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Der Israelit · 1879-12-24 · Heft 52 (24.12.1879) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 52 (24.12.1879)
Date
1879-12-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JuL?n @ beso Intii' Müh E?aifi iröe. war «et; : Ei Stali neo eeigi lrcrii ein!s B - V> nt, m. I Jnq veri i. Q r » gesck Scuq m n SDi 1 -8, ft iE i V in o a stlici tbctt. 3 erb: m < Mer »6 - rt ei >t, t hieli -arl 32, )ach! •1 XX. Jahrgang. Erste Leilagc zu tlr. 52 -es Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Bon den Ufern de- Erlbache-. (Schluß.) Besonders belehrend ist der § 5 dieser Synagogen« Ordnung: „Während des Gottesdienstes dürfen sich „nur der Cantor und die zur Thora zu „Rufenden mit dem Gebetmantel (n^is) bekleiden , und können nur Diejenigen zur „Thora gerufen werden, die anständig ge- „kleidet sind." Nach § 17 dürfen auch die Leidtragenden oder die den Todestag ihrer Eltern Feiernden mit einem Gebetmantel bedeckt fein. Aus der Fülle dessen, was der denkende Jude bei solchen Bestimmungen einer sich Synagogen- Ordnung nennenden Synagogen-Unordnung empfindet, möge hier Folgendes seine Stelle finden. Gottes heiliger Wille schreibt Fäden für jeden Zipfel eines viereckigen Gewandes vor. Der Zweibrückener Synagogen-Ausschuß verbietet es, sogar während des Gottesdienstes. Warum? Nun, die Bestimmung der Zizoth ist: durch ihren Anblick sich Gottes Gesetze in Erinnerung zu rufen und das ist in Zweibrücken störend oder mindestens überflüssig. Zizoth mahnen den Juden, nicht seinem Auge und Herzen zu folgen; wer aber herzlos ist, kann seinem Herzen ohnedies nicht folgen, und wem der ganze Gottesdienst nur Ohrenschmaus und Augenweide ist, der muß gerade beim Gottesdienst seinen Augen folgen. Freilich lehrt der Talmud, wer auf das Gebot der Zizoth achtet, zieht Gottes Schechinah in seinen Kreis. Der Talmud? Der macht dem wohllöblichen Ausschuß der israelitischen Zweibrücker Cultusgemeinde wenig Scrupel, aber es ist dort doch auch ein Rabbiner, ein Breslauer sogar, von dem freilich nur ein Parteiorgan erzählt hat, daß er orthodoxe Reformen eingeführt habe? Nach dem Wortlaut dieser Synagogen- Ordnung darf ja selbst der Rabbiner nicht einmal während des Gottesdienftes ein rtragen! Hier hält nicht einmal jene Universalausrede für Alles, der bekannte „liebe Friede" her, daß der Herr Rabbiner etwa hinterher zu dem thalithlose Gottesdienste hätte deshalb Amen und Placet sagen müssen, um eben kein Wässerchen zu trüben. Die Synagogen-Ordnung ist nämlich, wie das Datum ausweist, älter als dir Amtszeit des Rabbiners, er hätte also, wenn er wirklich so orthodox fühlt, dem Frieden mit seiner orthodoxen Ueberzeugung, dem Frieden mit seiner Gemeinde gar nicht besser dienen können, als wenn er dieser feiner Ueberzeugung Rechnung tragend, auf eine Stelle verzichtet hätte, in der er sich dem Verdachte der Heuchelei um so sicherer auSgefetzt, je stärker der Geruch der Orthodoxie ist, den man UM ihn verbreitete. Bei solchen Zuständen ist es erklärlich, daß ein Breslauer in Zweibrücken Rabbiner wird, ein anderer bekäme ein solches Kunststück nicht fertig, orthodox mit einer solchen Synagogen- und Gebetordunng zu sein oder doch gelten zu wollen. Als Frankel wegen seiner Auffassung von min D’Dffn p bekämpft wurde, wurde unter nderem zu seinen Gunsten geltend gemacht, daß er das Talith doch über den Kopf ziehe. Dieser armselige Trost fällt bei seinen Schülern Dipontini Aeneris also auch weg! Die Vorschrift, anständig gekleidet zu sein, wenn man zur Thora gerufen wird, enthält, indem sie voraussetzt, daß die Gemeindemitglieder unanständig gekleidet die Synagoge besuchen, eine so flagrante Beleidigung der ganzen Gemeinde, daß man es der letzteren überlassen kann, sich deßhalb mit ihrem Ausschuß auseinander zu setzen. Die neue Zweibrückener Thora scheint jedenfalls noch nicht so allgemein von der Gemeinde anerkannt zu sein, daß man ohne Weiteres auf ein anständiges Entgegenkommen seitens der einzelnen Mitglieder rechnen durfte, und man muß dies ganz natürlich finden. Man irrt nämlich sehr, wenn man auf Grund der bisher mttgetheilten Proben, die neue Zweibrückener Thora nun für ein alltägliches Duodez- Thorachen hielte. Mag sie auch an Geist und Sinn mit der n»D nun wenig gemeinsam haben, an Ausdehnung scheint sie ihr, soweit diese Synagogen-Ordnung eine vernünftige Folgerung zuläßt, umS Dreifache überlegen zu fein. Sie brauchen nämlich dort drei Jahre um ihre Thora zu Ende zu lesen, oder wie man das vornehm

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