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Der Israelit · 1879-12-17 · Heft 51 (17.12.1879) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 51 (17.12.1879)
Date
1879-12-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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134 7 i in ren- So werden wir denn n"O2 den neuen Jahrgang beginnen mit festem Vertrauen auf Gott, unfern allmächtigen Helfer, mit froher Zuversicht zu dem ungeschwachten Wohlwollen unserer verehrten Gesinnungsgenofs'n, und wie cs einst die Devise der hasmvnäischen Helden war: D"U3 n'’B'D mm DJnan nioon ,,Lob Gottes in ihrem Munde, Und ein zweischneidiges Schwert in ihrer Hand" so werden es auch wir als unsere Aufgabe betrachten, das z w eischneidige Schwert gegen die inneren und äußeren Feinde zu führen und den Ruhm unseres Gottes zu verkünden. Liner der Kämpfer gegen die Juden. Wir wollen unseren Lesern heute nicht von jenen literarischen Clowns berichten, deren tolle Scherze höchstens unser Lachen erregen könnten, wenn nicht unüberwindlicher Ekel uns beim Lesen ihrer Schriften jedes andere Gefühl unmöglich machte; wir wollen nicht die zahlreichen Brochüren erwähnen, die alle dieselben frivolen Verdächtigungen, dieselbe abgeschmackte Verläumdung der Inden enthalten, wir haben auch nicht die in Berlin augenblicklich eifrig betriebene Agitation zur Wiedereinführung der Judenverbrennung im Auge — alle diese Bestrebungen tragen das Stigma des Parteihasses, der blinden Leidenschaftlichkeit an der Stirne und der Besserdenkende, Einsichtsvolle wendet sich voll Abscheu von solchen Blasen schmutziger Gesinnung ab; — wir wollen heute von einem Erzeugntß der Literatur sprechen, das, in's Gewand der Wissenschaftlichkeit gehüllt, das Hep-Hep allerdings nicht in der üblichen Weise ertönen läßt, aber neben der Schmähung dessen, was uns das Heiligste, auch noch die Beschimpfung der Juden in eigenthümlicher Weise betreibt. — Herr vr. Otto Henne-Am-Rhyn gibt bei Costenoble in Bern eine „Culturgeschichte des Judenthums" heraus, von der uns das erste Heft vorliegt, in dem sich der Verfasser mit den alten Hebräern, ihrer Religion und Geschichte beschäftigt. — Ehe wir die eigenthümliche Art, mit der Herr vr. H.- A.-R. Bibelkritik übt, näher betrachten, wollen wir den absonderlichen Grundsatz erwähnen, den derselbe aufstellt, um seinen Ansichten mehr Gewicht zu verschaffen. Er sagt nämlich (S. 11): „Wer die Schöpfung, Sündfluth und andere wunderbare Begebenheiten, wie sie die Bibel erzählt, für wirklich geschehen hält, kann schlechterdings nicht unter die denkenden Menschen gerechnet werden." Wer also nicht die Meinung des, allem in den heil. Büchern Erzählten negirend gegerüberstehenden Herrn H.-A.-R.theilt, der— denkt nicht! Ach, ihr armen Tausende von Juden und Christen, die ihr an dieWahrheit der Bibel glaubt, ihr wähnt, vernünftige Wesen zu sein? Ihr seid, dem Urtheil des Herrn H.A.-R. zufolge, dem Thiere gleich, das gedankenlos dahinlebt! Wollt Ihr diesem entsetzlichen Zustand entrinnen, so bekehrt Euch zu den Ansichten, die in der „Culturgeschichte des Judenthums" der gelehrte Verfasser zu euerm Besten niedergelegt hat! Auf die drohende Gefahr hin, von Herrn H.-A- R. ebenfalls zu den Denkunfähigen gezählt zu werden, wollen wir nun einige Stellen des HefteS etwas näher betrachten, uni zu sehen, wie weit denn eigentlich die Urteilskraft des Verfassers geht. — ‘ Auf Seite 8 wird erzählt, daß erst Salomo Münzen eingeführt, daß die Hebräer nur in einzelnen Fertigkeiten, wie Gerberei, Thonbildnerci und Töpferei, etwas geleistet. Nun könnten wir zwar einwenden, daß schon in den Büchern Moses die Rede ist von Münzen, vom Schekel, und daß die Stiftshütte mit ihren Goldarbeiten, mit ihren Meisterwerken der Weberei und Kupferschmiedekunst, sowie ihrer ganzen sinnreichen Anordnung den Herrn H. A. R. Lügen straft. Doch gegen derartige Argumente ist dieser gerüstet, denn was dem von ihm als wahr Angenommenen widerspricht, das hält er einfach für unrichtig, für eine später entstandene Sage, für eine tendenziöse Erfindung. So erklärt er denn einiges für glaubwürdig, anderes für falsch und nimmt diese Unterscheidung ohne jede Richtschnur vor, indem er nicht nur das Wunderbare zu diesen letzten Categorien rechnet (das würde uns bei der oben citirten Aeußernng nicht in Erstaunen setzen), sondern auch ganz natürliche Begebenheiten als nicht geschehen betrachtet. Wir werden Gelegenheit haben, diese Eigentümlichkeit weiter unten an einigen drastischen Beispielen zu zeigen. Auf Seite 9 wird behauptet, die Juden hätten zu großen Thaten keinen Raum gehabt, ihr Thun und Streben hätte einen kleinlichen und enggenähten (?) Anstrich erhalten, sie hätten sich zu Großem berufen gehalten, das sie nicht auszuführen vermochten , da ihr Land räumlich so beschränkt gewesen. Weiß der Herr Verfasser nicht, daß die einzige Aufgabe, die sie sich gestellt sahen» das einzige Ziel, das sie zu erreichen trachten mußten, die Verehrung des Einzigen war? Nicht Völker sollten sie besiegen, nicht zu Weltbeherrschern durch Gewalt der Waffen hielten sie sich berufen, — einzig und allein „ein priesterliches Volk" sollten

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