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Der Israelit · 1879-11-05 · Heft 45 (5.11.1879) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 45 (5.11.1879)
Date
1879-11-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1204 zwei drei Jahre älter sein, und schien sich in Bezug auf Kleidung und Anordnung des Bartes, seinen jünger« Reisebegleiter zum Vorbilde genommen zu haben. Als die Beiden Leipnik ansichtig wurden, zog der jüngere höflich den Hut und sprach: „Guten Morgen, lieber Mann! Sind sie aus dieser Gegend? wir haben uns hier im Walde verirrt — wir sind auf dem Wege nach Brauschitz." Einen Augenblick glaubte Leipnik, daß der artige Gruß und die höfliche Ansprache nur Ironie seien, denn der Fremde mußte ihn ja schon des gelben Fleckes am linken Aermel wegen, als Juden erkennen, und hatte ihn doch mit „Sie" angesprochen, das war ja geradezu beispiellos; aber es lag eine eigenthümliche Milde in seinen Zügen und in dem Tone seiner Stimme, so daß bei Leipnik jedes Mißtrauen schwand und er ruhig antwortete: ,, 'd) bin selbst aus Brauschitz und der Weg dorthin führt durch diesen Wald. Gehen Sie gefälligst diesen Pfad fort bis Sie zu der Stelle kommen, wo sich die Wege kreuzen, dort steht auch eine kleine Kapelle, diese lassen Sie links und schlagen den etwas breiten Weg ein, nach etwa dreivierhundert Schrittten zweigt sich derselbe nach drei Richtungen ab; wenn Sie auf den mittleren etwa eine halbe Stunde gegangen sind, kommen Sie zu einer vom Blitze zertrümmerten Eiche, die an einem kleinen Teiche steht — rechts von diesem führt der Weg zu einer Anhöhe, auf welcher ein verfallenes Jägerhäuschen steht, — wenn Sie diele erstiegen haben, sehen Sie dann die Straße, auf welcher Sie dann, allerdings nicht in gerader Richtung, nach Baustritzkommen; — aber dort werden Sie schon Leute finden, die Ihnen das Nähere angeben werden." „Sie muthen meinem Gedächtnisse zu viel zu", entgegnete der junge Mann. „Sie haben den Weg zwar klar und deutlich geschildert, aber ich traue mir nicht zu das Alles zu behalten; — waren Sie vielleicht glücklicher, lieber Rosenberg?- wandte er sich an seinen Begleiter. „In der That nicht, Herr Graf!" entgegnete dieser lachend, „aber ich hatte davor gewarnt, uns in das Labyrinth eines uns ganz unbekannten Waldes zu wagen." Leipnik erröthete vor Vergnügen und freudiger Ueberraschung; dem jungen Manne mit den großen blauen Augen, dessen Blick prüfend auf Leipniks Zügen lag, war dessen Bewegung nicht entgangen und er sprach im teilnehmenden Tone: „Sie scheinen bewegt, erregt, was ficht Sie plötzlich an?" „Gnädiger Herr! Ich habe, nachdem ich Ihren und Ihres Herrn Begleiters Namen gehört, Sie sofort erkannt; und halte es für eine besondere gnädige Fügung Gottes, daß er mich Sie hier im Walde finden ließ — der Herr Baron Pellwald, mein gnädiger Grundherr, hat meinen Oheim mit seinem Ansuchen, das mich betrifft, an Sie gewiesen." „Sie haben mich und meinen Begleiter erkannt?" unterbrach ihn der junge Mann lebhaft; — „und der Baron Pellwald hat Sie an mich gewiesen? — Ich muß es Ihnen gestehen, daß mir Ihre Worte vollkommen unverständlich sind!" „Sie haben Ihren Herrn Begleiter, Rosenberg, dieser Sie, „Herr Graf" genannt und es kann daher kein Zweifel darüber obwalten, daß Sie unser neuer gnädiger Herr Oderamtmann Graf, Ihr Begleiter, Herr Rosenberg, der erwartete neue Erzieher des jungen gnädigen Barons ist, welche Herren heute hier eintreffen sollen — es wäre sonst der wunderbarste Zufall, wenn zwei andere Herren gleichen Namens an ein und demselben Tage in Brauschitz anlangen sollten." „Das muß ich allerdings einräumen, das wäre in der That der merkwürdigste Zufall, den es gibt; — aber Sie sagten, der Baron habe Ihren Onkel mit einem Anliegen, das Sie betrifft, an mich gewiesen — darf ich dieses erfahren? „Offen gestanden, gnädiger Herr Oberamtmann, war es gar nicht meine A'-sicht Ihre Ankunft abzuwarten und Ihnen meine unterthänige Bitte vorzutragen; — ich dachte. Sie würden, wie Ihr Vorgänger ein hochfahrender, stolzer Mann sein, der einen armen Juden oder Bauern gar ni ht als Menschen achtet,, ihn nicht anhört, ihn erbarmungslos zu Boden tritt; — aber Sie entsprechen wahrhaftig nicht dem Bilde, das ich mir von dem neuen Oberamtmann gemacht habe;" Leipnik hatte sich einen Moment von seiner Hoffnungsseligkeit hinreißen lassen; und plötzlich erkannte er wieder, daß der neue Beamte vielleicht den guten Willen, aber gewiß nicht die Macht haben würde, seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen, und mit großer Offenheit fuhr er fort; „aber ich fürchte, daß dies nur ein Vorwand des Herrn Barons war, und daß selbst Ihre gütige Fürsprache kaum zu meinen Gunsten entscheidend einwirken könnte." Der junge Mann hatte Leipnik nachdenklich angehört. „Vor Allem möchte ich Sie bitten, uns den Weg aus dem Wald heraus zu zeigen, auf der Landstraße wird uns wahrscheinlich schon der Postwagen erwarten; bei dieser Gelegenheit können Sie mir auch die Bitte vortragen, welche bezüglich Ihrer an den Baron gestellt wurde und deren Erledigung er feinem neuen Oderamtmann zuwies." „Ich bin recht gerne bereit, Ihnen als Wegweiser zu d und die Hi Leipni zählen; w Juden dur meinen sei, glücklichen zu empfind seitige Nei stand; er seines Her lich er, s« diesen Ver mit allzugi habe, nach seine Verl erkämpfen, waren scho in seinem er cs muß die Thrän fäuliche R Leipnik ha ei: Die alsbald n und beste folgt : a) baai d) baai o) Ans« ä) Cas e) Cas Bew bis längs wird nöck tend höhe Wacl 3171]

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