Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1879)
- Date
- 1879-12-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1843 EM iS Ir»- Sv - kt'. ■ : sie werden, und dazu bedurfte eS weder weiter Grenzen noch mächtiger Kriegsheere. Das Kleinliche in ihrem Thun herauszufinden, blieb Herrn H. A. R. überlassen, uns erscheint Israel, so lange es dieser seiner Bestimmung lebte, in einem schönen, erhabenen Lichte. — Wir werden ferner Seite 12 darüber belehrt, daß die Hebräer nur für Familie und Stamm Sinn gehabt, Vslksbewußtsein aber nicht besessen. Dem gegenüber möchten wir nur an den von Herrn H. A. R selbst zugezebenen, langjährigen Aufenthalt in der Wüste, an die einmüthige Bekämpfung der Kanaaniten, an die Betheiligung der diesseits des Jordan ihre Wohnsitze nehmenden 2l/i Stämme an der Unterjochung des gelobten Landes und an undere zahlreiche Fälle erinnern. Und wie sollte auch das Volksgefühl einem Volke gefehlt haben, das schon durch das Band gemeinsamen Glaubens eng verbunden war, dessen Glieder durch die Erinnerung an die Erlösung aus egyptischen Sclavenfesseln mit einander verknüpft waren, und dessen ganzes Gesetz auf jeder Seite die Zusammengehörigk.'it aller Stämme zu einer Nation vernehmlich predigte! Das Erscheinen zu den 3 Festen in Jerusalem. die Zusammenkunft aller Staatsbürger in dem Heiligthum ließ schon den Gedanken, daß alle Familien zusammen ein Reich bildeten, in Fleisch und Blut übergehen. Es wird uns ferner S. 10 mitgetheilt, der Ehebruch werde nur deßhalb verurtheilt, weil er die Interessen der Familie und des Stammes verletzte, eine tbeore tisch-et h is cheSeite habe die Auffassung nirgends. Wie stimmt das aber mit der einigen Seiten später aufgestellten Behauptung, die Annahme eines Urpaares hätte die Heiligkeit der Ehe demonstriren sollen? Woraus zieht der Herr Verfasser außerdem seinen seltsamen Schluß, da das Verbot, ohne jede Angabe eines Grundes einfach lautet: „Du sollst nicht ehebrechen!" Sind doch gerade im geschlechtlichen Leben des Israeliten Schranken gezogen, deren Beachtung, wie Hirsch sagt, die Grundbedingung des ^geistigen und sittlichen Adels der Menschheit ist. Um die Aehnlichkeit der babylonischen und jüdisch-biblischen Schöpfungsgeschichte zu veranschaulichen, leistet Herr H A-R folgendes: Ein in babyl. Ruinen gefundenes Fragment spricht von der Erschaffung der Gestirne. Da dieses Bruchstück nun die Zahl 5 trägt, so ist es sonnenklar, daß diese Tafel und die verloren gegangenen gleichartigen je einem biblischen Schöpfungstage entsprochen. Es entsteht da allerdings ein kleines Hinderniß. Denn die Genesis erzählt von der Erschaffung der Himmelskörper am vierten Tage, aber solche unbedeutenden Widersprüche kann nur ein „Denkunfähiger" beachten; man nimmt eben einfach an, daß die erste der zerstörten babylonischen Tafeln eine Einleitung, vielleicht eine Vorrede, ein Avis au leoteur enthalten und die Rechnung stimmt auffallend. — Daß die babylonische Annahme von2Urra^n, einer weißen und einer schwarzen, der biblischen Erzählung entspricht, erfahren wir auf Seite 15. Das erste Buch Moses spricht nämlich von Menschen, die der letztern und Göttersöhnen, die der erstern Gattung gleichzuachten sind. Daß, wie Hirsch erschöpfend und einleuchtend nachweist, di? Bne-Elohim nichts anders sind als die Abkömmlinge des sethitischen, guten Geschlechts im Gegensatz zu dem kainitischen verderbten Menschenschläge, konnte Herr H A-R. natürlich nicht wissen, daß er aber eine kühne Hypothese, der nichts weiter zu Grunde liegt, als eben seine eigne Annahme, als Wahrheit mit apodiktischer Sicherheit hinstellt erscheint etwas eigentümlich. Da alles U'brige von der Anschauung der Babylonier verlorengegangen. so nimmt Herr H A-R. einfach an, daß der Rest der Schöpfungsg'schichte von diesem Volk stammt und uns nur bestimmte Anhaltspunkte fehlen. Er ist dabei sicher, daß Niemand ihm das Gegentheil beweisen kann, da ja eben die thongebrannten babyl Mittheilungen vernichtet sind, eine derartige eigenthümliche Behauptung hat aber andererseits keine Widerlegung nöthig — sie richtet sich selbst. Auf Seit? 23 wird behauptet, Esau hätte gleich Jsmaöl viel Germanisches in seinem Wesen gehabt. Als wir das gelesen, hielten wir unwillkürlich inne und rieben uns die Augen. Aber die Thalsache stand fest, groß und deutlich war es da gedruckt — Elan wird uns doch noch in der Bibel als handelnder Mann vorgesührt und da mag das scharfblickende Auge des HerrnH-A-R. an ihm wohl deutsche Zügen entdeckt haben (ob: gleich der rohe Jäger, der seinen Bruder tödten will, nichts an sich hat, was einen derartigen Ausspruch auch nur im Mindesten rechtfert?,) aber Jsmatzl?? Von diesem Letztern wird erwähnt, (I Bch. XVI 15), daß er geboren wird, (I Bch. XVÜ, 18) daß an ihm die Beschneidung vollzogen, (XXI) daß er vertrieben wird, später als Bogenschütze lebt und sich verheirathet, (XXV) daß er seinen Vater begräbt und stirbt. Wo liegt das Urgermanische? Im Geborenwerden, in der Veschneidung, im Heirathen oder im Sterben? Dann kommt Herr Henne-Am-Rhyn auf den Verkauf der Erstgeburt zu sprechen und gibi einige Proben, daß auch er es versteht, Hep Hep zu rufen, indem er bemerkt, das herzlose Wuchern sei L