marr'schen Behauptungen in Dunst und Nebel auflösen. Doch nicht damit allein hat der Verf. sich begnügt, sondern überzeugend wird aus dessen Schriften selbst nachgewiesen, wie ihnen das ProteuSartige des Schreibers anhaftet; er weift nach wie der „konfessionslose" Marr das „Germanenihrun" mit „Christenthum" verquickt und durch diese Escamotage sich diejenigen zu gewinnen sucht, die den „Confessionslosen" von sich weisen würden, aber dem für den christlichen Staat Schwärmenden zulächeln. Der Mann, der früher von der „verjudeten Presse" zurückgewiesen wurde, der er Artikel gegen die Ultramontanen eiusandte, wird jetzt von der „Germania" wie ein Kirchenvater citirt! Wohl bekomm's! Es ift dem Verf. kein Punkt entgangen, er läßt den Marr an keiner Stelle durchschlüpfen; da helfen all' die landläustgen Phrasen nichts, da heißt's: Rede stehen! und das klare Zeugniß der Geschichte widerlegen! Herr Stern weiß mit dem Herrn Marr ein Wörtchen über den „jüdischen Realismus" zu sprechen, und weiß' ihm zu zeigen, wo der Realismus denn eigentlich steckt. Er weiß ihm auch die Quelle des Judenhasses zu zeigen, daß dieser nicht durch niedere und gemeine Eigenschaften der Jaden hervorgerufen sei, sondern durch ein Einstehen für eine Idee, für eine Ueberzeugung, die an und für sich schon im Stande ist, all' das Gerede vom jüdischen Realismus Lügen zu strafen. Auch in der Wucherangelegenheit weiß Herr Stern ein kräftiges Wörtlein zu reden, und ohne die jüdischen Wucherer in Schutz nehmen zu wollen, weist er aber nach, daß die Juden den Wucher nicht gebracht, sondern ihn vorgefunden haben, daß von Regierungen bisweilen die Hilfe der Juden in Anspruch genommen wurde, um den hohen Zins zu drücken, und daß die Germanen dem Wucher gar nicht so fremd seien, sondern dem Wucherwesen ein Contingent stellten, das Wuchergeschäfte treibt, zu denen jüdische Wucherer wohl selten oder gar i nicht ihre Hand bieten würden. Alles Dieses ist Hdurch Daten belegt. * Was Marr über Verjudung der Presse, der Merichte, der Gesetzgebung n. s. w. sagt, wird ad Jabsurdum geführt. Wer nur den Willen hat, Gichtig zu urtheilen, wird nach Lesen der vorlie- Henden Schrift eingesehen haben, was es mit dem Wuthgehenl der Judenfresser auf sich hat, daß die i ganze jetzt in Scene gesetzte Judenhetze nichts ist! als die Lust, die Welt aufzuregen, nichts ist als 1 eine Züchtigung, die dem Liberalismus ertheilt werden soll, und die ihren Math nur findet in der Kraft, recht dreist lügen zu können. Im Interesse der Wahrheit wünschen wir der herrlichen und geistvollen Schrift die weiteste Verbreitung. Zeitungsnachrichten und Correspondenzerr. Deutschland. Würzburg. Wie ein Inserat Ihrer sehr geehrten Zeitschrift den gesch. Lesern mittheilte, war auf den 16. d. M. die zweite Versammlung unseres jungen Lehrervereines für Franken man mm ’p-ino* noPo dahier anberaumt. Dieselbe war des eisig kalten Wetters ungeachtet recht zahlreich besucht. Die Besprechung währte von Vormittags 9'/- bis Mittags 1 Uhr und wurde der Statutenentwurf nochmals besprochen und die Vereinssatzungen endgültig bestimmt. Die lebhaften Debatten zeigten so recht, wie berechtigt die Gründung dieses Vereines und welch reges Interesse für denselben bei unfern College» anzutreffen ift. Nach Berathung des Statutenentwurfs einigte man sich über die Zeit der ersten Generalversammlung, welche Donnerstag, den 6 Mai hier stattfinden soll. Bis dahin ist eine provisorischeVerwaltung eingesetzt worden, bestehend aus deu H. H. Schuldirektor L. Stern, hier (Vorsitzender); N. Eschwege Höchberg (Schriftführer); L. Benario hier (Cassier); Klein, Veitshöchheim; RooS, Werneck; Oppenheimer, Theilheim und Freudenberger, Heidingsfeld (Beisitzer); I. Schlenker, M. Unna, Lehmann, hier und Buttenwieser, Rimpar (Ersatzmänner). Die Mehrzahl der Versammelten fanden sich hierauf zu einem gemeinschaftlichen Mittagessen in Restauration Linz ein, das durch Einfachheit, heitere, ungezwungene Unterhaltung, mm nm und Gesang den Stempel echt jüdischer rviipO an sich trug. Möge sich nun bei diesem Verein, der mit Januar 80 erst in Thätigkeit tritt und dem schon über 70 Lehrer '"21 '"a beigetreten, aufs schönste bewahrheiten, iws rnrc" ^rv-inw -ijjsö -jo'iwn '»m! E.

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