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Der Israelit · 1879-10-22 · Heft 43 (22.10.1879) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 43 (22.10.1879)
Date
1879-10-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1146 Amoenebrrrg (Prov. Hessen). Heute, am Rüsttage zum Suckothfeste, starb Morgens 8 Uhr nach dreiwöchentlichem Krankenlager in seinem 80. Lebensjahre der Senior der weithin bekannten Firma „Gebrüder Strauß", Baruch Strauß dahier. Wie im engeren und weiteren Familienkreise fein Heimgang eine schmerzlich empfindliche Lücke verursacht, so wird dieses in Bezug auf die Gemeinde nicht minder betrübend empfunden. Mit seinem selbstständigen Eintritt in die hiesige religiöse Gemeinde begann dieselbe erst diesen Namen zu verdienen, die sich dann unter seiner Leitung schöner entfaltete und eine lange Reihe von Jahren Nahen und Fernen Achtung einflößte. Langjähriger Vorsteher der Gemeinde und des Kreises hat er überall bei Wahrung seiner Dienstpflichten, Frieden zu stiften und zu erhalten, als Lieblingsmotiv seines Wirkens zu bethätigen gesucht. Familie und Gemeinde haben und hatten alle Ursache im Sinne des Bibelwortes sagen zu können, jn1? "|pk 'n "pm „Gottes Segen war an uns sichtbar bei Deinem Eintritt in's familiäre, geschäftliche und religiöse Leben." Streng religiös und nisjai! p-i?ia war er hier der fleißigste Besucher des Gotteshauses, und zwar noch, bis vor wenigen Wochen. npis iDn übte er in ausgedehntem Maße. Als am« map -)didi mm hat er oft innig bedauert, selbst nicht lernen zu können. Seine Kinder hat er stets zu streng religiösem Lebenswandel angehalten und an seinem Sterbebette die rrai gehabt, neben seinen Töchtern, fürt Söhne, unter denen ein Rabbiner, versammelt zu sehen. Möge dieses fünfstimmige ernp-Gebet, vereint mit seinen vielfachen, im Leben geübten gutenj Werken, ihn rinführen in den Kreis der Frommen und Seligen. 'n oyua min1? Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. In Argenau wurde am 6. Oct. unter großer Betheiligung der jüdischen und christlichen Bevölkerung und der Behörden eine neue Synagoge eingeweiht. Die Festreden hielten der Herr Rabbiner Dr. Kohn aus Jnowraclaw und Dr. Oppenheim aus Thorn. Rumänien. Bukarest, 18. October. Die Kammer hat heute den Gesetzentwurf zur Lösung der Judenfrage in der von dem Delegirtencomitö im Einvernehmen zwischen Regierung und Opposition modifizirten Fassung ohne Debatte mit 133 gegen 9 Stimmen — 2 Deputirte enthielten sich der Ab- I stimmung — angenommen. Das Resultat der Ab-! stimmung wurde beifällig aufgenommen. Die Re- 1 gierung war zur Ueberzeugung gelangt, daß ihr ursprünglicher Entwurf nicht die Zmeidrittel- Majorität erlangen würde und sah sich daher veranlaßt, in Pourparlers mit der Opposition einzutreten und einige Amendements anzunehmen, welche ausschließlich sich auf behufs Erlangung des Jndigenats zu erfüllende Formalitäten beziehen, ohne das Wesentliche des Recierungsprojektes zu verändern. Das Prinzip des Art. 44 des Berliner Vertrages wird in die rumänische Verfassung an Stelle des Artikels 7 derselben ausgenommen. Nur die Namenslisten sind unterdrückt, indeß sind nach dem votirten Gesetze alle Juden, welche dem Lande wichtige Dienste geleistet haben, welche große Etablissements besitzen, sowie die, welche in Rumänien geboren und erzogen find, von dem Aufenthaltsnachweise befreit. Die Naturalisation wird ihnen von den Kammern auf ihr persönliches Verlangen zuaeftanden, da zu diesem Votum nur eine einfache Majoritär erforderlich ist. Es ist zu hoffen, daß man leichter zur sofortigen Emancipirung derjenigen gelangen werde, welche ein Recht darauf besitzen, sowie zu wünschen, daß die Israeliten, welche während des Krieges unter der Fahne dienten, 6n bloc durch ein- und dasselbe Votum naturalisirt werden. Das neue Gesetz hält die Bestimmung aufrecht, daß nur rumänische Bürger ländlichen Grundbesitz erwerben können. Nach der Verkündigung des Votums erklärte Rosetti, daß die Revisionskammer ihre Arbeiten beendigt habe und fügte hinzu. „Ich bin so glücklich, abermals constatiren zu können, daß in allen schwierigen Verhältnissen, welche Rumänien durchzumachen hatte — und es hat sich niemals in schwierigeren befunden als heute —, die Vertreter des Landes ihren innersten Gefühlen Schweigen aufzuerlegen wußten, um einmüthig vor Europa dem nationalen Willen Au-druck zu geben." (Großer Beifall.) Man glaubt, der Senat werde morgen eine Sitzung halten, damit die Frage bis Montag erledigt sei. Frankreich. Paris. Man spricht davon, daß der Justiz- Minister der Deputirkenkammer ein neues Wahlgesetz für die consistoriellen Wahlen der Israeliten vorlegen wolle. (Arch. Jsr.)

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