Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1879)
- Date
- 1879-12-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1302 güsse mutzten wir dem judeufrefferischen Berf. dankbar sein, denn sie sind ja Ursache, daß eine so kostbare von Humor übersprudelude Schrift, wie die vorliegende, entstanden ist. Wir wollen von der Schrift gar nichtverrathen, um dem Leser, deren sich gewiß viele finden werden die Ueberraschung nicht zu verderben, wir wollen nur die Versicherung geben, daß es den Leser nicht gereuen wird, den geringen Preis von 25 Pf. für ein Schriftchen gezahlt zu haben, das ihn erheitert und im Stande ist, ihn wenigstens soweit über die Misere der gegenwärtigen Judenhetze zu trösten, als er steht, daß man derselben noch eine humoristische Seite abgewinnen kann. "jun Religionsunterricht für israel. Schulen. Von M. Eisenberger, Religionslehrer der isr. Gemeinde zu Höchst i. O- Der Verf. hat auf möglich kurzem Raum viele Lehren und Pflichten des jüd. Religionsunterrichtes zusammengestellt und stets die btreffenden Stellen aus der heiligen Schrift, manchmal auch aus Talmud und Codices, hmzugefügt. Der Verfasser saut in der Vorrede, daß das mündlich ihm ausgesprochene Gutachten vieler Schulfreunde ihm genügenden Beweis für die Brauchbarkeit des Büchleins gegeben habe, und daß der Lehrer mit Hilfe defseloen mit leichter Mühe und mit wenig Zeit selbst den minder begabten Schülern eine klare Uebersicht und Kenntniß der Religion beibringen könne. Aeituugsuacbrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. Das preußische Abgeordnetenhaus zählt > jüdische Abgeordnete: Ludwig Löwe, Straßmann (beide für Berlin), Marburg (Altona). sisch-Polep) verhandelt. Bor dem Gerichte stehen zwei Frauen, eine christliche und eine jüdische, welche Beide behaupten, daß der ebenfalls vordem Gerichte stehende vierzehnjährige Sohn der letzteren deren Beider Sohn sei. Die Sache verhält sich nämlich so: Ein reicher jüdischer Schenker in Lodz hatte keinen einzigen Soh«, dafür aber lauter Töchter; das verdroß ihn, und er drohte seiner Frau, sich von ihr scheiden zu lasten, falls sie ihm nicht einen Sohn gebäre. Die arme Frau wußte sich anfangs keinen Rath zu schaffen; doch bald kam sie auf folgenden Einfall. Sie begab sich zu einer christlichen Bäuerin und machte mit derselben ad, daß diese gegen eine bestimmte Entlohnung ihr nächstes neugebornes Kind, falls dasselbe männlichen Geschlechtes sein sollte, gegen ihr. der Jüdin, weiblichen Geschlechtes eintausche. Die Bäuerin > nd die Jüdin brachten darauf in der That fast gleichzeitig Kinder zur Welt, von denen daS der ersteren männlichen, das der letzteren jedoch wieder weiblichen Geschlechts war. Nun wurde, wie verabredet, der Tausch bewirkt, und das männliche Kind der Christin nach mosaischem Ritus erzogen. Indessen starben aber sämmtliche übrigen Kinder der Bäuerin bis auf das Mädchen, welches dieselbe von der Jüdin bekommen. Die Bäuerin faßte diese traurige Thatsache als eine Strafe Gottes auf und theilte das ganze Geheimniß ihrem Manne mit. Nun gingen sie Beide zu der Jüdin und verlangten ihren bereits 14 Jahre alt gewordenen Sohn zurück, wurden aber von den jüdischen Eltern zurück ewiesen. Da wandten sich die beiden christlichen Eltern an das Gericht, und dieses wird nun diesen gewiß seltenen Rechisfaü zur Entscheidung bringen. Die Kläger brachten mehrere Zeugen mit, die beim Tausche der Kinder zugegen waren. Kalisch Bekanntlich hat in dieser russischen Grenzstadt vor mehr als einem Jahre auf daS falsche Gerücht hin, die Juden hätten ein Marienbild beschimpft, ein Auflauf gegen die Israeliten und eine Plünderung ihrer Geschäftsläden stattgefunden. Nun wird daS Urtheil publicirt und zwar wurden 21 Angeklagte ganz freigesprochen, sechs Bauern wurden zu je 8 und fünf zu je v Monaten Gefängniß verurtheilt. Rußland. Petersburg Ein kaum noch dagewesener Rechtsfall wird, wie man im „Golos" lieft, gegenwärtig vor dem Kreisgerichte in Petrokow (Rus-