Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1879)
- Date
- 1879-12-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1371 lt,?n?n ick e, irrr el )e n t. -d rt r, 's le rf r u s n r e i, n r. r n n n 9 “e n s r d 9 e n u h r rr 8 r gethan, dem wir damit geloben, dem leuchtenden Beispiele der Väter entsprechend unser ganzes Denken und Empfinden, unser Thun und Lassen huldigend zu Füßen zu legen, und uns dann unbekümmert um alles Andere von seiner fürsorgenden Liebe tragen zu lassen. Dieser Gedanke macht den urvON 'n jederzeit zu Und wenn wir auch nicht dem Ideal der Väter entsprächen, wenn wir weit ab wären von der sittlichen Höhe, aus der die leuchtenden Gestalten der Ahnen zu uns herniederschauen, gerade das no« nor steht uns bei, zu ringen und zu kämpfen und das Ziel sicher zu erreichen. m:iN non "om. Jede Liebesthat. die sie geübt, kommt noch dem spätesten Sprößling zu Gute, der bloße Aufblick zu ihnen gereicht ihm zum Segen. Je rauher uns daher die Gegenwart umfängt, je herzloser sie durch ihre Zurückweisung uns an Iden Ernst und die Bedeutung unserer Fasttage erinnert, um so sehnsüchtiger flüchtet sich der Jude zu seinen Vätern, lernt von ihnen hoffen und vertrauen, und sindet auf diesem Wege seinen alten Gott wieder als seinen Hort, als den einzig , festen Punkt unseres dem Wechsel und Wandel l! unterworfenen Lebens, ma 'n3 ipild o ’don. So führt der Gedanke an Gott über das Gedächtniß an die Väter, weil wir von ihnen erst Gott kennen und verehren lernen. „Einen Weinstock ließest Du aus Egypten emporranken." (Ps. 89.) „Warum", erläutert Rabbi Tamchuma im Midrasch, „ist Israel dem Weinstocke verglichen?" Wenn ein Weinstock veredelt werden soll, reißt ihn sein Herr aus seinem Boden und verpflanzt ihn in ein anderes Erdreich, das hat seine Veredlung zu Folge. Dasselbe ist bei Israel der Fall. Wie ferner der lebenskräftige Weinstock sich an abgestorbene Pfähle lehnt, so wird das ewig lebende Israel von feinen Tobten, seinen Vätern getragen. So sandte Elijahu am Karmelberge viele Gebete empor, daß Feuer vom Himmel falle, wie es heißt: Erhöre mich, o Gott, erhöre mich; aber die Erhörung wurde ihm erst als er! die Todten erwähnte, und Gott als den Gott < Abrahams, Jizchaks und Israels anrief. Da wurde er sofort erhört, da heißt es: das Feuer Gottes ■ fiel herab. Ebenso bei Moscheh. Vierzig Tage und vierzig Nächte plaidirte er zu Gunsten Js-; raels, als es jene That begangen hatte und fand i keine Erhörung. Sie wurde ihm erst gewährt als er der Todten gedachte. Denn erst als er gebetet . hatte: Gedenke Abrahams, Jizchaks und Israels, heißt es: und es ließ sich Gott erflehen, sich zu erbarmen. (Schemoth Rabbah 44.)! (Schluß folgt.) Literarischer Bericht. j Geschichte der Juden am Bodensee und Umgebung, i nach gedruckten und ungedruckten Quellen, dargestellt von Dr. L. Löwenstein (Gailingen). I. Theil. 1879. Im Selbstverlag des Verfassers. Dies ist der Titel eines vor Kurzem erschienenen 159 Seiten enthaltenen Buches. Dasselbe umfaßt die Geschichte der Juden in Ueberlingen, Konstanz, Schaffhausen und Dießenhofen von der Zeit ihrer ersten Niederlassung an diesen Orten bis auf die Gegenwart. Jeder Leser, der schon Gelegenheit hatte, eine ähnliche Arbeit, besonders eine solche, welche die Geschichte kleiner Gemeinden zum Gegenstand der Besprechung gewählt hat, kennen zu lernen, wird auch bei dem in Rede stehenden Werkchen im Voraus wissen, daß er sich nicht auf viel neue, überraschende Mittheilungen gefaßt machen darf. In der That sind die Vorgänge, die uns berichtet werden, keineswegs so ganz unbekannt und neu. Am Bodensee wie überall in Deutschland begegnen wir während der mittelalterlichen Roh» j heit und Barbarei, demselben Religionshaß, derj selben Verfolgungssucht, denselben Anschuldigungen j und denselben Schlächtereien. Hier, wie überall erlangen die Juden nach kürzerer oder längerer! Verbannung die Wiederaufnahme in die Städte,! erkaufen sich durch hohe Summen Schutzbriefe, erwerben Häuser, wohl auch eine Synagoge, treiben ihren Handel und — werden eines schönen TageS „gefangen" und „geschätzt" oder gar aus der Stadt gejagt.' Haben nun auch diese Schilderungen weder freundliche Erinnerungen noch den Reiz der Neuheit für sich, so dürfen wir dennoch dem Verfasser keinen Vorwurf daraus machen, und sagen, er hätte in der jüdischen Vergangenheit ein würdigeres Thema für seine Studien als die Geschichte einiger kleinen Gemeinden finden können. Man muß auch die Neigung eines Forschers für Local - und Special-Geschichte zu schätzen verstehen, und den, solchen Arbeiten auf diesem Gebiete zugewendeten Fleiß anzuerkennen wissen. Daß aber der Verfasser mit Fleiß und Umsicht das sehr zerstreute Material gesammelt, und auch nicht ungeschickt verarbeitet hat, dürfte ihm wohl Niemand absprechen wollen. Alle diejenigen Familien, deren Vergangenheit mit dem Schicksale der genannten Gemeinden eng verknüpft ist (über die viel verbreitete Familie Dreifuß S. 133—34) werden wohl nicht säumen, dieses Werk in ihr Haus einzuführen; aber auch