Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1879)
- Date
- 1879-10-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1145 edlen und wohlthärigen Gatten in ihrer eigenhändig geschriebenen letzten Willensbestimmung ersucht, der von ihr namhaft gemachten israelitischen und nichtisraelitischen Armen in gleicher Weise weiter zu gedenken. Die Theilnahme bei ihrer Beerdigung war daher eine innige und allgemeine. Der Allgütige n"2 möge ihr alle ihre frommen und edlen Handlungen reichlichst lohnen und ihre fromme Seele aufnehmen. .rpD py pn nv^pisi O’pHsn oy Schwabach Dem Rechenschaftsbericht über die eingelauienen und verausgabten Gelder zur Errichtung einer Talmudschule in Schwabach von Rabbiner L. Wißmann und P. M. H. Wechsler daselbst pro 1877—79 entnehmen wir: Zur Zeit befinden sich 8 auswärtige Jünglinge hier, verschieden an Alter und Kenntnissen, die 3 Klassen bilden, und die in Gemara mit und ohne Poskin, Misekna, Cliumesch und Nebiim mit Raschi, Chaje Adam und hebräische Grammatik in den südischen Fächern, in profanen Diöciplinen dagegen in Sprachlehre Aufsatz, Arithmetik, Natur- und Weltkunde und Geschichte je nach dem Grade ihrer Kenntnisse und Anlagen gründlichen Unterricht genießen. Auch haben einzelne Schüler Unterricht in französischer Sprache und Musik genommen und wurde auch Fürsorge getroffen, daß die Zöglinge von nun an regelmäßigen Zeichnen- und Turnunterricht erhalten. Durch den im Monat März 1878 erfolgten Abgang des von uns gewonnenen Lehrers wurden wir veranlaßt, den profanen Unterricht mehreren hiesigen städtischen Lehrern zu übertragen, und der Anfangsunterricht in den hebräischen Fächern wird seitdem von dem mitunterzeichneten P. M. H. Wechsler an Stelle des früheren Lehrers noch außer dem früher von ihm übernommenen Talmudunterricht ertheilt. Ueber den durch unser Streben erzielten Erfolg genügt die Thatsache, daß einer unserer Zöglinge die vorjährige Lehrerprüfung in Würzburg mit der Note I bestand, ein anderer in das jüd. Lehrerseminar in Cöln ausgenommen wurde. 3 derselben in der isr. Lehrerbildungsanstalt in Würzburg und 2 in der isr. Präparandenschule zu Höchberg die 2. Cursprüfung sehr gut bestanden haben. Nach dieser kurzen Darlegung der Verhältnisse richten wir noch zum Schluffe die dringende Bitte an alle Diejenigen, die es aufrichtig mit der Erhaltung unserer heil. Religion meinen, uns recht reichhaltige Beiträge zuzusenden und in ihrer ZUmgebung für die heilige Sache kräftigst zu wirken, und der von Gott verheißene Lohn und Segen wird hienieden und jenseits gewiß nicht ausbleiben. Die Einnahmen betrugen 5999 Mark. Die Ausgaben 5854 Mark. Frankfurt a. M., im Oct. Zur Nachahmung höchst empfehlenswerth ist der Eifer, mit welchem sich hier ein Comitö gebildet, um den bisher in beschränkter Weise wirkenden Verein zur Unterstützung der palästinensischen Armen durch mehr allgemeine Beiträge regelmäßiger Unterstützung zu erweitern. Möge es den meistens aus jungen Leuten bestehenden Collectänten gelingen, ein recht ergiebiges Resultat zu erzielen; es wird dieses ein erfreulicher, beglückender Beitrag zur Lösung dieser ganz Israel obliegenden dringenden Aufgabe sein. Die Noth und das Elend unserer Brüder in den Städten des heiligen Vaterlandes nimmt nachgerade eine erschreckende Dimension an; durch Ueberhandnahme der heimischen Armuth sehen sich die aus unsere Wohlthätigkeit angewiesenen Frommen immer mehr verlassen. Es möge gleichzeitig hiermit erinnert werden, daß nach allem Herkommen die Widmungen, die bei t nann resp. maw nojo an den hohen Feiertagen gespendet werden, den Bewohnern des heil, Landes zugewendet werden sollen. Es ist notorisch, daß dieses an vielen Plätzen langst vergessen ist oder nur vereinzelt geschieht, während die Spende jedem Einzelnen obliegt. Indessen sind diese sporadische Widmungen durchaus nicht genügend, um dem großen Elend irgend nachdrücklich zu steuern! Möge das hiesige Beispiel in allen jüdischen Gemeinden, den großen wie den kleinen, lebhafte Folge finden. * C. Cttfsek. Auch der Nachfolger des Herrn Dr. Ehrmann, Herr Ludwig A. Rosenthal, Lehrer der hebr. Gymnasial- und Realsprachen, früher in Brilon, hält es für seine Hauptaufgabe, die jüdische Wissenschaft und jüdischen Sinn in den Herzen und in den Geistern der Jugend zu befestigen und sie zur Vereinigung von Judenthum und Bildung zu bringen. Auch ging auf ihn die Aufgabe über, allsabbatliche Vorträge über jüdische Gegenstände zu halten, wie dies auch Herr Dr. Ehrmann gethan. Möge dessen Wirksamkeit ebenso segensreich werden wie dies seines Vorgängers.