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Der Israelit · 1879-11-26 · Heft 48 (26.11.1879) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 48 (26.11.1879)
Date
1879-11-26
Page
– (sequence 15)
Language
German
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XX. Jahrgang. er reit l!oittdie erohl ehr von er ier- )ott iflft;en. ohl ^g. ) i ung n. D. Erste Leilage zu Nr. 48 des Israelit. Leitender? Artikel. Literarischer Wericht. V»n 3. -^pno uyn ptc'1") ">öd .nDdn mso 2v n^o min n:m ^222 Tobnn The fragment of Talmud Babli Pesachim of the ninth or tenth Century in the University library, Cambridge, edited with notes and an autotype facsimile, by W. H. Lowe. Cambridge 1879. (Deighton, Bill & Co.) XI u. ICO S. u. 8 Bl. kl. Folio. Eine mit Liebe zum Inhalt und Gegenstand gearbeitete Abhandlung über Talmudisches mit einer Dedication an die „Tauspathin" gehört gewiß zu Len noch nicht dagewesenen Erzeugnissen des Büchermarktes. Zu drn Seltenheiten ist vorliegende Bearbeitung einer alten Cambridge - Handschr. des Tractates Pesachim auch deßhalb noch zn rechnen, weil wir selten noch so umfassendes talmudisches Wissen und voruriheilloses und liebevolles Eingehen in talmudische Controversen bei einem Christen gefunden haben. Wesentlich Neues bieten die Varianten zwar nicht viel, aber die Art und Weise, wie dieselben vom Verfasser bearbeitet worden sind, wie die weiteren Abhandlungen, die der Verf. an dieselben knüpft, sind höchst lehrreich und geistvoll. Dem Verf. ist es vor Allem darum zu thun, die christl. Theologen in das Studium des Talmud einzuführen, und darum beschränkt er sich nicht auf die engste Erklärung der Varianten, sondern ergeht sich ausführlicher über Talmud und talmudische Schriften. Er zieht d;e Ordnung der Mischnah, die Benennung der einzelnen Kapitel oder Abschnitte in Betracht und gibt im Anhänge ein alphabetisches Verzeichniß der in den Erklärungen angeführten Autoren mit werthvollen biographischen und bibliographischen Notizen. Der Verfasser will aber auch die christlichen Theologen zu einem eingehenden Studium des Talmud anzuregen, da ohne diesen ein wirkliches Verständniß des neuen Testaments unmöglich sei. „Möge ein Erklärer," so drückt sich der Verf. in der Vorrede aus, „unter allen Umständen die tiefste! und größtmöglichste Kennntniß der griech. Sprache besitzen, —doch, sollte er damit zufrieden sein, so wird ihm noch Vieles an der nothwendigen Be- I fähiaung fehlen (he will kalt far short of the! needful qualification). Ihm muß, es ist die we-! sentlichste Bedingung, eine gründliche Bekanntlchaft mit dem biblischen und nachbiblischen Hebräisch eigen sein. Und die Nothwendigkeit der Kenntniß hebräischer Literatur ist nicht vorwiegend oder hauptsächlich für die Sprache des neuen Testaments nothwendig, sondern für jede Art der Denkweise, welche uns iu demselben begegnet und für die kleinsten Einzelheiten des täglk^en Lebens, über welche beiläufig in demselben berichtet wird... Einige Wenige haben in dieser Richtung etwas gethan, aber gewöhnlich sind sie über zwei Hindernisse gestolpert. Erstens sind sie an die Studien der talmudischen Literatur mit Vorurtheil gegangen.! Daher waren sie niemals fähig. unter die Oberfläche zu tauchen. Der Talmud bleibt ein verschlossenes Buch für diejenigen, die sich begnügen, oben weg zu schöpfen und nur den Schaum zu sammeln, welcher von den bewegten Wassern an die Oberfläche getrieben wird. Verschlossen, doppelt verschlossen bleibt es denjenigen, d.e mit einem blinden Haß gegen das Judenthum daran gehen, und deren Hauptfreude es ist zu rufen: „„Ungläubiger Jude! Närrischer Rabbi!"" Aber denjenigen, die dieses Buch schätzen und es mit der sorgvollen Beachtung behandeln, die eS verdient, ist es eine nie zu erschöpfende Mine werthvoller Edelsteine, die zwar im Schweiße des Angesichts ausgegraben werden müssen, aber, wenn gewonnen, mehr werth sind als alle Arbeit, die auf ihre Erlangung angewende t worden ist. Und so kommen wir zur Betrachtung des zweiten Hindernisses. Diejenigen, die uns vorangegangen, haben sich zum größten Theil mit dem Studium der Haggadah oder des Midrasch begnügt, ausgeschlossen blieb die Halachah, ohne welche man aber nur ein sehr schales und werthloses Verständniß der erstcren erlangt. Rabbinisches, und dies hat es mit andern Gegenständen der Wissenschaft gemein, muß sorgfältig studirt werden, oder man läßt es besser ganz, besser für den Gegenstand selbst und besser für diejenigen, die sich damit beschäftigen wollen. Die Halachah ist das Rückgrat dieser Wissenschaft (backbone of subject) und kann nicht straflos vernachlässigt wer»

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