Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 45 (5.11.1879)
- Date
- 1879-11-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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1205 weiser zu dienen, gnädiger Herr!" entgegnete Leipnik und die kleine Gruppe setzte sich in Bewegung. Leipnik begann seine Leidensgeschichte zu erzählen; wie unglücklich und schwer gedrückt die Juden durch die Pharaonischen Gesetze im Allgemeinen seien, und wie gerade er sich in der unglücklichen Lage befinde, die ganze Wucht derselben zu empfinden. Er schilderte die langjährige gegenseitige Neigung, die zwischen ihm und Hanna bestand; er schilderte in einfachen aber den Tiefen seines Herzens entquellenden Worten, wie entsetzlich er, seine Verlobte und deren Familie unter diesen Verhältnissen litten; er erzählte vielleicht mit allzugroßer Offenheit, daß er sich entschlossen habe, nach Ungarn auszuwandern, um für sich und feine Verlobte das einzige Glück ihres Lebens zu erkämpfen. Die Thats:chen, die Leipnik erzählte, waren schon an und für sich erschütternd, er war in seinem Berichte warm geworden; ohne daß er cs wußte, waren dem starken kräftigen Manne die Thränen in bic Augen getreten, und eine unsägliche Rührung hatte sich seiner bemeistert. — Leipnik hatte an seinem plötzlich gewonnen Gönner j einen aufmerksamen Zuhörer gefunden. Er befragte ihn genau über die Verhältnisie der mährischen Juden im Allgemeinen und über jene auf den Pellwaldff'chen Herrschaften insbesondere und auch sonst über die Zustände auf Schloß Brauschitz. Während dieses Gespräches waren die drei Männer auf der Landstraße angelangt. „Ah! das ist doch stark", meinte Rosenberg, „der Postillon ist noch nicht da; — das ist wahrhaftig unverantwortlich; wenn er uns nur nicht voran gefahren ist und uns verfehlt!" „Was läge daran? ‘ meinte der Andere lächelnd, „es ist ein schöner Sommertag, allerdings etwas wärmer als es für Fnßreisende angenehm ist, — wie lange Zen brauchen wir, um nach Brauschitz zu gelangen, wenn wir gezwungen sind, den Weg zu Fuß zurückzulegen? „Drei Stunden, Euer Gnaden!" entgegnete Leipnik. „Dann muß ich Sie bitten, uns den Weg nach dem Schlosse zu zeigen, damit wir ihn nicht noch durch Umwege verlängern." (Fortsetzung folgt.) ANZEIGE den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Jnseraterr-Annahme für Frankfurt a.M. bei J. Kauft mann, Buchhandlung, für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung in Hamburg, Kohlhöfen 35, und für' CölN bei Le« Frank, Steinfeldergasse 7. Besetzung einer israel. Lehrerstelle. Die israel. Lehrerstelle zu Wachenheim soll alsbald mit einem geprüften Lehrer besetzt werden und bestehen die damit verbundenen Bezüge wie folgt: a) baar aus der Cultuskasse . . 250 Mk. b) baar aus der Friedhofskasse . 200 Mk. o) Anschlag der Wohnung ... 50 Mk. ä) Casualien für Schächter ca. . 1-0 Mk. e) Casualien beim Friedhof ca. . 150 Mk. Summa 800 Mk.^ Bewerber wollen ihre Gesuche nebst Zeugnissen bis längstens 20. November l. I einschicken, und wird noch bemerkt, daß sich die Casualien bedeutend höher stellen werden, als oben angegeben. Wachenheim (bayer. Pfalz). 23. Oct. 1879. Der Synagogen-Vorstand 3171] Jacob Mehlinger. rorfr Unter höflicher Bezugnahme auf meine Annonce vom v. I. erlaube mir die von mir construirten sehr veliebten Chanuka-Leuchter bestens zu geneigter Abnahme zu empfehlen. Zeichnung und Preis- Courant stehen gratis zu Gebote. Insbesondere füge noch bei, daß auch Chanuka Leuchter ganz aus Messing gefertigt geliefert werden können. Aufträge weroen bestens ausgeführt; jedoch ersuche solche bis längstens 7. Dezember an mich zu richten, da später einlaufende nicht mehr berücksichtigt werden können. Max Lamm, 3134) Buttenwiesen (Bayern). ZMeütW KeKmatilin „Lem" Metzgergasse 20, [3221 Hanau a. 9K. Gute Küche; billige Preise.