Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1879)
- Date
- 1879-12-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XX Jahrgang M S1 Der Israelit. Ein Central-Organ für das mhodoxe Judenthum. Herausgeczeben vsii Dt. Lehmann in Main z. Mittwoch, den 17. Dezember 5640 (1879). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — ^österreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Pa mit dem 1. Iatt. 188V ein neues Hnartal öeginnt. fo erkauöen wir uns, die geehrten Avounenten darauf aufmerkfam zu machen, daß namentlich vei der Wost das PKonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Werfendung keine Ilnterörechnng erleide. Inhalt. Leitende Artikel: Zum 21. Jahrgange. — Einer der Kämpfer gegen das Judenthllm. — Feuilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim. Anhakt der ersten Weitage: Zeitungsnachrichten und Conespondenzen: Deutschland: Mainz. Paderborn. Viersen.— Oesterr. - Ungar. Monarchie: Wien.— Frankreich: Paris. — Feuilletou: Der neue Oberamtmann. Anhalt der zweiten Nettage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Von den Usern des Erlbachs. Friedberg. Karlsruhe. Aus Westphalen. — Oest. - Ung. Monarchie: Wieu. — Italien: Nom. — Palästina : Jerusalem. — Leitende Artikel. Ium 2\. Jahrgänge. Mainz, den 9. December. Mit dem nunmehr bald zu Ende gehenden Jahrgange wird „Per Israelit" unter göttlichem Beistände das zweite Jahrzehnt seines Bestehens vollendet haben. Möge der allgütige Gott uns wie bisher mit Seinem huldreichen Beistände beglücken. Es ist eine Zeit des Kampfes, fast heißer noch, als in jener Epoche, da wir die Herausgabe dieser Zeitschrift begonnen haben, des heißen Kampfes, nach innen wie nach außen. Seit vielen Jahrzehnten haben die Judenfeinde nicht so kühn und keck ihr Haupt erhoben, wie gerade jetzt. allen Schichten der Bevölkerung treten Männer auf, denen die jüdische Gleichberechtigung ein Dorn im Auge ist. Professoren an den deutschen Hochschulen wetteifern hierin mit Geistlichen, denen die höchsten Kreise zugänglich sind. Katholische Ultramontane, sowie protestantische Pietisten stimmen in dieser Beziehung mit confessionSlosen Freidenkern überein. Diese abnormen Erscheinungen berühren uns um so schmerzlicher, da Derartiges in den letztverflossenen Jahrzehnten kaum noch in dem Bereiche der Möglichkeit zu liegen schien.; Die fortschreitende Civilisation, glaubte man, würde solchen mittelalterlichen Ausgeburten des FanatiS-- j mus und des Racenhasses für immer ein Ende , machen. Dem ist jedoch nicht so. Nicht die Gelehrsamkeit des Professors, nicht die Milde des geistlichen Berufes, schützen vor religiösem oder nationalem Fanatismus. Der geistliche Fanatiker j haßt die Religion Israels, der enragirte Germane > gibt seinem Vorurtheile gegen die „Semiten" den härtesten Ausdruck, und der radikale Freidenker haßt sie Beide, Juden und Judenthum. Es ist noch besonders schmerzlich, daß diese traurigen Erscheinungen lediglich und allein in unserm deutschen Vaterlande zu Tage treten, wäh-