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Der Israelit · 1879-10-29 · Heft 44 (29.10.1879) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 44 (29.10.1879)
Date
1879-10-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XX. Jahrgang. Erste Beilage zu tlr. 44 des Israelit. Leitendest Artikel. Der Lrfolg der Hutachten über das Ireslauer Mabbiner- Seminar. Von T. n. i Das Gutachten des Herrn Di*. Hild eshei- : wer hat die Aufmerksamkeit der „Israel. Wochenschrift" in allererster Reihe auf sich gezogen. Ihm > ist die Ehre widerfahren, abgedruckt und kritisirt . resp. benörgelt zu werden. Das gegnerische delilium tremens hat bei dieser Benörgelung einen Höhepunkt erreicht, der sicherlich nicht der letzte Erfolg dieses Gutachtens ist, und der es in hohem , Grade bedauern läßt, daß den beiden anderen Gut- ■ achten nicht dieselbe Rücksicht zu Theil wurde. > „Aber," belehrt uns die „Wochenschrift", „die Gutachten der beiden anderen Herren find das ■ Druckpapier nicht werth". Da man der „Israel. Wochenschrift" keine Gelegenheit sich zu blamiren entziehen soll, so möchten wir hiermit den Gedanken anregen, durch eine Subscription in gesetzestreuen jüdischen Kreisen den Werth des Druckpapiers aufzubringen, und so die Veröffentlichung der beiden anderen Gutachten Herrn Dr. Rahmer, ledig ihrer Werthlosigkeit wegen, zu ermöglichen. — Aber man unterschätze den Werth des Druckpapiers nicht. Die sprüchi wörtliche Geduld alles Druckpapiers wird z. B i von dem der „Israel. Wochenschrift" in einer Weise 8 überflügelt, von der jede Nummer beredtes Zeugniß ablegt. Man braucht nicht nach Beispielen zu suchen, In Nr. 33 heißt es: .Hildesheimer ist als Director eines sogen, orthodoxen Seminars der Einzige, dem zu antworten es sich noch verlohnt." In Nr. 34 heißt es: Und ist Rabbiner Hildesheimer nicht selbst Director eines Rabbinerseminars? Das sieht ja wie Concurrenz aus. Or. Hildesheimer betrachten wir in dieser Angelegenheit als po. Also sollte man dem Hildesheimer'schen Gutachten gerade am wenigsten Beachtung schenken! Wer erklärt diesen Zwiespalt? Die Geduld d >' Druckpapiers, auf dem die „Wochenschrift" erscheint, dessen hohen Werth ihr Redacteur daher mit Fug und Recht hoch schätzt. Wäre es weniger geduldig, es würde z. B. keine Berichte unter Amsterdamer Flagge ertragen, die so unverschämt und verlogen gehalten sind, daß nicht nur jeder aufmerksame Leser sofort ihre Wiege an der Elbe sucht, sondern daß auch ein wirklicher Mitarbeiter des Blattes aus Amsterdam noch zwei Wochen später sie desavouirt. Kommen wir jedoch zur „vorläufigen Abrechnung" mit dem Dr. Hildesheimer'schen Gutachten. Die kecke Behauptung, welche Herrn Dr. Hildesheimer einen nnya yxi nennt und ihm die Unparteilichkeit in Bezug auf das Breslauer Seminar adspricht. weil Herr Dr. H. selbst Leiter eines Seminars ist, bedarf keiner Widerlegung. Das weiß auch Herr Dr. Rahmer, und deßhalb rechnet er in seiner feinfühligen Weise ab, nicht obwohl, sondern gerade weil Herr Dr. H. Leiter eines Seminars ist. Es werden aber merkwürdigerweise nur die drei Punkte bemängelt, daß die Rabbiner der Breslauer Schule die jüdischen Speisegesetze verletzen, indem sie religionsgesetzlich verbotene Milch genießen, unerlaubten Wein trinken *( und den Sabbat öffentlich entweihen. — Gegen die Berichtigung der übrigen Gravimina scheint also selbst Herr Dr. Rahmer nicht einmal zum Schein etwas vorzubringen zu wissen. Beginnen wir mit dem letzten Punkte zuerst, wie vertheidigt der Herr Rabbiner von Magdeburg seine und seiner Cvmmilitonen Sabbatentweihung? „Daß es heutzutage nach Feststellung des Be- „griffes von Corporationen keine eigentlichen n"i gibt, da jeder Magistrat und jede Kreis- „behörde jede öffentliche Straße beliebig verbieten „kann, und schon durch die Eisenbahnen, Flüsse „und andere Zeichen die Umgrenzungen kenntlich „sind, sondern gegenwärtig Alles nur Trm man „v'snuebv ist, hätte er bei einigem Nachdenken „sich selbst sagen können. Uebrigens existiren auch *') Die Art und Weise, wie diese Dinge vom Magdeburger Rabbiner besprochen uub in's Deut s ch e übertragen werden, wäre in hohem Grade geeignet, das bitterböseste Rischuß zu provociren, wenn sein Blatt einen nur einigermaßen nennensiverthen Leserkreis hätte. — Daß man selbst vor sollen Mmelcheu nicht zurückschrickt, ist charakteristisch für Denjenigen, der sie ergreift, unb für die Lache, die durch solche gerettet werden soll.

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