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Der Israelit · 1879-10-22 · Heft 43 (22.10.1879) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 43 (22.10.1879)
Date
1879-10-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1150 Hirsch hat schon seit dem Bestehen des Seminars in öffentlicher ostensibelster Weise Stellung gegen dasselbe genommen, und hat überhaupt das Verdienst , zuallererst auf die Gefährlichkeit desselben hingewiesen zu haben. Herr Seminardirector Rabbiner vr. Hildesheimer hat selber in Berlin ein Rabbinerseminar in's Leben gerufen, was er sicherlich nicht gethan haben würde, wenn er das Breslauer Seminar als geeignet zur Ausbildung von Rabbinen befunden hätte, und von Hrn. vr. Lehmann waren es die Breslauer Herren wohl auch allezeit überzeugt, daß er nicht von allzugroßen Sympathien für ihre religiöse Richtung beseelt ist. Wenn also die Gutachten, die doch nichts enthalten , was nicht jeder von vornherein erwarten mußte , dennoch die Herren von der „goldenen Mittelstraße" so in Harnisch brachten, daß sie trotz ihrer erprobten ',Balancirfertigkeit fast aus dem Gleichgewicht gerathen, so kann es nicht der Inhalt der Gutachten an und für sich, so kann es nur die Folge sein, vor der sie zwar nicht mit Unrecht, aber auch nicht mit großer Klugheit so heulend und zähneklappernd zittern. Dieser plötzliche Schlag scheint ihnen so jede Ueberlegung benommen zu haben, daß sie in ihrer verbissenen Rathlosigkeit vor keiner Albernheit zurückschrecken. Greifen wir aus der Fülle von Belegen gleich den ersten besten heraus. Als länger wie ein Vierteljahr nach Veröffentlichung der Gutachten die feine Spürnase der Magdeburgerin ihr Vorhandensein endlich herausgewittert hatte, benützte sie diese treffliche Gelegenheit sofort, um die Amtsthätigkeit eines Rabbiners der Hildesheimerschen Schule in der sattsam bekannten Weise zu schmähen. Ihren Geifer leitet«1 sie mit der nicht minder trefflichen Bemerkung ein, daß sie bis jetzt mit Rücksicht auf Herrn vr. Hildesheimer dessen Schüler mit ihren liebenswürdigen Aufmerksamkeiten verschont hätte, aber nachdem dieser die Breslauer „ geassert" habe, wäre ihre Geduld zu Ende. Wir wollen nicht von dem Charakter sprechen, der es die Schüler entgelten lassen will, wenn der Lehrer so frei ist, eine ungünstige Meinung über das Breslauer Seminar zu haben und dieselbe anläßlich einer an ihn gerichteten Frage offen und rückhaltlos vertritt; nur auf die unergründliche, sich selber corrigirende Beschränktheit möge hiermit hingewiesen werden, die ihrem eigenen Stachel die Spitze abbricht. Was braucht man noch nach den Motiven, welche diesem ohnmächtigen Gekläffe zu Grunde liegen, weiter zu forschen, wenn die Kläffer selber sagen: „Wir ärgern uns über den rückhaltlosen Mannesmuth eines Hildesheimer, deßhalb verlästern wir ihn und die in seinem Sinne lebenden und wirkenden Rabbinen". Angesichts solcher plumpen Bötisen erscheint es bedauerlich, daß das betr. Blatt so wenig gekannt und gelesen wird, daß die 2500 Abonnenten, die an seiner Stirne prangen, nur in der Phantasie exisiiren, daß man aber in Wirklichkeit von der Existenz dieser Zeitschrift so menig weiß, daß die darin verunglimpften gesinnungstüchtigen Israeliten nicht einmal auf die Anerkennung rechnen können, die eine Beschimpfung von solcher Seite sonst immer bedeutet. Aber Scherz bei Seite. Daß eine jüdische Zeitschrift so vulgären Tones auch nur vegetiren kann, ist eine ganz namenlose Schmach, die in erster Reihe auf die Richtung zurückfällt, die sie zu vertreten vorgibl. Welches auch der jüdisch-religiöse Standpunkt der aus dem Breslauer Seminar hervorger gangenen Rabbinen sein möge, ibre Moral, ihre Bildung, ihr Sinn für Anstand kann Dieses wüste Treiben nicht gut heißen, wenigstens muß die große Mehrzahl derselben eine solche Vertretung ihrer Sache mit der ganzen Entrüstung und dem tiefen Schmerz von sich weisen, der jedes jüdische Herz wegen des Chilul Haschem zittern läßt, welcher durch dieses fanatische Gebühren allwöchentlich verübt wird. Die Art der Gesinnung des genannten Blattes tritt nicht nur dann hervor, wenn es sich um die Verdächtigung von Männern handelt, deren ganzes Verbrechen darin besteht, gesetzestreue Juden zu sein, sie tritt ja in jeder Nummer bei unzähligen Veranlassungen zu Tage. Jedermann kennt die Vorgänge, welche sich in einer größeren süddeutschen Stadt zwischen einem Breslauer Rabbirer und seinem Schwiegervater zutrugen. „Der Israelit" hat sie in richtigem Tact nirgends zur Sprache gebracht. Die „Israel. Wochenschrift" aber hat die Helden dieser Vorgänge noch glorificirt!! *) Ein solches Gebühre« kann rechtlichen Män-1 nern, welcher Parte: sie auch angehören, nicht entsprechen. So lange sich aber im eigenen Lager Niemand dagegen erhebt, ist die ganze Partei fiit| ihr Organ verantwortlich. Die Ausfälle, zu welchen sich aber das Organ: der Breslauer Schule gelegentlich der drei Gulj achten Hinreißen ließ, lassen alles frühere an Bosheit und Thorheit Geleistete so weit hinter sicdj zurück, daß auch dem blödesten Auge klar werde: ps ve Ai sit sei br sic ick wi 3 R. in Dt nic ve: k". dei Rc nai 28 un de; wi> *) Anm. der Red.: Auch die „Allg. Ztg. des Judenth." h tefe Glorification vollbracht. Cu ein Pr gli toei tia< Hel zur der He bi gek

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