Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1879)
- Date
- 1879-11-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XX. Jahrgang. land von esetzt >herl er- >thoärft. rsten r sie von die über rsten > ein venn iffen a zu Fer. »hme öahl ömis >lner und eiertlich dem oselktion and, -te. „Du r ich rftig )lich abbi ein mme Carl nach nilie t-) Erste Leilagr zu Rr. 47 des Israelit. Leitender- Artikel. Literarischer Gericht. Beiträge zur hebräischen Grammatik in Talmud und Midrasch. Eine Abhandlung von Dr. A. Berliner. Berlin 1879. Je mehr man sich in den Gedankengang dieses gelehrten vielbelesenen und mit seltener Begabung ausgerüsteten Mannes vertieft, destomehr findet man das große erhabene Streben aus all seinen Schriften heraus, die tiefdurchdachten Ansichten unserer Wersen, ihre Lehrweise und Lehrmethode, die Tiefe ihres Blickes und die Starke ihre« Riesengeistes, mit der Schärfe seines kritischen Urtheils, selbst Befangenen und Voreingenommenen deutlich klarzulegen, und so die leider so vielfach gesunkene Achtung und Pietät gegen die Ansichten dieser Coryphäen wieder neu zu beleben und zu wecken. Man erstaunt über die ruhige Erhabenheit, mit der der Verfasser hier wieder ein Gebiet betritt, auf welchem die Talmuden so viel geschmäht und gelästert, auf dem Gebiete der hebr. Grammatik nämlich, wo man dieselben der Unkenntniß zeiht, und mit seltenem Fleiß und Beharrlichkeit weist der ehrenwerthe Verf. hier nach, daß bei den Weisen des Talmuds grammatisches Bewußtsein durchaus nicht gefehlt hat, „und bei ihnen, wenn sie auch nicht über den streng wissenschaftlichen Apparat verfügten, Beiträge für die Geschichte der Schrift, der Sprache, für das Nomen und Verbum, für die Partikeln, für Etymologien, für Sprachvergleichungen und Synonymen, ja sogar für grammatische Termen zu gewinnen seien." Die wahrhaft vollendete Kunstmaßigkeit, mit der dem Verf. dieser vielseitige Nachweis gelungen ist, muß jedem Freunde der jüdischen Literatur überhaupt, Jedem insbesondere, der noch Herz und Sinn für die Weisen des Talmuds und ihrer Lehrweise hat, mit besonderer Freude erfüllen, hier den Nachweis zu finden, daß die Grundlage zu einer vollendeten hebr. Grammatik, wie wir sie heute in Lehrbüchern vor uns haben — talmudischen Ursprunges ist, und daß wir auch diese bedeutsame wissenschaftliche Errungenschaft, wie so vieles Andere, wesentlich dem hingebungsvollen Streben der Männer verdanken, deren ohnehin vielseitiges Wissen wir so oft im Talmud zu bewundern Gelegenheit haben. Ergibt sich dies schon aus dem allgemein angenommenen Namen der Sprache pwb ,'-oy paft ttH'pn, die beide talmudischen Ursprunges sind (vgl. Jadajim 5. 4. Berachoth 13. u. a. v.) da doch die Benennung derselben einer pentateuchischen Ausdrucksweise zufolge uns rsw (wie in Jesaias 19, 18) oder nn n’ nstp (gleich Nehemia 13. 14) lauten mußte — so weist uns der gelehrte Verf. in vorliegender Schrift auch nach, daß auch die andere Kunstausdrücke und grammatische Benennungen wie der des Alphabets, Vocale, Accente, des Genus, Casus und Numerus u. s. w. ursprünglich aus der ältesten Zeit des Talmuds stammen. Daß der gelehrte Verf. nicht Alles, sondern nur einen Theil des schätzbaren Materials zu Tage gefördert, gesteht er in seiner allzugroßen Bescheidenheit selbst ein, und will daher auch nicht im Entferntesten Anspruch auf Vollständigkeit machen; dennoch glauben wir, daß er sich auch für diesen Theil die dankbare Anerkennung aller Wahrheitsfreunde erworben, weil er etwas tief Verborgenes an das Licht der Betrachtung gezogen und die Aufmerksamkeit auf ein neues Material im alten Talmudschatze gelenkt, wie auch dadurch gezeigt hat, daß nur dieser recht eigentlich die Grundlage unserer gesammten wissenschaftlichen Erkenntniß ist. Gehen wir nach diesen einleitenden Worten etwas näher in dem hier behandelten Stoffe ein. Da fällt uns zu allererst auf, daß nämlich der Verf. (S. 9), wo er über das Alter der Sprache spricht und die Worte des Midrasch (Bereschith Rabba C. 18 u. 31) citirt, sich nur darauf beschränkt auf die Worte Mendelssohn in der Einleitung zum Pentateuch, und nicht vielmehr auf die viel schlagenderen Worte des Cusari (II. 68), wie auch des Iben Esra (Com. zum Hohenlied 8, 11) zu verweisen. Auch bei den Citaten aus dem Talmud, wo er hebräische Ausdrücke sich mit arabischen und aramäischen Sprachelementen erklärt, hätte der Verf. statt Rosch Haschanah 33 a, bereits 26 a oder gar Pesachim 61a, wie auch Megilla 18 a verzeichnen können. S. 12, wo von den drei, in Sabbat 104 a erwähnten, von der gewöhnlichen Ordnung des