Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 53 (31.12.1879)
- Date
- 1879-12-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1396 Bei genauer Untersuchung *) findet man viele Momente, die für diese Vermuthung sprechen. Folgendes haben die Gezeichneten gemein. 1) Die Namen. Der eigene sowie der Vatersname ist bei dem Rabbiner von Paris, wie bei Treveß derselbe; Jochanan b. Maihatia (einerseits Riwasch, Duran u. Riete; anderseits Beth Joseph Joredea am Schluffe snach R. Jacob Weil Darke Mosche 376]). 2) Hoden beide die Heimath gemein. Von beiden wissen wir, daß sie Franzosen waren; der eine war Rabbiner zu Paris; der andere nennt sich Treveß oder aus Troyes; auch b. Jachia Schalschelet zählt R. Jochanan Treveß unter die französischen Gelehrten; 3) stimmt bei beiden überein, die spatere Niederlasiung der Familie in Italien' Von dem Rabbiner von Paris und seiner Familie berichtet dies Rieti; von der Familie Treveß, b. Jochia;. 4) stimmt auch die Zeit. R. Jochanan von Poris starb 1425» (Rieti) und R. Jochanan Treveß wird von dem in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts lebenden R Jacob Weil als Gewährsmaun angeführt; auch der etwas jüngere R. Joseph Kolon sagt Resp. Nr. 63 von Treveß, daß er einer früheren Generation wjepk* nn: angehöre; 5) wird beiden eine gleich hohe Bedeutung als Talmudist beigelegt. Daß N. Jochanan von Paris eine Autorität ersten Ranges war, sagt uns Rieti; auch aus N. Simon Durans Worten i.nnSE' pni’ wissen wir, daß sein Nus bis Algierien drang; N. Jochanan Treveß war es nicht minder, R. Jakob Weil ciurr fein Gutachten , R. Joseph Kolon nennt ihn mn nsio *> Tic irrraljnutc; lehrt, wie vorsichtig man hierbei zu Werte gehen must; es sind nbon io oft in dieser Hinsicht dombütationctt gemactn morden, deren UtibaUbavfctt 'ich gleich bei der ersten Untersuchung herausstettle. To werden auch zwei Zeitgenossen unseres :>e. jochanan :>(. Menacbem von Merseburg und R. Menactn'»l b. PrimhaS Meil Zedek, von t^räst ((reich. B. Y1IT. S. 1401 für rin lind dieselbe Person erklärt, während R. Ioimi galt (n"p* ln einer .daiarfm zwei divergireiide Aiifichteu mittheilt, die eine von N. Menachem aus Merseburg und die andere von?,, Menachem '.\Ueil ^ebef. 'hienn Grätz sich wegen seiner Behauptung ans :K. Inda iUüu; (:Uc)p. 9lr. 13) bernsl. so hat er die betresfende Stelle nicht richtig verstanden. ch. I. Alün; schreibt dort, dast er die Verordnung des R. Menachem v. Merseburg, betreffend , nicht kenne, denn der von den Fragestellern ans einem Werke des llc. Menachem von Merseburg copirte Brief -p'rj; mst ‘)nx p8 .... u->n rru nr^ *2;\s-?22 «sn ~'r2' Tn.-i-rv piy D“j2 V'.'i P DH10 J".\2 beweise nur, dast üi. M. v. M. um die Aushebung des px'r2 angegangen worden >ei, nicht aber, dast er ihr zugestimmt habe. Wir sehen, dast lli. rstienachcin Meil Iedek (sorresponoem und vielleicht auch Schüler des :K. '.Üicimthcm von Merseburg. aber nicht R. Menachenr von Merseburg selbst gewesen in.! Daß zwei gleiche Capacitäten derselben Wissen, schaft mit gleichen eigenen und gleichen Vatersnamen, zu gleicher Zeit in einem Lande gewohnt hätten; und später nach gleicher Richtung ausgewandert j wären, würde meines Wissens ein Fall sein, für : den die Geschichte kein zweites Beispiel aufweisen j könnte. Dies läßt uns deshalb glauben, daß R. Jochanan v. Paris und R. Jochanan Treveß ein und dieselbe Person sind. Die Anwesenheit des! R. Joseph b. Jochanan in Konstanz, die unfern! Verfasser einigermaßen zu befremden scheint (Note - 47) wird uns nunseitdem wir wissen, daß R.! Joseph ein Treweß war, erklärlich, da ein Zweig! dieser Familie sich in Konstnnz niedergelassen hatte; (Note 50). Außer dem oben erwähnten Gutachten ist uns noch ein zweites in snn nyp (ich kenne die Stelle nur aus isp ro iv «psn nropj) erhalten, dasselbe ist an N. Jacob Möln gerichtet und Jochanan b. Mathatia unterzeichnet. Rabbinowitz soll in der Vorrede zu seinem ongio »pnp-j über R. Jochanan von Paris sprechen. Ich besitze aber dieses Werk nich!; auch Grätz Monatsschrift v. Jahre 1877, woselbst von R. Jochanan Treveß II. die Rede ist, habe ich nicht zuc Hand. Memel, im Elul 5639. F. Behr. Literarischer Bericht. Von 8. Die Lehrsätze des neu germanischen Judenhasses mit besonderer Rücksicht aus W. Marr's Schriften. Historisch und fachlich beleuchtet von Lu dwig Stern. Würzburg 1879. (Stahel.) IV u. 63 S. 8". In dem traurigen Kampfe, den nach kaum neunjährigen Bestehen das geeinte deutsche Vaterland unter seinen Bürgern entbrennen sieht, in dem Kampfe, durch den die deutsche Judenhelt, unbekümmert darum, daß sie die Probe ihrer LandeSzugehörigkeit, ihrer hingebenden Vaterlandsliebe durch Blut besiegelt hat, aus der Gemeinsamkeit, der sie allgehört, hinausgehetzt werden soll: nimmt die oben genannte Schrift eine bedeutsame Stellung ein. Sie gehört nicht zu denjenigen Erschei" nungen der Literatur, die nur tagesgeschichtliche Bedeutung haben, eine Bedeutung, die aufgehört haben wird, wenn die Wuth verrauscht und die Geschichte über den grimmigen Judenhaß, der sich augenblicklich so breit macht, zur Tagesordnung übergegangen sein wird; —.sie hat vielmehr geschichtliche Bedeutung, und die wissenschaftliche Grundlage, von welcher aus sie den Kamps auf-