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Der Israelit · 1879-11-05 · Heft 45 (5.11.1879) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 45 (5.11.1879)
Date
1879-11-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1198 zu Wilna und Nicolsburst; es wurden von mir auch Candidaten vorgeschlagen, die solche von Herrn Dr.Hildesheim2r und.Or. Auerbach in Halberstadt besaßen, diese wurden aber nicht acceptirt. Mein Vacanzausschreiben verlangte „streng orthodoxe Richtung." Möge es dem jetzigen Vorsitzenden gelingen, was mir nicht gelingen wollte, einen Rabbiner wählen zu lassen, der ungeheuchelte Frömmigkeit mit Friedensliebe vereint und für einen solchen Candidaren werde ich nach wie vor in die Schranken treten. Maier Reisner jr., Vorstandsmitglied. Oesterreichifch-Ungarifche Monarchie. Pesth, 30. Oct. Der „Pesther Lloyd" veröffentlicht eine Circularnote Boerescus über die Judenfrage an die Vertreter Rumäniens bei den Signatarmächten. Die Note constatirt, daß die Annahme des modifizirten Verfassungs-Revisionsgesetzes die Geister beschwichtigt und große Gefahren beseitigt habe. Der ursprüngliche Negierungsentwurf rief in der Kammer und überall im Lande so lebhaften Widerspruch hervor, daß die Gefahr ernstlicher Unruhen drohend wurde, deren erste Opfer die Israeliten geworden wären. In normalen Zeiten hätte unter solchen Umständen das Cabinet demn'sioniren müssen, dann wäre aber die Opposition ans Ruder gekommen und hätte ihren Entwurf eingebracht; ernste Verwickelungen nach Außen wären heri orgerufen und eine Kammer- Auflösung bezw. Neuwahlen würden Signal zu tiefgehenden inneren Erschütterungen gegeben haben; das Compromiß mit der Opposition wäre als vernünftiger Ausweg geblieben. Die Regierung nahm cs an. da die Modification meist nur formeller Natur waren. Die Grundlag n des ursprünglichen Entwurfs, daß das Princip bürgerlicher und politischer Gleichheit in die Verfassung ausgenommen werde, mit dessen Durchführung sofort begonnen werde, blieben unbe-.ührt. Die Regierung hoffe, daß die Signatarmächte dieser dem Berliner Vertrag vollständig entsprechenden Lösung zustimmen würden. — Rumänien. (Ungern verspätet.) Am 12. Oc:ober fand in Bukarest eine von den Herren Marcus und Schönefeld berufene Massenversammlung der Juden statt, in welcher die genannten Herren erklären, daß sie von der Regierung consultirt und autorisirt worden seien, unter den Juden dahin zu wirken, daß diese einzeln um die Naturalisation in der von dem Ministerium vorgeschlagenen Form nachsuchen möchten. Darauf erhob sich ein großer Lärm, man nannte die Redner „Verrather" und zwang sie die Rednerbühne zu verlassen. Schließlich wurde folgende Resolution angenommen: „Nachdem diese Versammlung rumänischer Juden die Vorschläge der Herren Marcus und Schönfeld, welche sich das Recht angemaßt, mit der Regierung über die Judensrage zu verhandeln, angehört hat, weist sie mit Entrüstung deren Vorschläge, löOü einzelne Naturalisationsgesuche zu unterzeichnen, zurück, und erklärt hierbei, dag diese Herren nie waren und niemals sein werden die autorisieren Vertreter der jüdischen Bevölkerung Rumäniens. Diese Versammlung erklärt ferner, daß die rumänischen Israeliten gegenwärtig eine Politik der musterhaften Unthätigkeit verfolgen und sie spricht die Hoffnung aus, daß die Regierung eine Lösung der Judenfrage zu Stande bringen wird, welche den Forderungen des Berliner Vertrages entspricht." Die Versammlung ernannte sofort ein permanentes Comitb, welches die Aufgabe hat, die Juden zu bewegen, ruhig die Beschlüsse der Kammern adzuwarten Ferner wurde beschlossen, sofort eine Proclamation an die Juden zu erlassen, in welcher sie vor den Personen gewarr werden, die sie zur Einreichung von Naturalisationsgesuchen bewegen wollen. Ein von der „Alliance Jsraelue" eingegangenes Telegramm empfahl ebenfalls, keine Petitionen zu unterzeichnen und keine Liste auzu-- nehmen, sondern ruhig das Resultat der Verhandlungen abzuwarten. Diese Versammlungen und Resolutionen, sagt der Bukarests Correspondent der „Times" nicht ohne guten Grund, zeigen doch, daß die Juden nt Rumänien vollständige Freiheit der Action haben. Feuilleton. Ilabbi Ioselmann von Aosheim. Eine historische Erzählung. (Zweites Buch> XIV. Daß Rabbi Joselmann sich beeilte, am andern Tage die versprochene Abschrift des Fretheitsbriefes aus der Kaiserlichen Kanzelei abzuyolen, braucht wohl nicht erst erzählt zu werden. Wir sind so glücklich, eine beglaubigte Abschrift dieses Freiheitsbriefes zu besitzen. Dieselbe ist aus dem Großherzoglich Badischen Geueral- Landes-Archiv zu Carlsruhe copirt und befindet sich daselbst in einem Codex, betitelt: „Pfälzisches

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