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Der Israelit · 1879-12-10 · Heft 50 (10.12.1879) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 50 (10.12.1879)
Date
1879-12-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1324 bet9 er, RabbinatS-Verweser und Vorstand derselben. ES ist das zweitemal, daß der geehrte Herr Herausgeber den obengenannten Rechenschafts.Gericht versendet. Das erstemal geschah dieses im vollsten Schmerze über das kurz vorher erfolgte Hinscheiden seines unvergeßlichen Va ers y'p'W'j, Diesmal berichtet Herr Rabbinats-Verweser Bamberger über die eigene Thätigkeit. Die Anstalt wird in demselben Sinne und in demselben Geiste geleitet, wie der sel. Gründer derselben sie 14 Jahre lang zu rersprießlichen Wirksamkeit entfaltet hat. Der Herr Herausgeber hat in seiner Beschn« denheit die Mitwirkung der Herren Distriks-Rabbiner zu Aschaffenburg, Kiffingen, Burgpreppach und Kitzingen herzugezogen und für auch die finan zielle Gebahrung ein Curatarium sich zur Seite gestellt. Es ist vor Allem die erfreuliche Thatsache zu constatiren, daß die gereichten Unterstützungen nicht nur die Ausgaben zu bestreiten hinreichten, sondern daß sich auch noch eine kleine Mehreinnahme ergab. Sechs Zöglinge wurden in diesem Jahre entlasse. von welchen fünf die Austrittsprüfung am kgl. Schullehrer-Seminare mit gutem Erfolge bestanden und in die Praxis entlassen wurden und ist hierdurch die Gesammtzahl der in der Anstalt Ausgebildeten und in die Praxis Entlassenen auf 86 gestiegen. Im verflossenen Jahre besuchten die Anstalt 26 Zöglinge, welche daselbst Unterricht, Beköstigung, Wohnung, Beleuchtung. Heizung und ärztliche Behandlung unentgeltlich erhielten. Für das neu begonnene Schuljahr meldeten sich zur Aufnahme 26 Jünglinge, ein Zudrang, wie er seit dem Bestehen der Anstalt noch nicht da gewesen. Von diesen bestanden 18 die Aufnahmsprüfung. Da aber nur 6 Zöglinge abgegangen waren, fo konnten unmöglich 18 auf$e* nommen werden Es verdient nun die höchste Anerkennung, daß es der Vorstand unter den größten Anstrengungen ermöglicht hat, 16 neue Zöglinge unterzubringen. Der Gesundheitszustand der Anstalt war auch im verflossenen Jahre ein ausgezeichnet guter, indem eine wesentliche Erkrankung eines Zöglings im ganzen Jahre nicht vorkam. Der Herr Herausgeber schließt seinen Bericht mit einer Ansprache an die Rabbinen, Vorstände und Lehrer der israelitischen Gemeinden, indem er sie auf die hohe Wichtigkeit der Anstalt aufmerksam macht und sie bittet die materielle Unterterstützung derselben nach Kräften zu fördern. Wir können uns nicht versagen, dem geehrten Leiter der Anstalt, dem würdigen Sohne seinegroßen Vaters, unsere volle Anerkennung und unseren innigsten Dank für seine großartigen Leistungen auszusprechen. Möge der allgütige Gott ihm auch fernerhin seinen Beistand verleihen. Mögen auch unsere Glaubensgenossen allüberall der in Rede stehenden Anstalt reichliche Unterstützung zu Theil werden lassen. Es gibt keinen edleren Zweck als die Heranbildung tüchtiger, gewissenhafter und gottesfürchtiger Lehrer und Erzieher der Jugend. Mainz, 5. Dez. Die „All. Jsr. Univ." Übersender uns einen an den Oberrabbiner zu Jerusalem, Herrn A. Aschkenasi, gerichteten Brief von Herrn Eh. Netter, welcher die bekannten Beschwerden gegen die Ackerbauschule zu Jaffa bespricht. Herr Ch. Netter beginnt damit, all' die Anklagen aufzuzählen, welche böswillige Menschen seit vielen Jahren gegen die israel. Bewohner des heiligen Landes schleudern und behauptet, daß dieselben zum größten Theile begründet seien. Herr Netter behauptet ferner, daß die Schule zu Jaffa seit ihrem Bestehen von den israel. Bewohnern Jerusalems bekämpft worden sei, und nennt diesen Kampf einen Kampf der Bösen gegen das Gute. Herr N. geht dann auf die in diesen Blättern schon mitgetheilten Beschwerden über, indem er dieselben sämmtlich als unbegründet darzustellen sucht. Nichtsdestoweniger geht aus dieser Vertheidigung hervor, daß selbst Herr N. einzelne vorgebrachte Beschuldigungen als begründet, wider seinen Willen, zugesteht. Wenn z. B. Herr N. behauptet, daß ein die ganze Anstalt umgebender Graben die von den Vorstehern entfernten Sabbat-Drähte vollkommen ersetze, so ist es doch schwer zu begreifen, daß die beiden nach der Anstalt zur Prüfung der religiösen Zustände derselben entsendeten Rabbinen diesen Graben nicht gesehen haben oder von dem Direkter der Anstalt nicht darauf aufmerksam gemacht worden seien. Wenn ferner Herr N. den Vorwurf, daß keine Gottesfurcht in der erwähnten Anstalt herrsche: mit der Phrase zurückweisen will, daß zur Erhebung einer solchen Anschuldigung eine Reinheit gehöre, die er den beiden Deputaten nicht zugestehe, so wird sich wohl Niemand durch solch' eine Phrase in seinen Meinungen bestimmen lassen. Den Vorwurf. daß ein Angestellter der Anstalt ein zum Christenthum übergetretener und wieder zum Judenthum zurückgekehrter Jude sei, vermeint Herr Netter durch die allgemeine Phrase zurückzuweisen, daß es ja nicht

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