Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1879)
- Date
- 1879-10-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1179 die sich in diesem Kampfe mit Waffen auS dem reichen Arsenal eines R. Moscheh Sofer y'st schützen wollen! Und nun verstehen sie diese Waffen nicht einmal zu handtieren. ja, es fehlt ihnen das Verstand' niß für die Lächerlichkeit, die sie bei jedem Einsichtigen erregen, den sie glauben wachen wollen, der ganze orn könne auch nur ein Sterbenswörtchen enthalten, das sich zu einem Plaidoyer ihres Schaukeljudenthums verwenden lasse. Es liegt aber diesen sämmlicheu Citaten aus unseren o'pD^n »bna im Munde einer Richtung, wie es diejenige des Breslauer Rabbinerseminars ist, von allem Bisherigen abgesehen, noch eine so widerliche Pfäfferei zu Grunde, daß es geboten erscheint, dieselbe einmal rückhaltlos klarzulegen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. 8 Deutschland. I Mainz, -0. October. Es ist ein trauriger! Gang, von dem wir soeben zurückkehren. Die in weitem Kreise rühmlichst bekannte Familie Sender in Biebrich-Mosbach hat wiederum einen i schmerzlichen Verlust erlitten. Herr Hayum Sender war ein Jehudi, wie man sie zu allen Zeiten nur selten fand; um so schmerzlicher wird der Verlust in unserer Zeit empfunden. Von Kindheit an in unserer heiligen Gotteslehre und in der Ausübung derselben erzogen, widmete er sein ganzes Leben der Gotteslehre, dem Gottesdienste und der Ausübung von Wohlthaten. Namentlich war es die Einführung der Kinder in den Bund unseres Vaters Abraham, der er mit Aufopferung oblag. Da war ihm kein Weg zu weit und zu beschwerlich. Oftmals wanderte er, im Winter bei Schnee und Eis, in entlegene, einsame Gebirgsdörfer. wohin weder Eisenbahn noch Postverbindung führte, so daß es manchmal mit Lebensgefahr verbunden war. Ost mußte er die Sabbathe und die heiligsten Feiertage in solchen Dörfern verbringen, und da er es mit der Beobachtung der göttlichen Gesetze strenge nahm, so hatte er vielfach nichts Anderes zu essen, als die Vorräthe, die er selbst mitgebracht hatte. Bei - wenig bemittelten Leuten unterstützte er Wöchnerin und Kind aus eigenen Mitteln oft sehr reichlich. I Er ließ auch die Kinder, die er in Abrahams Bund eingeführt hatte, nicht aus den Augen, sorgte dafür, bafj sie jüdischen Unterricht erhielten, schenkte I ihnen die Bücher der heiligen Schrift und unterrichtete sie vielfach selbst darin. Er war ein Menschenfreund im edelsten Sinne des Wortes, liebevoll und gefällig gegen Jeden, wohlthätig gegen die Armen, geliebt und geachtet von Allen. Er war ein aufrichtiger, ernst meinender Jehudi und stets bereit, für das wahre, echte, unverfälschte und unverkürzte Judenthum mit feuriger Energie einzutreten. Auch die Armen des heil. Landes haben in ihm einen Freund und Wohlthäter * und fleißigen Gabensammler verloren. Trotz des strömenden Regens hatte sich zum Leichenbegängniß eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden. Wir bemerkten unter den Anwesenden die Herren Rabbiner M. Weiskopf aus Paris, Rabb. vr. Carlebach aus Lübeck, RadbinatS- Affeffor S. Bamberger aus Frankfurt a. M., vr.mecl.Theodor Klein ausParis,Benjamin Niederhofhein aus Frankfurt am Main, Jonas Bondi aus Mainz und viele, viele Andere. Im Trauerhause sprach zuerst der Herausgeber dieser Blätter, anlehnend an den schönen Ausspruch unserer Weisen in Traktat Berachoth: Da Rabbi Jochanan das Buch Hiob zu Ende gelesen hatte, sagte er: das Ende des Menschen ist zu sterben, und das des Thieres geschlachtet zu werden, und Alle gehen dem Tod entgegen. Heil Dem. der herangewachsen ist in der Thora und sich bemüht hat um die Thora, und Gott wohlgefällig gelebt hat; Heil Dem, der herangewachsen in einem guten Namen und von dieser Welt scheidet mit einem guten Namen, und so hat auch Salomo gesprochen in seiner Weisheit: Besser ist ein guter Name denn wohlriechendes Oel. Hierauf sprach Herr Rabbiner Weiskopf aus Paris, ein naher Verwandter des Heimgegangenen. Derselbe hob in ergreifender Weise die schmerzliche Verluste hervor, welche die durch Tugend und Frömmigkeit ausgezeichnete Familie Sender nach einander getroffen. Er verglich diese schweren Ereignisse mit den Prüfungen, die unser Vater Abraham zu bestehen gehabt, und wie dieser aus allen Prüfungen mit nur um so größerem Gottvertrauen hervorgegangen, so mögen auch die Mitglieder dieser Familie festhalten an ihrem Vater im Himmel. Die Leiche wurde auf dem neuen Friedhöfe der orthodoxen israelitischen Gemeinde zu Wiesbaden bestattet. Am Friedhofe sprach Herr Rabbiner Dr. Kahn aus Wiesbaden, in ergreifender Weise, ein treues Lebensbild des edlen Verblichenen entrollend, zugleich hernorhebend. wie sehr der Heimgegangene die Zwecke und Bestrebungen der or:hodoxen israelitischen Gemeinde zu Wiesbaden gefördert habe. In der israelitischen Gemeinde zu Biebrich-