Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1879)
- Date
- 1879-12-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XX. Jahrgang. er Ui nun b getane :lfen IJUnul cde ui ett u lache! ch we ie Hc egilla :r Kör rheitei irachdi ng b Die Q iren \ ge de verzci i Wer rschau te Br elmai :n Kr rlang feieri . A! > Ja er L» lng) ier!;e W sie i ir ar derfa 'olgt. e erwvj Erste Leilage xn tlr. 49 -es Israelit. Leitender Grifft I. Literarischer Bericht. Von 8. „DaS Judenthum und die Religion der Humaniät." Vortrag zum 33. Stiftungsfest der freireligiösen Gemeinde in Mannheim am 17. August 1879 von Carl Scholl. Leipzig 1879 (Friese). 8°. 24 S. In einer Zeit, da das Schimpfen auf Juden zur Modesache geworden, ist es eine wahre Erhebung und Geisteserfrischung, von dem Träger eines hochachtbaren Namens Solches zu lesen, wie die vorliegende Schrift es bietet. In edler Sprache werden die Ziele der freireligiösen Gemeinde geschildert und mit Abscheu die unlauteren Stimmen zurück.iewiesen, die den „todtgeglaubten" Judenhaß zu erwecken bestrebt sind. Der Verf. weist darauf hin, daß inmitten der freireligiösen Gemeinden der inhumane Geist, wie er setzt wieder allerorten sich zeigt, nicht nur „niemals ein Echo fand", sondern daß durch deren Bestrebungen beigetragen wurde, nicht nur innerhalb der christlichen Cvnsessionen den Frieden zu stiften, sondern auch dahin zu streben, daß „besonders auch dem Judenthum gegenüber des religiösen Vorurtheils, des verschimmelten Kastengeistes und auch der tiefwurzelnden socialen Abneigung und Entfremdung immer weniger werde". Mit beredten Worten weist der Verf. ferner darauf hin, wie die Fehler, die man den Juden nacheizahlt, keine, wo sie sich vorfinden, nationale seien, wie sie ihnen erst durch die lang, jährige Unterdrückung und Mißhandlung zugebracht worden sind. Am sichersten werde dem eingefleischten Judenhasse seine Wurzel entrissen, wenn man sich an den Gedanken gewöhne, daß der Stifter der christlichen Religion ja selbst Jude gewesen, nur Jude fern wollte, jüdisch dachte und jüdisch lehrte, so daß das Christenlhum thatsachlich eine Tochter des Judenthums sei. Diese Ansicht zu verbreiten, sei von jeher Aufgabe der freireligiösen Gemeinden gewesen, gewiß eine edle Aufgabe. So sehr wir nun auch mit den Ausführungen des Verf. einverstanden sind und die Bestrebungen der freireligiösen Gemeinden, wie derselbe sie schildert: anerkennen r so stehen wir jedoch den anderweitigen Erwartungen, welche der Verf. an die Bestrebungen der freireligiösen Gemeinden knüpft, und den diesbezüglichen Schlußfolgerungen gegenüber auf einem entgegengesetzten Standpunkt. Der Verf klagt näml'ch. daß bei den andern christl Confessionen und bei den Juden die Sache der freireligiösen Gemeinden nicht die Förderung finde, die man wohl nach der ersten freudigen Begrüßung zu erwarten berechtigt war. „Man hat uns zugejubelt. man freut sich heute noch, daß wir da find, daß wir an der Arbeit sind, — aber man kümmert sich nicht mehr um uns, man laßt uns stehen, — und warum? — weil man den Werth der endlich erlangten Emancrpation überschätzt, und in der Oberflächlichkeit des heurigen Tages vergißt, daß diese politische Gleichstellung ihren letzten und höchsten Zweck erst dann erreicht, wenn sie mit der religiösen und socialen Aussöhnung Hand in Hand geht." In solcher Form vorgetragen u? d von einem Verf., der seine menschenfreundliche Gesinnung schon wiederholt kundgethan, können wir eine solche Ansicht wohl ehren aber dennoch nicht tbeilen. Wir halten dafür, daß die religiöse und sociale Aussöhnung nicht eine Verschmelzung der verschiedenen Retigivnsformen bedingen, daß vielmehr diese Aussöhnung sich dann erst in Wirklichkeit als eine solche zeigt, wenn man versteht den Nebenmenschen als solchen anzusehen. zu lieben und zu achten, trotz feiner anderen religiösen Ueberzerwung. Wir wünschen aber, daß trotz der priucipiellen Meinungsverschiedenheit. in der wir uns mit dem Verf befinden, noch Viele über Humanität und M-nschenrechte so denken möchten, wie der Verf.. dessen Schrift wir jedem Menschenfreunde empfehlen. Wie Lerolin6N8is Ziltzsiaeus, der Dichter des „jüdischen Referendar", ward. Bon Ludolf. Loebau 1879. (Skrzeczek.) Vor einiger Zeit erschienen in der „Sckles. Volkszeitung" eine Reihe von Artikeln, „der jüd. Referendar, die von denselben Artigkeiten gegen die Juden erfüllt waren, wie sie Stöcker und Consorten gegen dieselben auSspielen. Für jene Er-