Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 48 (26.11.1879)
- Date
- 1879-11-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1270 seinen Propheten sagen: Nicht durch HeereSmacht und nicht durch Gewalt, sondern durch Meinen Geist wird AüeS zum guten Ende geführt werden!" Auch in dem Wochenabschnitte des Sabbats während des Festes wird uns die Umwandelung trauriger Verhältnisse durch die besondere Hilfe und Fürsorge Gottes erzählt. Joseph war als Sclave verkauft. Der siebenzehnjährige Jüngling, in Wohlstand und Behagen ausgewachsen, gehegt und gepflegt durch die besondere Liebe des Vaters, hat plötzlich mehr verloren als heutzutage ein Mensch verlieren kann. Er ist nicht nur dem heißgeliebten Vater entrissen, er hat nicht nur Vermögen, Rang und Stellung verloren, er ist auch der Freiheit beraubt; sein eigner Körper gehört Fremden, die ihn gleich einer Waare verkaufen l werden. — Seine Herren lagern an der Grenze deS heiligen Landes. Sie ruhen in den Armen deS Schlafes nach den Anstrengungen des Tages; auch die Thiere schlummern; nur die Wächter halten Wacht rings um die Karawane herum. Auch Joseph ist todtmüde; aber der Schlaf flieht seine Augen. Er geht umher, so weit es ihm gestattet ist. Da findet er ein Grabmal; es ist ihm bekannt; er hat an ihm als kleiner Knabe geweint; unter diesem Grabmale schläft seine Mutter Rachel, da wirft er sich zur Erde nieder; Thränen entströmen seinen Augen! „Mutter! Mutter! ruft er, weißt Du von dem Kummer, von dem Elende DeineL Sohnes? Weißt Du, daß Dein geliebtes Kind Hwaltsum der Heimath und der Liebe des Vaters ist entrissen worden? Mutter! Mutter! hast Du deßhalb meine Geburt so heiß ersehnt, so h>iß erfleht, daß ich werden sollte ein Sclave, ein Kecht der Knechte, der da verkauft wird von Hand zur Hand, wie ein Lastthier oder ein Zugstier verkauft wird? Mutter! Mutter! weißt Du von meinem Leid, so möge Dein unsterblicher Geist emporsteigen zu Gottes Thron und für mich Rettung und Hilfe, und für meinen alten Vater Trost und Beruhigung erflehen!" — Joseph schwieg. Und durch die Lüfte ging ein leises Säuseln, und es war ihm, wie wenn sanfte Stimmen ihm zuflüsterten, linde und milde, wie nur eine Mutter zu trösten vermag. Und er schaute empor zum Sternenhimmel, der da herrlich sich über ihm wölbte, und V rtrauen zog ein in sein Herz, Vertrauen zum Schöpfer des Weltalls, der alle jenen großen und mächtigen Welten, die zahllos vom blauen Himmelszelte zu uns herniederblicken, trägt und leitet und lenkt, und der auch keines seiner Geschöpfe vergißt. Gestärkt und getröstet sucht Joseph seine Lagerstätte auf, und bald umfängt ihn der stärkende Schlaf. Von nun an kann ihm nichts mehr sein Vertrauen rauben; er widersteht den Verführungen im Hause des Potiphar, er verzweifelt nicht im Gefängnisse tief unter der Erde, er wird nicht übermüthig. da Gott ihn emporhebt zu einer der höchsten Stufen menschlichen Seins. — Nicht feine eigene Kraft hat ihn emporgebracht, sondern GotteS Fürsorge und Baterhuld, wie er eS ja selbst auSfpricht: njns oft» nx mp' ,'->pb2 „Aus den Tiefen des Gefängnisses stieg er empor zu den Höhen des Königsthrones", „nicht durch Heeresmacht, nicht durch Gewalt, sondern durch den Geist des Gottes Zebaoth." (Fortsetzung folgt.) Zeitirugsrracdrichten und Corr-fporrderrzen. Deutschland. Zwittgenberg a. d. Bergstr. Ein herber Verlun hat am Schlüsse der doiü o'D’ unser Städt- I chen und besonders unsere iSrael. Gemeinde be-! troffen. Dem Allmächtigen hat es gefallen. Herrn Moses Bendheim aus unserer Mitte zu nehmen. Am Abend des msy töip wurde derselbe von einem Schlaganfall getroffen; groß war der Schrecken in unsrer Gemeinde und allgemeine Betrübniß herrschte in unsrer Synagoge. denn die Krone derselben fehlte. *o-i Abend waren alle Gemeindemitglieder bei dem noch so muntern Manne zum „Lernen" versammelt, und keiner ahnte, welcher Verlust uns bevorstand. Am nwttiD ddip wurde ein Enkel desselben mso -»a, genört war auch diese Feier, weil der Großvater ihr nicht bekwohnen konnte, am Abend schlief derselbe ohne weitere Schmerzen sanft ein.. Wie sehr Herr M. B. geliebt und geehrt war, erwies sich bei der , Israeliten und Christen von Nah und Fern, der Gemeinderath zu Zwingenberg wie auch mehrere Bürgermeister der Umgegend kamen, um dem Dahingeschiedenen das Geleite zur letzten Ruhestätte zu geben; noch nie sah man in unserm Städtchen eine so große nv*?. Der Verblichene erreichte ein Alter von 6u Jahren, war mit irdischen Gütern gesegnet und übte viele D'iDn; selbst streng religiös erzog er auch seine Kinder auf dem Wege der Frömmigkeit und Thätigkeit. Auf dem Friedhofe hielt Herr Rabbiner vr. Marx von Darmstadt eine würdige und ergreifende Rede. Die Familie verlor an dem Hingeschiedenen zum nach Anw gare war schöi des storb die nen sehr der und 1 man die 2 zwei die I in U fen 1 Frar heit dem und nam< Dab würf land von Sehr die! stirt.;n 5 Tür! Kais stant Zwe Pfal Brai ihn geler allen und mehr und Brie gend Pfal der l gege! Sach mit i lungl Chri