Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 45 (5.11.1879)
- Date
- 1879-11-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Rechte, 18 Studirende der Philosophie, 59 der Technik und ein Lehramts-Candidat für die Mittelschulen. Dein Vaterlande nach waren 5 aus Wien, 2 aus Niederösterreich, 88 aus Ungarn, 40 aus Mähren, 35 aus Galizien, 34 aus Böhmen, 7 aus Oester-! reich-Schlesien, 6 aus der Bokuwina, 4 aus Kroatien, j 2 aus Slavonien und 3 aus Rußland.! Die seit Langem andauernden bedrängten Zeitverhältnisse, sowie die in denselben begründete, nicht zu unterschätzende Schwierigkeit für den Studirenden, sich ein Nebeneinkommen zu verschaffen, bringen es mit sich, daß die Zahl der um Unterstützung Ansuchenden sich von Jahr zu Jahr mehrt, und wäre nur zu wünschen, daß auch in solchem Verhältnisse die Zahl unserer verehrten Mitglieder, deren wir jetzt bloß 110 haben, sich vergrößern möchte. Sehr viele der von uns Unterstützten haben in ihrem Berufe bereits theils in der Residenz, theils außerhalb derselben angesehene gesicherte Stellungen gesunden, wobei nur zu bedauern ist, daß die wenigsten derselben in ihrer gesicherten Stellung sich unseres Unterstützungs-Vereines, sei es durch Restitution des Unterstützungsbetrages, sei es durch Mitgliedstheilnahme, erinnern. Um so erfreulicher war es für uns, als wir aus New-Aork von einem dort lebenden Arzte, welchen wir seinerzeit unterstützten, eine Zuschrift erhielten, mittelst deren derselbe uns aus freiem Antriebe den erhaltenen Unterstützungsbeitrag mit Dank Zurückerstattete. Die Einnahmen betrugen 3117 fl., die Ausgaben 2654 sl. Pretzburg, im Oct. An dem verflossenen "n row spielte sich ein besonders feierlicher Akt im Waisenhause der hiesigen iSrael. Cultusgemeinde ab. Von den Zöglingen, welche in dieser Anstalt seit ihrer frühestenKindheit Pflege und Erziehung genossen, wurden nämlich drei an diesem Tag rvsD 12. Herr Ober-Rabbiner Schreiber, sowie Herr Rabbiner Fischmann nebst sämmtlichen Vereinsvorstehern und eine große Anzahl der angesehensten Gemeindemitglieder hatten sich im Waisenhause hierzu eingefunden, was der Feierlichkeit einen erhöhten Glanz verlieh. In warmen und höchst gefühlvollen Worten statteten die Zöglinge, welche mit diesem Alter das Institut zu verlassen haben, den Vereins-Vorstehern sowie ihrem Waisenvater, der durch die wahrhaft väterliche Hingebung es ihnen nicht fühlen ließ, was sie verloren, ihren Dank ab, und zwar in solche rührender Weise, daß fast sämmtlichen Anwesenden die Thränen in den Augen standen. Die aus der Anstalt scheidenden Knaben wurden sodann von Freunden derselben beschenkt, worauf auch der Vorstand dem Waisenvater, Herrn B. L. Goldberger, für die besondere Sorgfalt und musterhafte Erziehung, welche derselbe den Zöglingen stets angedeihen! lasse, seinen herzlichsten Dank aussprach, j Ludwig Oesterreicher. Prag Dem Ausweis über Einnahmen und Ausgaben des isr. Freitisch-Vereins in Prag für das Schuljahr 1878—1879 entnehmen wir: Die Zahl der Mitglieder hat zugenommen und haben die Einnahmen und das Vereinsvermögen sich vermehrt. Gegen das Vorjahr ist die Mitgliederzahl von 478 auf 679 und sind hiedurch die Jahresbeiträge von 1950 fl. 20 kr. auf 2388 fl. 20 kr. gestiegen. Die Spenden zu den currenten Auslagen, welche 1877—1878 318 fl. 15 kr. betrugen, haben im abgelaufenen Vereinsjahre 611 fl. 29 kr. betragen, ebenso sind die eingegangenen Interessen des Vorjahres mit 399 fl. 75 kr. aus 548 fl. 6 kr. gestiegen, und endlich ist der unangreifbare Fond von 7800 fl. auf 9600 fl. bestehend in diversen Effecten angewachsen. Andererseits haben sich aber auch die Ausgaben für die Beköstigung sehr bedeutend vermehrt. Es stieg nämlich die Anzahl der Kostnehmer von 115 auf 156, wodurch die Zahl der verabreichten Portionen von 11653 auf 18244 angewachsen ist. In Folge dessen betrug die Auslage für die Beköstigung im heurigen Schuljahre 2689 fl. 41 kr. während im vorangegangenen Jahre hiefür blos 1569 fl. 7 kr. verausgabt worden sind. Es könnten diese Ergebnisse als überraschend günstige und im höchsten Grade erfreuliche bezeichnet werden, wenn es aber auch gelungen wäre, allen an den Verein gestellten Ansprüchen um die Mittagskost, Genüge zu leisten. Leider waren durch die Ungunst der Zeit die Mittel des Vereins nicht zureichend, um allen Bittstellern die gewünschte Anzahl von Kosttagen zu bewilligen, der Vorstand hofft aber, daß es in dem eben beginnenden Vereinsjahre gelingen wird, nicht dlvs dem Vereine alle seine bisherigen Gönner unverändert zu erhalten, sonden auch so zahlreiche neue Mitglieder und Wohlthäter zu gewinnen, als cs eben der wahrhaft humane Zweck des Vereins verdient. Denn nicht die Verabreichung der Mittagskost allein, an und für sich ist es, welche den Freitisch-Verein als ein nothwendiges Glied im Organismus der Humanitären Vereine der wohlthätigen Stadt Prag erscheinen lassen; sondern daß der Verein nicht nur wie ursprünglich die Volksschüler, nun auch die heranreifende studirende Jugend, als: Unter- und Ober-Gymnasiasten, Un-