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Der Israelit · 1879-12-31 · Heft 53 (31.12.1879) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 53 (31.12.1879)
Date
1879-12-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1395 um nur nicht mehr als Juden erkannt und zurückgewiesen zu werden. Was haben Sie erreicht? “iiDm rn, sie sind noch verächtlicher in den Augen ihrer Verächter geworden und mußten eS werden. Warum sollen die Scheelsucht und der Haß das Judenthum achten, wenn ihm seine eige. nen Söhne verächtlich den Rücken kehren? Sie haben geglaubt mit dem Judenthum auch aller Borurtheile ledig zu sein, unter denen der Jude zu leiden hat, und haben nun ihr Judenthum eingebüßt, aber die Borurtheile sind geblieben. Sollten diesen wirklich Bemitleidenswerthen die neueste Judenhetze nicht die Binde von den Augen reißen, und sie lehren, daß auf diesem Wege ihnen kein Heil erblühe? Aber von den Fahnenflüchtigen abgesehen, es thut uns alle Noth, uns zu sammeln und zu besinnen. Es gibt hierzu aber keine geeignetere Institution als die Fasttage und die Gedanken, welche sie in jeder empfindenden jüdischen Brust wecken. Der zehnte Teweth ist der erste in diesem ernsten Cyclus. Möge seine Bedeutung uns so erfassen, daß dem Niedergang Israels, den er uns in die Seele ruft, endlich wieder der Aufschwung folgen könne, so daß mit dem n'tpyn tpmn das -nDm i^.-i sein Ende erreiche. N’"dd ^Literarischer Keucht. (Schluß aus vor. Nummer.) Die in Note 17 gegebenen Erklirungen des Ortsnamen N'Dun« scheinen sämmtlich nicht zutreffend. In einem Buche, wo man Mittheilungen über R. Meir von Rothenburg kaum erwartet in n"-,tp fand ich (Theil I, Nr. 290) iBDai -DJ rO’PD T21DD ID Dl DJ »PNSD ITDtP HI JCO"tCT) •di Din ^nn ^ttn rwy mn iedh rnJDtt'N p*UDn by N’D'.jtnnD tpDnj Mko -)dd V'd Der Name N’Ditcnn ist also correct geschrieben. Man kann ihn nicht als Corruptel für Ensisheim oder Wasserburg erklären; aber auch die Auflösung in „Ober-Schwaben" läßt die Stelle nicht zu „In Ober - Schwaben auf dem Thurme" ist ja keine vernuftgemäße Bezeichnung. R. Mose äi Frani l. o. citirt ferner aus dem erwähnten tp"Dt0n folgende Stelle [iniDn d'dd] -)t&k”“od 'mhd ntpy?dip und identificirt diesen Ort mit n'Dww. Die richtige Auflösung dieses Namens wäre zu wünschen. Es ist möglich, daß der Ort in der Nähe von Ensisheim zu suchen ist. War vielleicht N’DiKnn oder i die Stadt, zu der Burg Ensisheim gehörte? In derselben Note wird nach Zunz das Resp. Joseph Kolon Nr. 63 angeführt, in welchem R. Salomon jSpira genannt sein soll. Diese Rcsponsensammlung ist mir gegenwärtig nicht zur Hand, die qu. 'Stelle ist aber bei mir copirt und da lautet der Name Samuel Spira. Auf einer Seite muß also ein Versehen beim Abschreiben vorgekommen sein. In Note 47 spricht der Verfasser über den in Constanz gestorbenen R. Joseph den Jochanan und sagt unter Anderm „Für die Behauptung, daß er, (Joseph) 1430—35 in Kärnthen (Brüst) gelebt, finde ich keinen Beleg". Ich habe zwar Brülls Jahrbücher nie gelesen, aber vermuthe, daß die Stelle bei Jsserlin (?"d d’pdd V'nn) Herrn Brüll als Quelle gedient hat. Diese lautet: -pisiDD nDz6 ’nv’Dp ronns n:w nwbv nny m 'D DnDi yui^yp rJHD/ -)-nD!PiND b“i «"-.ne nbv ]DT imHD DtP DtP’tP 'N21L7I Ich meinerseits halte aber die Annahme, daß unter 'nsiLn '"in R. Joseph b. Jochanan gemeint sei, für nichtwahrscheinlich. Jsserlin fügt dem Namen ^"i.iv das Wortb"l bei, während er solches bei ve-isn nn nicht thut, ein Beweis, daß letzterer damals noch lebte. Nun hat Jsserlin dieses Resp. 30 Jahre nach feinem •. «tritt des Rabbinats in Marburg, also in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts (Grätz VIII. S. 220) geschrieben, um welche Zeit aber R. Joseph b. Jochanan nicht mehr unter den Lebenden war. (Riete bei Grätz l. c. p. 76). Auch Jsscrlins Worte, -hdp ’jco nntn bm bj"n ntctnnm djrV?tp'tp \-orci djh nj’nj zeigen, daß unter '"m ein jüngerer Zeitgenosse, und nicht unser R. Joseph gemeint sein kann. Ich glaube daher, daß hier eher R. Joseph Kolon in Betracht komme, der oft als Franzose bezeichnet wird. Es sei gestattet eine Bermuthung auszusprechen, die im höchsten Grade wahrscheinlich ist; die Bermuthung nämlich, daß der in Note 47 genannte R Jochanan Oberrabbiner von Frankreich mit dem Note 17 genannten R. Jochanan Treveß idevtisch ist. Es ist auffallend, daß eines so bedeutenden Rabbinen wie R. Jochanan von Paris, in den Werken jener Rabbinen aus der deutschen Schule mit keinem Worte Erwähnung geschieht, während er von ferner stehenden Gelehrten mehrfach 'genannt wird. (R. Isaak b. Scheschet und Rieti vergl. auch Resp. Simon Duran III. 78, woselbst eine Erklärung zu eimr Talmudstelle im i Namen der Großmutter des R. Jochanan angc-; führt wird.) Solche Betrachtung führt nun zudem Schluffe, R. Jochanan von Paris mit R. Jochanan Treveß zu identificiren.

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