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Der Israelit · 1879-12-17 · Heft 51 (17.12.1879) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 51 (17.12.1879)
Date
1879-12-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1316 rend Engländer und Franzosen, Italiener und Amerikaner, Oesterreicher und Ungarn sich zu ihrem Ruhme frei davon halten. Trotzdem werden wir nicht aufhören, unser deutsches Vaterland zu lieben und ihm mit unserm Gute und unserm Blute zu dienen, wie wir es stets und immer gethan haben. Jene trüben Vorkommnisse sind Gott sei Dank ja nur vereinzelte, und wenn die Judenfeinde ausgrtobt haben, so werden sie und ihre Schriften vergessen werden. Unsere erleuchteten Regierungen, unsere auf der Höhe der Zeit stehenden Volksvertreter sind weit davon entfernt, den Ausgeburten des Judenhasses irgendwelche praktische Folge geben zu wollen. Jedenfalls aber müssen jene Angriffe zurückgewiesen werden. Das haben wir in dem nun bald verflossenen Jahre Y'd"3 gethan. Die Serie von Artikeln gegen das „Rischuß die wir gebracht, hat in den weitesten Kreisen Anklang und Zustimmung gefunden, sodaß jeder aufmerksame Leser in den Stand gesetzt wurde, dem Rischuß, wo immer es sich zeigte, erfolgreich entgegen zu treten. Nicht minder heftig wie nach Außen, ist auch der Kampf im Innern entbrannt. Es ist unsere Aufgabe, das Judenthum ganz und ungetheilt, unverkürzt und unverfälscht zu erhalten, und die Angreifer desselben nach allen Seiten hin zu bekämpfen. Die mündliche Lehre ist uns so heilig wie die schriftliche, und die Vorschriften und Einrichtungen unserer Weisen halten wir eben so hoch wie die in der Thora niedergeschriebenen Gesetze. Wer sich den Vorschriften unserer Weisen feindlich entgegenstellt, ist eben so unser Gegner wie Derjenige, der die Gesetze der Thora für antiqairt erklärt. Wie den Weisen des Talmuds die Verführung von Seiten der Judenchristen gefährlicher erschien als diejenige der Heiden und Heidenchristen, so erkennen auch wir in denjenigen Gegnern, welche den Schein des conservativen Judenthums zu wahren bemüht sind, unter den Frommen als die Frömmsten erscheinen wollen, unter den Modernen dagegen sich dem orthodoxen Judenthum feindlich entgegenstellen, die größte Gefahr für die Religion unserer Väter. Daß wir dies offen und unverholen wiederholt ausgesprochen und in uns abverlangtem Gutachten gesagt haben, hat uns den Haß der oben charakterisirten Partei zugezogen, der sich in dem Organe derselben allwöchentlicy in einer Weise Luft macht, die alles Maaß überschreitet. Unsere Leser würden staunen, wenn wir ihnen eine Auswahl der ordinärsten Schimpfworte geben würden, mit denen diese feinen Herrchen uns allwöchentlich überschütten. Wir werden uns dadurch nicht beirren lassen. Unentwegt werden wir für die heilige Religion unserer Väter einzustehen uns bemühen. Aber nicht allein der Kampf ist die Aufgabe des „Israelit" — viel mehr noch liegt uns die Kräftigung und Stärkung der treuen Gläubigen in Israel am Herzen. Unsere geehrten Leser wissen, wie all' unser Streben dahin gerichtet ist, durch die Beleuchtung, Erklärung und Mittheilung des heiligen Gotteswortes und der Aussprüche unserer Weisen das echte und warhafte jüdische Leben in den Einzelnen, in den Familien und in den Gemeinden erstarken zu lassen. Nicht bloß die leitenden Artikel und Correspondenzen, auch die Erzählungen im Feuilleton tragen dazu redlich das ihrige bei. Es kann unmöglich seine Wirkung verfehlen, wenn z. B. die Gestalt des „Rabbi Joselmann von Nosheim" gleichsam lebendig vor den Leser hintritt und durch die erhabensten Beispiele zeigt, wie viel Großes aufrichtige Gottesfurcht und aufopferungsvolle Liebe für unser Volk zu leisten vermag. Es kann nicht fehlen, daß solche große Beispiele zur Nacheiferung erwecken, denn auch unserer Zeit thut es noth, daß es ihr nicht an Männern gebreche. Wir haben mit großer Freude und mit innigem Danke gegen den allgütigen Gott zu constatiren, daß der Leserkreis des „Israelit" seit dem ersten Erscheinen desselben ein immer größerer geworden, und daß auch in dem nunmehr bald abgelaufenen Jahre die Zahl der Leser ganz bedeutend zugenommen hat. Wir erkennen darin eine stets fortschreitende Erstarkung des orthodoxen Judenthums Wir unsererseits sind stets zu den größten Anstrengungen und Opfern bereit, wo es gilt, die Gediegenheit und Tüchtigkeit unserer Zeitschrift zu heben und zu fördern. Es ist unser Bemühen, das Gute und Wahre in edlem und schönen Gewände zu bringen und das Lehrreiche mit dem Angenehmen und Interessanten zu vereinen. Tüchtige und bewährte Mitarbeiter gewähren uns hierbei ihre treffliche Unterstützuna. Mögen die altbewährten Freunde des „Israelit" sich bemühen, demselben in immer weitern Kreisen Eingang zu verschaffen. Es ist das Streben für die Erhaltung des wahr-! haften Judenthums, das sie dadurch fördern. Wir! fürchten nicht, daß diese unsere Bitte mißdeutet! wird. Alle, die uns kennen, wissen, daß uns eigen-! nützige und eigensüchtige Motive fern liegen, daß! der Herausgeber dieser Blätter seine eigene Person! niemals in den Vordergrund treten läßt, vielmehr! es stets ängstlich vermeidet, irgend etwas zu thuiw oder zu schreiben, was mit Eigennutz, Eitelkeit ödem Ruhmsucht auch nur in die entfernteste Verbindung! gebracht werden könnte.!

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