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Der Israelit · 1879-12-17 · Heft 51 (17.12.1879) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 51 (17.12.1879)
Date
1879-12-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1851 nicht veraufi — olyerdes , der Erchen, ihyn?iner I die auch wir ' an» Tünchen, t es Beisatz ii _ Herr höre lricht n en e im Am- »fer. mlich II er 3 ist aus, lssirt, , als Z ein , der äglick', l. Allem, was sich dort ereignete, insoweit es für die Angelegenheiten der Juden von Interesse war, genau Kunde hatte. Wir haben oben bereits erzählt, daß die größte Gefahr von den Türken drohte, die sich anschickten, mit ungeheurer Heeresmacht das westliche Europa zu überziehen, daß aber der König von Frankreich, der den deutschen Kaiser mehr als den Sultan fürchtete, heimlich Verbindung mit Soliman unterhielt und ihm namentlich Geldunterstützung versprochen hatte. Die deutschen protestantischen Stände wiederum neigten sich ebenfalls, aus Furcht vor dem Kaiser, dem Könige von Frankreich zu. Daher geschah das Unerhörte, daß der König von Frankreich in Deutschland und den Niederlanden die reichen Kaufleute geneigt fand, ihm das Geld zu borgen, das er gegen den deutschen Kaiser verwenden wollte, zumal König Franz versprechen ließ, das Capital mit dreißig Procent zu verzinsen. Der Financier, der die Sache betrieb, war der reiche und angesehene Kaufmann Kaspar Tuzzi zu Antwerpen; mit ihm standen die Factoren der Welser zu Augsburg und die Agenten der meisten reichen Kauflewe in den deutschen Handelsstädten in Verbindung. Die Sache wurde ziemlich offen betrieben, und so erlangte auch Rabbi Joselmann durch seine Freunde in Deutschland davon Kunde. Und Rabbi Joselmann erfuhr Alles, was geschehen war, und auch die Summe, um die es sich handelte, „400,000 Goldkronen", ein für die damalige Zeit ganz coloffaler Betrag. Endlich nahete der Tag heran, an welchem Rabbi Joselmann vor dem Kaiser erscheinen durfte. Der Kaiser war, wir immer, wenn er Rabbi Joselmaun erblickte, außerordentlich freundlich, milde und liebevoll gegen ihn. „Mein lieber Joselin", redete er ihn an, „ich habe Dich lange warten lassen. Es thut mir das sehr leid, aber ich kann es nicht ändern. Gott hat meinen schwachen Schultern zu viel aufgebürdet; die Last der Regierung ruht gar schwer auf mir. Und Du hast auch noch Fährlichkeiten mit der Inquisition ausgestanden, wie mir mein Kanzler erzählt hat!" „„Dadurch, daß Eure Majestät mich so gnädig empfangen, bin ich für alle Unannehmlichkeiten tausendfach entschädigt."" „Und was willst Du heute, Joselin?" „„Es ist leider immer dasselbe, Majestät, dieselbe Angelegenheit, die mich vor 12 Jahren nach Spanien führte, die mich im vorigen Jahre in Augsburg vor Eure Majestät hintreten ließ: Ich suche Schutz, Gnade, Gerechtigkeit für meine arme» Brüder. Ich habe vernommen, daß die Stände, die einen Religionsfrieden schließen wollen, verlangen, daß die Juden von diesem Religionsfrieden ausgeschlossen werden, daß derselbe nur die Christgläubigen umfassen soll. Ist daS geschehen, so werden die protestantischen Stände die Juden aus ihren Staaten vertreiben, aufgehetzt von ihren Führern, von Luther, Bucer und den andern. Deßhalb habe ich drei Monate geduldig auf diesen erhabenen Augenblick gewartet, um die Bitten und das inständige Flehen meiner armen Brüder zu den Füßen Eurer Majestät niederzulegen."" „Man drängt mich sehr wegen der Juden", sagte der Kaiser"; „man sagt ihnen alles Schlechte nach, man nennt sie Wucherer, Blutsauger, unge. treue Unterthanen, die sich mit den Großtürken verbinden würden; man behauptet, ich sei durch den Gnadenbrief, den ich Dir in Augsburg ertheilt, nicht gebunden. Die Pflicht der Selbsterhaltung heische gebieterisch die Austreibung der Juden." möge doch die Verleumdung nicht ihren Weg finden zu den Ohren und zu dem Herzen ' Eurer Majestät! Unser großer, erhabener, unüberwindlicher Kaiser ist der Vertreter Gottes auf Erden, der Vater und der Schützer aller seiner Unterthanen. Gleich der Sonne, die Gott ihre erwärmenden, leuchtenden, erquickenden Strahlen senden läßt an Alt und Jung, an Vornehm und , Gering, an Christ und Jude, also leuchtet auch j die Sonne Eurer Majestät über den ganzen Erd- : ball. Und wir Juden — Eure Majestät haben hine getreueren Unterthanen als uns Wenn wir : Geld auf Zins ausleihen, so geschieht das deßi halb, weil man uns keinen andern Nahrungs-! zweig gestattet, weil man uns verwehrt, ein , Handwerk zu üben, weil man uns verbietet, Land j zu erwerben und den Boden zu bebauen, weil man uns ausschließt aus den Gilden der Kaufleute. Wir sollten uns mit den Türken, mit den Landesfeinden verbinden? O, Majestät, ich kann es beschwören, daß kein Jude sich dazu bergeben würde, gegen seinen Kaiser zu conspiriren! Dagegen kenne ich Leute, katholische und protestantische Christen, Majestät, die ein Anlehcn zusammenbringen für Eurer Majestät Erbfeind, für den König von Frankreich, der das Geld braucht, um den Erbfeind der Christenheit, den türkischen Sultan zu unterstützen!"" Der Kaiser fuhr von seinem Stuhle auf. „Das ist ja eine merkwürdige Neuigkeit!" ries er. „Ich hoffe, Du wirst Deine Behauptung bestätigen und beweisen können, oder Du hast Dich um Deinen Kopf geredet!" rege von

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