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Der Israelit · 1879-12-31 · Heft 53 (31.12.1879) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 53 (31.12.1879)
Date
1879-12-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1394 hältnisse zu brechen, die Fäden zu zerreißen, die sie an ihr ungöttliches Leben knüpfen. Mit der Ahnung eines reinen, ungetrübten Glückes im Herzen, und mit dem schreienden Weh eines rastlos keuchenden, in ungöttlichen Bahnen sich windenden Lebens, steigern sie noch die Zerfahrenheit, der sie Herr werden wollen. Da ruft uns der zehnte des zehnten Monats das Gedächtniß der Väter in die Seele, ihre Größe und ihren Fall mit deren Ursachen, und ladet stillschweigend die späten Enkel zur Prüfung ihrer eigenen Lage nach dem untrüglichen Maaßstab, den ihnen das Geschick der Väter bietet, ns wy dji ln^sm ms '« 'ns mvs n ms« So lange die Väter auf Gott vertrauten, waren sie groß und waren sie glücklich, und trugen auch Früchte! Groß und glücklich! Wie ist doch diese Vereinigung so selten ge. worden in unserer fortgeschrittenen Zeit, daß der Blick unwillkürlich gefesselt wird, wenn er sie in unserer Selichoth findet! Für uns bedeutet doch jede Größe einen Verzicht, eine mehr oder weniger schmerzvolle Entsagung des Glückes. Unsere Staaten erlangen und erhalten ihre Größe durch Waffengewalt, das heißt, indem sie gezwungen sind, in das Lebensglück ihrer Familien einzugreifen, ihnen die edelsten, kräftigsten Träger zu entziehen, um so auf Kosten des Familienglücks die Größe des Staates zu ermöglichen. Nicht anders ist es im kleinen, täglichen Leben. Die Großen, die beneideten Großen wissen es am Besten, wie viel Sorge und Entbehrung ihrer Größe anhaftet, auf wie Vieles sie verzichten müssen, um groß zu sein, groß zu bleiben, ja oft nur groß zu scheinen. Reichthum und Ehre, Würden und Auszeichnungen können den Menschen groß, aber nicht glücklich machen. Glücklich ist doch nur Derjenige, dem es leicht fällt, auf Anerkennung und Größe zu verzichten, der sich zufrieden fühlt in dem bescheidenen Kreise, in welchem sich fm Leben bewegt; sie vereinen sich «ur schwer, die Prädicate: irpssm ihm Die Riesenfortschritte, die der Menschengeist gemacht hat, haben dem Menschen nur neue schwere Sorgen, aber das Glück nicht gebracht, das unsere Väter neben ihrer Größe aus ihrem Gottvertrauen zu gewinnen 'verstanden. Ihr Glück war ja nicht ihr Glück, sie konnten sich gar kein Glück denken, das sich nur auf sich beschränkt. Wie sie den Vater aller Güte den srns? siu nannten, so gab's für sie kein lnmy.n ohne ns niffj/b, ohne dieses Glück Früchte tragen und so auch andere an ihrem Glücke cheilnehmen zu lassen. ns wy oji Ja, sie haben auch Früchte getragen! Groß dünkt sich unsere Zeit und schaut verächtlich auf die Alten und ihr Glück nieder, das sie doch nicht einmal zu begreifen, geschweige denn zu erreichen vermag. Sie ist groß und reich an Worten und schönen Phrasen, dagegen so arm an Thaten, an wirklich edlen Thaten, an Früchten, durch welche man sie erkennen und anerkennen könnte, daß wahrlich die Söhne unserer Zeit keinen vernünftig zu begründenden Anlaß haben, geringschätzig auf die Väter und ihre Zeit herabzublicken. Die Institutionen, Stiftungen, Vermächtnisse und Legate — D’Siö nnsn nannte man dies Alles bescheidener einfacher Weise, weil ihre Stifter noch nicht so leicht mit dem „Worte" spielten, weil ihnen jedes Wort eine That bedeutete, eine gute Thal aber sie nicht mehr als ein gutes Wort kostete — die Anstalten, die aus der Väter Zeit in die Gegenwart reichen, bezeugen doch, wie ihnen am Herzen lag, noch über ihr Grab hinaus die Früchte ihres Glückes Denjenigen zu überlassen, die sich daran laben wollen. Warum werden diese Li'SD Dnsn so selten und immer seltener in unserer Zeit? Weil selbst Diejenigen mnuni iinIN nicht das Bedürfniß empfinden ns rwjn. Dagegen hat das zeitgenössische Geschlecht die Keime des Verfalles, die schon in den Tagen der Väter zu Tage getreten waren, in sich ausgenommen und in so erschreckender Weise bei sich ausgebildet, daß schon eine zweite Generation für die Wahrheit der Worte eintritt: mrj/n anin ny -iidhi ")6n rn nps iay isSm >mm nj/t^ Abdrängen von dem von Gott gewiesenen Pfad ließen sich ganze Gemeinden mit ihren Führern , gaben dasjenige, was sie vom Judenthum übrig behielten, dem Ungefähr und dem Zufall Preis, oder behielten vielmehr vom Judenthum nur so viel übrig, als der Zufall eben wollte, rechneten mit ihrem Judenthume nicht als mit einem Factor, der das ganze Leben gestalten und beherrschen müsse, sondern ließen sich ihr Leben von ganz anderen Rücksichten und Ansichten bestimmen, und ließen dem Judenthum in diesem ihrem Lebensplan nur so viel Raum, als eben zufällig übrig blieb, kurz sie gaben ihr ganzes Judenthum dem blinden Zufall Preis, und hofften dennoch, ja hofften erst recht, auf diesem Wege, groß zu werden und glücklich! Wie haben sich doch die Bundesbrüchigen verrechnet! Sie haben mit ihrem Hort gebrochen und sich in nichtjüdische Kreise gedrängt, haben eine jüdische Sitte nach der anderen abgestreift

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