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Der Israelit · 1879-11-26 · Heft 48 (26.11.1879) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 48 (26.11.1879)
Date
1879-11-26
Page
– (sequence 16)
Language
German
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1178 den. Halachah und Haggadah gleichen den zwei Tafeln der Zehngebote, sie gehören zusammen." Daß der Vers, nicht nur an der Oberstäche geschöpft, sondern tief in Sinn und Geist des Talmud einqedrungen ist, und er eine umfassende Kenntniß aller der zum liefen Talmudstudium erforderlichen Hilfswissenschaften besitzt, beweisen seine vorliegenden Untersuchungen. Freilich schweift er in seinen Noten oft vom eigentlichen Gegenstände ab, aber was er oft Feruliegendes herbeiholt, ist kernig und gehaltvoll. Das Mscr., von dem der Herausg. ein photographisch aufgenommenes Biatt als Facsimilie seinem Werke beigelegt hat, läuft seitenweise in zwei Kolumnen; was nun der Herausg. aus den Varianten herauszustnden versteht und mit welch' glücklicher Combinationsgabe er ausgerüstet ist, da'ür mögen einige Proben folgen. Auf einem Blatte ist'lfer Rand wcggeschnitten, da zeigt sich nun folgende Lesart: 71 1^6 ppTD (\y in po«n ii.xb 8>i nenn 8^>i n[ ] Die angegebene Lücke ergänzt der Verf.: n[nj:i7n], so käme das njo^n vor nenn zu stehen, während unsere Ausgaben norm zuerst haben. Die Lesart vorliegenden Mscr. wird aber Vom Berf. dadurch begründet. daß, da die .ip>-n gesetzlich gm Abend stattfinden soll, eine nprnd bei Tag aber erst zulässig ist, wenn die am Abend versäumt worden, zuerst die '2 bei Mondlicht, wozu man ja leicht durch den um diese Zeit stehenden Vollmond veranlaßt werden könnte, verboten werden muß. So So wird zuerst von dem natürlichen Lichte gesprochen, dessen Benutzung für die 'o nicht gestattet ist und der Zenfolge entsprechend zuerst vom Mondlichte, dann vom Sonnenlicht, hierauf wird des künstlichen Lichtes gedacht, dessen man sich nicht bedienen darf, nponn u, so daß das einfache Licht als das geeignete übrig bleibt. Es scheint eine solche Untersuchung kleinlich zu sein, aber erstens ist für die Untersuchung eines so grandiosen Werkes, wie der Talmud, nichts kleinlich und die Ueberzeuguna, daß auch in der anscheinend unbedeutendsten Wortstellung nichts Willkürliches, sondern auch hierin alles streng systematisch ist. ist für die Werthschätzung dieses Werkes von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Ueberdies aber wird uns hierdurch eine Stelle im Jeruschalmi, die der Verf. mit dieser Lesart in Verbindung bringt, verständlich : ~)'xb er« 0*3313,1 n«b 8>i nubn n87 8n’J "py qi’3 H'08 mo» Hin n'Pzi non ff' oi nenn un 1187 pnm. Es scheint dies auch vorauözusetzen, daß nJJbn Vox norm gelesen worden ist. Damit rechtfertigt sich auch, daß Rambam (nrroi pon 'n 'n '3) schreibt nenn i\xb 8pi ii3bi ii8> 8b ppi'2 s'8 und ebenso auch Tur Or. CH. 432. Eine andere interessante Variante ist folgende. In unserer Ausgabe finden wir (k. 8a.) 8:n io«ni ottf 0'ILO üoi^nff '^22 npnu nD’iy na'8 18N; die Halacha dehnt diese Begründung auf alle diejenigen Stellen aus, wo auch anzunehmen ist, daß wohl nicht durch Raubvögel, aber durch das Hausgeflügel das Chomez verzehrt, so daß eine diesbezügliche np'-G unnöthig ist. Im vorliegenden Mscr. ist nun nach oonj/nff eine Lücke und von dem einst vorhandenen Worte ist nur noch m übrig, dieses ergänzt der Herausgeber zu ’bunnm. Die Richtigkeit seiner Vermuthung findet derselbe durch einen Passus im Orchoth Chajim § 14 bestätigt: np'12 y "8 Off pso panyi '’iujirff 1801. Auch die übrigen diesbezüglichen Decisoren, die anscheinend über den Talmud durch das Hinzufügen des Wortes pumni hinausgehen, führt der Vers, für die Berechtigung seiner Emendation und die Richtigkeit des Mscr. an. Von dem vielen Interessanten und Lehrreichen, das der Herausg. noch in seinen Noten bringt, wollen wir hier nur auf S. 62 Hinweisen, wo er Gelegenheit nimmt, über die Formel mj zu sprechen; mancher Rabbiner, der glaubte, ein gutes Werk durch Abrogirung dieser Formel zu thun, könnte von diesem Christen Sinn und Bedeutung derselben lernen, um sich zu sagen, daß die Abschaffung derselben. wenn nicht geradezu eine Beleidigung gegen unsere Allvorderen und stillschweigendes Zugeständniß zu all' den Verleumdungen, die man aus derselben gegen Juden gemünzt hatte, mindestens eine Uebereilung war. Zeitusgsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Schildberg. Am 13. d. starb unser Rabbiner, Herr M. H. Bach, in Breslau, woselbst er sich, um seine Gesundheit wiederherzustellen, aufgehalten hatte. Derselbe war dahier 22 Jahre Rabbiner und hatte sein Amt mit Treue und Gewissenhaftigkeit versehen, wodurch er sich auch die Liebe aller Gemeindemitglieder erworben. Er war streng orthodox und stets und immer mit dem Thorastudium beschäftigt. Auch für ' 8 war er vielfach thätig, wovon dessen viele Sammlungen für die Armen des hl. Landes Zeugniß oblegen. n"3"s"rn

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