Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1879-12-17 · Heft 51 (17.12.1879) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 51 (17.12.1879)
Date
1879-12-17
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447797-2447847--17019-2473025
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1363 wesen. — Es geschah dies deshalb, weil in der That nichts Bemerkenswerthes vorgefallen ist, nichts in die Augen Fallendes sich ereignet hat. Doch entging dem aufmerksamen Beobachter nicht, daß diese junge Gemeinde, die zu Ehren Gottes gegründet wurde, nach Innen und Außen bedeutende Fortschritte zu verzeichnen hat und wenn auch still und bescheiden, so doch unentwegt einer fortschreitenden gedeihlichen Entwickelung entgegengeht. Sie hat nach Innen einen Zuwachs an achtbaren Mitgliedern zu verzeichnen und nach Außen die Achtung erworben, die der opferfreudigen Gesetzestreue gebührt und die zuletzt auch Andersdenkende ihr nicht versagen können. Mit dem 20. Kislew ist die Religionsgesellschaft n"3 in eine neue Phase glücklichen Gedeihens getreten. — Es ist dem einmüthigen Zusammenwirken des Vorstandes und hervorragender Gemeindemitglieder gelungen, ein schönes Haus mit großem Bauplatz in schönster Lage der Stadt zu erwerben, um ein würdiges yD'n'a’ nach X“Uoi pi zu errichten. Damit ist dem dringendsten Bedürfniß abgeholfen. — Alle religiösen Institutionen hatte die Gemeinde in best r Weise in den 10 Jahren ihres Bestehens hergestellt. — Aber die würdige Repräsentation im yj'n'D fehlte, denn der provisorische Betsaal konnte buchstäblich die Andächtigen nicht mehr fassen, und so ward der Anschluß neuer Elemente geradezu unmöglich gemacht. Wie nicht anders zu erwarte,', hat dieses Ereigniß eine freudige Begeisterung bei Jung und Alt hervorgerusen und wird ohne Zweifel einen Widerhall finden in den Herzen aller gefetzestreuen Jehudim Deutschlands, namentlich aber in den orthodoxen Religionsgesellschaften in Frankfurt a. M., Mainz, Berlin, Darmstadt, Wiesbaden, Bingen rc. re., denn eine solcbe Thatsache hat mehr als locale Bedeutung. Was in der Metropole Badens für das echte und rechte Judenthum, geschieht, ist Beispiel gebend für das ganze badische Land. Und so wird sich z. B. Bruchsal zweimal besinnen, ob eS durch leichrsinnige Einführung der Orgel in der neu zu erbauenden Synagoge daselbst, die Gesetzestreuen zum Austritt zwingen soll. So klein auch der Anfang solcher Gemeinden, sie haben eine Zukunft, ja wir können sagen, die Zukunft gehört ihnen. So rufen wir denn der glaubensmuthigen und opferfreudigen Gemeinde in Karlsruhe zu ddh’ n:p?nr! Und wenn auch der Schwierigkeiten noch viele bis zur Vollendung des Baues sind. Gottes Hilfe wird gewiß nicht fehlen. Mit dem Propheten Secharjah sprechen wir: pan n« iN’Stni "ncp’DP dd’jdp in nr« ’D ♦n? ]n ]n mnten ntrjnn Aus Westphallen. cm dtbg dp üb. Anfangs des $Jlonate8 vbüJ verschied zu Duisburg a. Rh. in hohem Alter einer der Männer, wie sie leider in der Jetztzeit wenig angetroffen und die Reihen dieser Wenigen durch den unerbitterlichen Tod immer mehr gelichtet werden. Es war dieses der durch sein immenses talmudisches Wissen und wahrhafte Frömmigkeit ausgezeichnet, in den weitesten Kreisen rühmlichst bekannte pD’iyi^ Sxeh 'n V'ma y"j, der auch dem größten Theil der gesch. Leser dieser Zeitschrift durch verschiedene in derselben veröffentlichten Artikel noch bekannt sein dürfte. Die große Belesenheit des Verstorbenen, sowohl in dem babylonischen, als auch in dem jerusalemitischen Talmuv mn wpai ^nn rrn Hinter minn — sein nipns und die vielen übrigen Vorzüge . die den Tiyjn zierten, sowie endlich sein erstaunliches Gedächtniß, alles dieses auch nur annährend zu schildern — dazu ist meine Feder zu schwach. Pole von Geburt, kam der Verstorbene, noch jung an Jahren, nach Detmold, und wurde von dem als tüchtigen Talmudisten bekannten Bar guter Scheyer- Herford daselbst als Hauslehrer angestellt, welche Stellung er viele Jahre, bis die Kinder desselben herangewachsen, beibehielt. Später wurde er Gemeindelehrer und nach dem Tode des Rabbiners vr. Fahrenbach wurde er von Fürstl. Regierung mit der Verwaltung des Rabbinats in Lippe-Detmold betraut. Diese Stellung mußte er vor einigen Jahren aus Gesundheitsrücksichten aufgeben und sich ins Privatleben zurückziehen. Den Rest seiner Lebenstage brachte er in Duisburg zu und zwar im Familienkreise des dortigen Gemeindelehrers, Lazarus, seines Schwiegersohnes, 'vis p'D* KVi Hiso ny iy "dtjo. Das jn» wurde unter großer Betheiligung der Gemeindemitglieder zum Bahnhof geleitet und von da nach Detmold, dem früheren Wirkungskreise des Entseelten überführt. In Lage und andern Lippe'schen Gemeinden, durch welche das na getragen wurde, gaben zahlreiche Jehudim demselben das Geleite. Wer an seinem Grabe gesprochen, ist mir bis jetzt nicht bekannt geworden. Rur sei noch bemerkt, daß der pnsr nyjn auch in profanen Wissenschaften sich bedeutende Kenntnisse verschafft, und verschiedene von ihm gehaltenePredigten in Druck hat erscheinen lassen und daß er nur , aus zu großer Bescheidenheit — lrVm H'n irunuy — keine von den vielen ihm angetragenen größeren Rabbinatsstellen angenommen hat. Möge der Heilige, gelobt sei er. dem verstorbenen p'iL in jenen lichten Höhen den verdienten Lohn zu Theil werden lassen, wie er ihn verheißen allen Denen, die so gelebt, wie Dieser /

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.