Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1879)
- Date
- 1879-12-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1325 materielle Gründe zu sein brauchen. welche den Genannten zur Rückkehr bewogen haben. Wir müssen gestehen, daß unS dieser Brief des Herrn N., welchen die „Alliance", indem sie uns ihn zusendet, zu dem ihrigen macht, tief betrübt. Es ist nicht gut, die geschehenen Mißgriffe in Abrede zu stellen; viel besser wäre es, ernstlich dazu zu thun, daß die Mißstände gehoben würden. Die Rabbinen von Jerusalem verdienen unseren vollen Dank und unsere ganze Anerkennung, daß sie ein wachsames Auge auf die religiösen Zustände der Ackerbauschule zu Jaffa haben und darüber an die „Alliance" berichten. Sie haben damit mehr Liebe für die „Alliance" bewiesen als Herr Netter, welcher all' die Angriffe und Verleumdungen jüdischer und nichtjüdischer Judenfeinde wiederholt. | Die „ Alliance" geht damit um, ein eigenes i Comitä einzusetzen, um im heiligen Lande Schulen I zu gründen. Die Gebahrung in der Ackerbauschule zu Jaffa muß der „Alliance" das dazu nothwendige . Vertrauen entziehen, wenn sie in der Weise verj theidigt wird, wie es Herr Netter gethan. j Aus dem Elsaß. Herr Jsaac Guggenheim, bisher Rabbiner in Niederhagenthal, ist als solcher nach S aar-Union berufen worden. Herrn Rabbiner Salomon Bamberger, bisher in Lengenau (Schweiz), ist das Rabbinat in Niederhagenthal übertragen worden. — Herr Bloch, Sohn des Rabbiners von Hagenau, ist in der j genannten Stadt als Gymnasial-Lehrer angeftellt worden. Es ist dies der erste Elsässer Israelit, welcher seine Studien auf einer deutschen Universität vollendet hat. (Jsr. Elf. Lothr.) Bosnien. Serajsewo, 2o. November. Mit Nummer 21,132/11 des Gesetzblattes ist die Errichtung einer Simultanschule gesetzlich angeordnet worden. Das betreffende Gesetz, welches in der dreisprachigen! amtlichen „Bosnisch - Herzegowina'schen Zeitung" veröffentlicht ist, sagt in seinem § 2: „In diese; Schule werden Mädchen aller Glaubensbekenntnisse! . . . ausgenommen." § 5 heißt: „Der Religionsunterricht wird den Mädchen eines jeden einzelnen Glaubensbekenntnisses gesondert ertheilt. Derselbe wird unter Oberaufsicht der Staatsverwaltung zunächst durch die betreffende geistliche Behörde be-; sorgt und überwacht. Er kann den Mädchen eines i jeden Glaubensbekenntnisses auch an den betreffen- I den konfessionellen Schulen ertheilt werden." Frankreich. Paris. (Aus dem Monatsbericht der „All. Jsr. Univ."): (Die Israeliten von Bulgarien.) Die Reise Sr. H. des Fürsten Alexander I. durch Bulgarien hat den Israeliten des Fürstenthums wie den übrigen Einwohnern Gelegenheit gegeben, demselben ihre Huldigungen darzudringen: Wie die übrigen Gemeinden, schreibt man dem C.-Comitä aus Schumla, hat sich auch die unferige beeilt, Sr. Hoheit entgegenzugehen in Begleitung der Zöglinge beider Schulen, welche, sämmtlich gleichmäßig, eine kleine bulgarische Fahne in der Hand und eine Schärpe ober Schleife in den drei Nationalfarben trugen; um den Glanz der Feierlichkeit zu erhöhen, hatte man auch die kostbaren Schmucksachen der Synagoge herbeigebracht, welche wie die Kinder mit Bändern und Blumen verziert, von den Notabeln getragen wurden. In dem Augenblicke, wo der Fürst an uns vorbeizog, sangen die Knaben und Mädchen eigens zu diesem Zwecke verfaßte Lieder, während 2 Zöglinge, 1 aus jeder Schule, ihm ein Bouquet überreichten, das derselbe grüßend annahm. Am andern Tage schickte jede Gemeinde auf Einladung des Fürsten eine Deputation, um ihre Huldigungen zu erneuern; die jüdische Gemeinde hat sich durch die HH. Menahem Navon, Abr. Bassat, Jos. Simon, Ezra Schiprut und Haim Semach vertreten iassen. Der Fürst erkundigte sich bei denselben nach dem Vermögensstande der Gemeinde, ihrer numerischen Bedeutung und der Zahl der Schulkinder und sagte: „Ich danke Ihnen für die guten Worte, die Sie an mich gerichtet haben, und bitte Sie, Ihren Glaubensgenossen für den schönen Empfang, den sie mir bereitet haben, zu danken." Er ließ bei seiner Abreise eine Summe von 500 Fr. zur Verkeilung an die Zöglinge aller Schulen zurück. Ein ähnlicher Empfang ist dem Fürsten von der isr. Bevölkerung von Samakoff veranstaltet worden, wo die Vorsteher ihm unter einem auf Kosten der Gemeinde errichteten Triumphbogen eine in hebräischer und französischer Sprache verfaßte Adresse überreichten. Die Hh. Grßrbb. Abr. Cohen, Jsaac Aritz, Samuel Aritz, Moses Ari6, David Ariß. Abr. Ariö. Mair Alcalay und Schul-! director Schulmann begaben sich sodann zu dem! Fürsten, der sie auf's Freundlichste aufnahm und | ihnen für den schönen Empfang in wärmster Weise j dankte. „Ich bin gerührt gewesen, sagte er. die! ganze :sr. Bevölkerung diesen Tag feiern zu sehen;! der Triumphbogen und Ihre Kinder oder vielmehr! Ihre mich mit Blumen bewerfenden Cherubine j werden niemals aus meinem Gedächtniß chwinden.