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Der Israelit · 1879-11-12 · Heft 46 (12.11.1879) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 46 (12.11.1879)
Date
1879-11-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1219 wenn es Nachahmung finden und der Allgütige seinen Beistand verleihen wird — und beides kann und wird bei einer so guten und gerechten Sache nicht fehlen — zur Conservirung des wahren, unverfälschten und unverkürzten Judenthums, zur Wiederbelebung des so tief gesunkenen religiösen Sinnes in W. das Seinige beizutragen nicht verfehlen wird. Es hat sich nämlich die erste orthodoxe Separatgemeinde constituirt und zwar in Witten a. d. Ruhr. Herr Samuel Kahn daselbst, der, wie wir beiläufig bemerken wollen, die dortige Gemeinde - Synagoge schon seit mehreren Jahren nicht mehr besucht, und zwar deshalb, weil man in derselben einen Gottesdienst eingerichtet hat, der den Anschauungen des traditionellen Judenthums diametral zuwiderläuft, einen Gottesdienst, der eher im mpr miay als ein füdischer Dienst genannt werden könnte. (Die sogenannten Eultusreformen haben auch hier bereits den Culminationspunkt erreicht: Männer und Frauen sitzen nebeneinander, mj Pd und andere heilige Gebete sind avsorbirt und dafür Harmonium, gemischter Chorgesang und anderer Tand, nn nyni fon, eingeführt. Dazu kommt noch, daß der Gottesdienst von einem Manne geleitet wird, dem unsere heil. Religion nichts mehr als eine Humanitätsreligion und die Ausübung mancher ihrer beseligenden Vorschriften gleichgiltiz ist). Alle diese nnd noch so manche andere Nebel- und Mißstände hatten Herrn Kahn veranlaßt, an den verflossenen O'x->^.-> o’D* einen Separatgottesdienst einzurichten, dem auch mehrere Mitglieder der Hauptgemeinde beigewohnt hatten. Viele derselben, bei denen' der religiöse Sinn noch nicht ganz erloschen und die Anhänglichkeit an den altehiwürdigen Institutionen und Einrichtungen noch nicht ganz erkaltet ist, aber der Anregung bedürfen um wieder geweckt und belebt zu werden, haben sich mit Herrn Kahn verbunden, ihren Austritt aus der Synagsgen-Gemeinde bereits vollzogen und ein den Bedürfnissen völlig entsprechendes Lokal für Männer- und Frauensynagoge eingerichtet, ein üyo Bnpö das am x-in niens p"w eingerichtet und seiner Bestimmung übergeben wurde. Vor dem wPp-Gebete am Freitag Abend hielt Unterzeichneter die eigentliche Weiherede. In dem Einleitungsgebete flehte derselbe den Segen Gottes auf das zu seiner Ehre eingerichtete Bethaus herab, dankte den Mitgliedern der kleinen Gemeinde, die keine Mühe gescheuet, keine Sorge geachtet und nicht auf die Opfer gesehen haben, um eine Stätte sich herzurichten, an der Gottes heiliger Name gepriesen und sein heiliges Wort verkündet werden soll in altherkömmlicher echt jüdischer Weise, ohne allen modernen Flitter und Tand. Nachdem derselbe nun noch seinen Dank allen Denen entgegen getragen, die gekommen waren, der heiligen Feier beizuwohnen, legte er der eigentlichen Weiherede den Text "m ntn Dipan k-iu no zum Grunde und suchte in derselben, anknüpfend an die recht sinnigen Worte unserer Weisen im Talmud Pesachim spy ,rnr n ditobt pns» pn o airop omax no lx-tpsp in längerer Rede klar zu legen, daß das Gotteshaus, besonders in unserer für das Heilige und Höhere so sehr indifferenten Zeit sein müsse: Ein Haus des Gebetes und der wahren Andacht und Erbauung, ein Haus der Belehrung und endlich ein Haus der Sammlung und Einigung. Mit einem zum Schluffe gesprochenen Weihegebete wurde die Freitags-Abendfeier beschlossen. Sowohl der Abendals auch der ron-Morgens, Nachmittages und natv 'XLiv-Gottesdienst war ein recht feierlicher und erhebender. Geleitet wurde derselbe von Herrn S. G. Frankfurter aus Wesel, der den ihm vorausgegangenen Ruf als guter ]in und das in ihn gesetzte Vertrauen auch bei dieser Gelegenheit aufs Glänzendste gerechtfertigt hat. Zum Schluffe sei uns noch zu erwähnen gestattet, daß der rn-Morgengottesdienst durch eine von gedachtem Herrn Frankfurter gehaltene recht kernige und der Situation völlig entsprechende Predigt sehr gehoben wurde und daß der, als pc6 wohl bekannte Herr Koppel Deffauer aus Limburg, durch wahre, sowohl bei Tische als auch während der übrigen Tageszeit von ihm gehaltenen religiösen Reden (rrnn na-?) uns und alle Zuhörer wahrhaft erbaut und zur Verherrlichung des Festes das seinige beigetragen hat. Möge die kleine glaubenstreue Schaar immer mehr erstarken und an ihr erfüllt werden: nxa njbm *]nnnxi lysa *)n»tMo n>m Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Trier. In Nr. 45 des „Israelit" finde ich eine Notiz des Herrn Maier Reisner jr. in Schrimm, welche meine Wahl zum Rabbiner dieser Gemeinde zum Gegenstände hat und dabei mehrere uncorrecte Behauptungen enthält. Soweit diese mich speciell betreffen, sehe ich mich veranlaßt, den Thatbeftand durch einige Worte richtig zu stellen. Herr Reisner schreibt: „Die Berufung des nicht einstimmig, sondern von 138 Stimmberechtigten mit 49 Stimmen gewählten Herrn Dr. Ehrmann, ist nicht wegen untergeordneter Punkte unterblieben, vielmehr aus schwerwiegenden Gründen, welche Vorstand und Repräsentanten zu einem einstimmigen Beschluß führten, den Gewählten nicht zu berufen. Die Gründe bestanden darin, daß die in dem Vertrage demselben auferlegten

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