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Der Israelit · 1879-10-15 · Heft 42 (15.10.1879) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 42 (15.10.1879)
Date
1879-10-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1119 ies von Blaremberg und Vernescu behauptet >orden war. Herr Majorescu erhielt unter An» erm die Aufklärung, daß im Gegensatz zu seiner Behauptung die von dem Fürsten beschworne Belastung einen untheilbaren Fundamental-Pact zwij?en dem Fürsten und dem Lande bilde. Gleicheitig machte Bratianu die interessante Mittheilung, aß bei mehreren Gelegenheiten weit stärkere Verjüngen als die jetzige an den Fürsten Karl herngetreten seien, um ihn zu bewegen, sich von der ^Institution loszusagen; der Fürst aber habe gentwortet: „Die Verfassung ist der Vertrag, weljcti ich mit der rumänischen Nation geschlossen abe, und nur wenn das ganze Volk es verlangt, >erde ich denselben ändern; aber nur in diesem jalle, denn niemals werde ich den Fundamental- Zertrag verletzen, welcher mich mit dem Lande verbindet." Was somit den Thron anbelange, so ei die Regierung darüber beruhigt, daß die Jninuationen Majorescu's oder der durch ihn verretenen conservativen Partei durchaus keinen Efect machen würden. Feuilleton. Aabbi Ioselmann von Aosheim. Eine historische Erzählung. (Zweites Buch.) XI. „Ivo", sprach Rabbi Ioselmann zu dem Manne mes Weibes, den er hatte zu sich rufen lassen, ich danke Euch, daß Ihr gekommen seid. Ihr eid ein Holzfäller?" „„Das bin ich, Herr."" „Ihr habt eine schwere und anstrengende Hantierung." „„Ich würde lieber meine Aecker bestellen, venn ich solche hätte."" „Hört, Ivo, dazu könnte Rath werden, wenn chr mir zu Willen sein wollt. Und das will ich mch gleich im Voraus sagen: ich verlange nichts inrechtes von Euch; nur' was recht und gut ist. too, ich glaube, Euer Weib hat eine schwere Viutschuld auf sich geladen, und wenn Ihr ein echtschaffener Mann seid, so dürft Jhr's nicht da- >ei lassen!" „„Ich glaube, Ihr habt Recht, Herr. Seit enem Tage ist die Emmerenz, so heißt mein Weib, vie verwandelt. Sie spricht im Schlaf, was sie onst nie gethan."" „Was spricht sie denn?"" „„Werde ich mein eigen Weib verrathen?"" „Die Emmerenz ist nicht werth, Euer Weib zu sein und zu bleiben. Bekennt Ihr Euch zur alten Lehre, Ivo, oder seid Ihr einer von den Lutherischen?" „„Ich bin noch unentschieden, Herr. Manchmal meine ich, die alte Lehre wäre doch besser, manchmal glaube ich der Luther lehre das richtige Gotteswort."" „Run wohl, geht zu einem Geistlichen; zu was für Einem Ihr wollt! Zu einem Lutherischen oder einem päbstlichen, und fragt, ob Ihr schweigen dürft zu der Blutschuld Eures WeibeS. Und wie Euer Pfarrer sagt, so thut. Bringet Ihr aber die Unschuld meiner gemordeten Brüder an den Tag, so kaufe ich Euch einen Acker und zwei Milchkühe." „„Ich will thun, Herr, wie Ihr sagt. Dort oben auf der Höhe, da ist eine Wallfahrtskirche mit einem Caplan, der gar ein frommer, rechtschaffener Mann ist. Aber das sage ich Euch, mag auch der Caplan mir sagen, daß es meine Pflicht sei, mein Weib, wenn eS schuldig ist, zu verrathen — eine Belohnung nehme ich in keinem Falle dafür. Ich verkaufe mein Weib nicht, nicht um einen Acker und nicht um zwei Milchkühe und nicht um ein Königreich."" „Ihr seid ein braver Mann, Ivo. Aber bedenket, daß eS für das Seelenheil Eures Weibes besser ist, wenn sie hier auf Erden ihre Schuld büßen möchte. — Wenn Ihr keine Belohnung dafür annehmen wollt, wenn Ihr das thut, was recht ist, so kann ich das nur loben. Allein, ein Mittagessen dürft Ihr mir nicht abschlagen; ich habe Euch rufen lassen, so seid Ihr mein Gast!" Und Rabbi Ioselmann rief den Wirth herbei und beauftragte ihn, dem Bauern ein gutes Mittagessen und eine Kanne W ein vom Besten zu verabreichen. Während Ivo es sich gut schmecken ließ, eilte Rabbi Ioselmann die Anhöhe vor der Stadt hinauf, eiligen Schrittes, und bald klopfte er an die Pforte der Caplans-Wohnung neben der Wallfahrtskirche. Eine Haushälterin öffnete ihm und führte ihn in das Zimmer des Geistlichen. Auf dem Tische lagen die neuesten Schriften Luthers. Bald darauf trat der Caplan, ein junger, ernst und leidend aussehender Mann, herein. „Was begehrt Ihr, Herr?" fragte er. „'„Ich bin der Jude Joselin von Rosheim."" „Ah, der berühmte Befehlshaber der Juden! O, Herr ich habe sehr bedauert, daß um eines thörichten Mährchens willen so Schreckliches in unsrer Gegend vorgegangen!"

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