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Der Israelit · 1879-12-24 · Heft 52 (24.12.1879) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 52 (24.12.1879)
Date
1879-12-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1378 nennt, der dreijährige Cyclus ist dort eingeführt. Der betr. Passus lautet: „Das Vorlesen der Thora hat von mp D"in n'pxm an nach dreijährigem „Cyclus zu geschehen." Wir haben dem Leser den Wortlaut nicht vorenthalten zu sollen geglaubt, weil man doch selten eine solche Ankündigung von einem salbungsvollen i"yn begleitet zu finden pflegt. — Gegen selche pastoralkluge Aulschußweisheit sind doch selbst die Breslauer Stümper! In dem „der Gottesdienst 'in Id" überschriebenen Schlußcapitel wird übrigens zur allgemeinen Beruhigung beigefügt, daß trotz des dreijährigen Cyclus, dennoch alljährlich min nnop stattfi >den kann. Aus dieser Gruppirung scheint hervorzugehen, daß das min niDp-Fest in Zweibrücken am 'in bi-Abend gefeiert wird. Das ist eine sehr praktische Idee. Die Beschwerden des Fastens machen sich einerseits an diesem Abend noch nicht io fühlbar, während man anderseits wahrscheinlich an diesem Abend in Zweibrücken die Geschäfte geschlossen und so die nöthige Zeit zur mm nnst£’sf$eie* hat. — Wieso es aber bei dreijährigem Cyclus trotzalledem möglich ist, alljährlich »im ms» zu halt-n, ist hier nicht angegeben. Ich denke, dem Ausschuß hat eine Abhandlung von Lichtenberg vorgeschwebt, in welcher Diejenigen, welche am 2P. Februar geboren und daher in der traurigen Meinung sind, nur alle vier Jahre einen Geburtstag zu haben, mit ihrem Schicksal durch den Beweis ausgesöhnt werden, daß sie dennoch alljährlich den Tag ihrer Geburt feiern können. Wenn ich vom dreijährigen yclus höre, wundere ich mich immer, daß seine Gevattern, diesen Gedanken nicht conseq rent durchgeführt haben, daß sie z. B. mn dt , nwr. pni kurz alle Feiertage nicht ebenfalls nur alle drei Jahre zu feiern empfehlen, mp alle drei Wochen rc. rc. — Ich muß jedoch gestehen, daß die Zweibrücker Manier, wie sie sich aus der Synagogen-Ordnung ergibt, nämlich mehrere Feiertage auf einen zu vereinigen, noch viel praktischer ist. Aber ich sehe, daß meine Bemerkungen schon fast so lange sind, wie die ganze Synagogen- und Gebetordnung zusammen, und ich habe noch nicht einmal die Hälfte des Köstlichen vorgeführt, ja ich fühle es, daß ein solches Werk so zu schildern, daß jeder eine treue Vorstellung des Ganzen erhält, meine Feder zu schwach ist. — Habe ich doch selber die ganze Zeit geglaubt, der Cultus in Zweibrücken bestehe aus Gebet, Thoralesen, Orgelspiel, Predigt rc. und ersehe soeben aus dem § 20, daß die Cultusgemeinde-Mitglieder selber zum Cultus gehören. „Jedem Cultusmitgliede soll ein „Exemplar der Synagogen- und Gebetord- „nung zur Danachordnung zugestellt werden." Wahrlich, D'Pnp Din myn bi Also, nur das Allergröbste! Der Freitag-Adcnd-Gottesbienst beginnt mit Orgelspiel, in der Mitte ebenfalls Orgelspiel, während der y"p sanftes Orgelspiel. Anmerkung: Nach Ixip’ yop sprich: der Cantor laut mnxi, dann sanftes Orgelspiel." Es möge gestattet sein zu dieser Anmerkung, folgende bescheidene Frage anzumerken: Wenn die Ankündigung des dreijährigen Cyclus mit einem gottesfürchtigen i"yDn verbrämt wird, wäre dann zwischen mnxi und dem sanften Orgelspiel, nicht ein sanftes b'rn.ii am Platze gewesen? nnx po fällt aus; haben die Zweibrücker scheint's nicht mehr nörhig. nun nb ,nn nab und 1’P’liQ nm, die dasselbe Schicksal theilen, befinden sich also in guter Gesellschaft. Vom „Gottesdienst am Sabbatmorgen" genügen die zwei einleitenden Sätze, um sich den übrigen Nonseus von selbst ausmalen zu können, „rvinp wirb in der Frühe allein gebetet. „(D. h. gar nicht gebetet.) Der Hauptgottes- „dienst *p-D beginnt mit Orgelspiel." Nun heißt idid aber Zusatz-Gottesdienst in Zweibrücker Ausschußdeutfch: Nebengottesdienst, während nnnp der eigentliche Morgengottesdienst ist. Der Gottesdienst an Sabbatmorgen besteht also in Zweibrücken darin, daß der eigentliche Morgengottesdienst nicht abgehalten wird, dagegen nennen sie den Zusatz-GotteSoienst zu dem nicht abgehaltenen und also auch nicht zusetzungsfähigen Morgengottesdienst, Hauptgottesbienst und — last not least — beginnen ihn mit Orgelspiel. — Dann folgt noch ein wenig laute und stille Andacht mit lautem und sanftem Orgelspiel, und schließlich wird von den Leidtragenden ein P'ip auf diesen Singsang gesagt. 11.1 hat noch ein Plätzchen in ^oiq gefunden, (was sich die verehrlichen Cultusmitg lieber wohl bei den Worten denken: diu Id bi nx lbln? dagegen ist das ist der Razzia des hocbweislichen Ausschusses sämmtlich erlegen. Das muß eine Jagd gewesen sein, so wild, daß die sonst so langathmigen Sätze nicht nur den Athem, sondern sogar Prädicat resp. Subject verloren haben. Man überzeuge sich: „Anmerkung. An keinem der Sabbate, „an welchen früher ein isn» gesagt wurde, „wird mehr ein solches gebetet. Auch „BIPrfrK nicht/

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