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Der Israelit · 1879-10-15 · Heft 42 (15.10.1879) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 42 (15.10.1879)
Date
1879-10-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1115 durch Steinezertrümmerten und durch die offenenFenster die Zimmer mit Schmutz«, dergl. besudelten, was die gedrückten jüdischen Br wohner, froh, wenn man nicht sie durch Prozesse beunruhigt, meist geduldig ertrugen, während sie nur in AusnahmSfällen mit aus bewußten Gründen immer sehr zweifelhaftem Erfolge das Gericht anriefen. Wir haben an alle diese Fenster netzartige Jalousien anbringen lassen, gleichwie dies dann auch von den Besitzern der Wohnungen auf dem Grundstücke der “Dno »na (Familie Hirsch in Halberstadt für die vier der Di^i2' nu, Freiherr Baron Wilhelm Carl v. Rothschild für dessen sechs Wohnungen, und das ComitS 3j?y n»a für dessen zwei) geschah. Auch hierdurch ist eine ganz unschätzbare Verbesserung des Instituts erzielt. Uebrigens wird für solche Reparaturen fortan keine Specialausgabe unserseits nöthig fein, da nach den revidirten, und seit Dem Wohnungswechsel Ende des vergangenen Winters von jedem Beneficiant'n vor dem Bezüge der Wohnung zu diesen Reparaturen ein bestimmtes Pauschale zu erlegen ist — Wir haben schon gesagt, daß leider! ein Theil dieser mühsamen und kostspieligen Arbeit kurz darauf wieder vernichtet wurde, za es wurde stellenweise eine weit größere Zerstörung, als vor der Reparatur, herbeigeführt; eS war dies am Ende der Regenzeit des vorigen Jahres. Bekanntlich hängt in Palästina nicht nur Wachsthum und Gedeihen der Frucht, sondern Wohlstand und Wohlergehen überhaupt von dem richtigen und mäßigen Eintreten dieses Regens ab. Im vorigen Jahre blieb er, wie so oft, bis zum Ende der Regenzeit aus, gegen Ende aber (in der Sabbatnacht B'schallach rwon in Schewat), stürzte das fluthende Element als Wolkenbruch mit solcher Wucht herab, daß selbst Häuser aus dem Fundamente gehoben wurden. Das war nun G. s. D. bei den unsrigen sehr fest und solide gebauten nicht der Fall, aber nicht wenige Dächer und Thüren wurden total zertrümmert, (am meisten litten allerdings die Dächer der Wohnungen apy» n»a, deren Unkosten von diesem Somit« zu tragen sind; allein auch unser Schaden war groß genug). Dazu hatten wir nach einer Consulatentscheidung noch eine uns sehr empfindliche Last zu tragen. Das Freiherr v. Rothschild'sche Hospital ist nämlich unserm Grundstücke dicht benachbart, und nach einem schmalen Zwischenräume von einer Mauer abgegrenzt. Durch die Wassergewalt stürzte diese Mauer des Rothschild'schen Hospitals ein, wir aber mußten sie (mit einem Kostenaufwande von 50 Napoleondors) aufbaüen lassen, weil der Vertreter des Hospitals behauptete, durch unsere benachbarten Rauten seien die Fundamente dieser Mauer unterwühlt worden, und wurden wir auch gehalten, diese Mauer durch einen Gegenbau zu befestigen. Uebrigens wurde uns zur Fernhaltung fernerer Grenzstreitigkeiten vom Hause Rothschild eine an unserm Grundstücke befindliche Ecke zugesprochen. Der Allgütige hat über alle diese immenj sen Ausgaben hinweg geholfen; gelobt sei Sein : heiliger Name. — Diesen Zeiten der Sorge und Gedrückheit folgten jedoch bald darauf andere un-! erwarteter göttlicher Hilfe. — -tnö 'ins pnsn znn y'si typjjns, früher Rabbiner in Witzenhausen, i Ende seines Lebens in Frankfurt a. M. als Pril vatmann lebend, eröffnete am 18. Nov. v. I. dem 1 Unterzeichneten Dr. H., daß er beabsichtige, unter | dem Namen pns» *vno n»a ein Haus mit zwei! vollständigen Wohnungen für zwei nnmb und noch i ein großes Zimmer zum .ndsni ismon n»a Herstellen ] zu lassen, und das letztere mit allem Röthigen aus-! zustatten, während derselbe die Verwaltung, Wahl der Bewohner rc. rc. ganz dem Central - Somit« überlassen wolle. — Ehe jedoch in eingehendere Correspondenz mit dem edlen Spender getreten werden konnte, ward derselbe zur tiefen Trauer Aller, die nur je seinen Namen hörten und sein Wirken kannten, dem Diesseits entrückt. Jndeß wurde sein Plan nicht mit zu Grabe getragen. Seine edeldenkende Gattin, seine frommen Kinder nahmen aus tiefster Pietät für ihren theuren Dahingeschiedenen den Antrag desselben wieder auf, und votirten eine Summe von Achthundert Napoleond'or zu dem Zwecke, daß im oberen Stockwerke über den Häusern apy n»a rc. ein j"ana und an beiden Seiten desselben womöglich je eine Wohnung hergerichtet werde. Das Central - Comits garantirte die Herstellung resp. den Zuschuß der nach Verwendung obiger Summe etwa noch fehlenden Gelder aus der Centralcasse. Es wurde auch sofort mit dem Bau begonnen, und führte die Ausführung durch ökonomische Benutzung des Raumes nicht nur noch zur Hinzufügung einer Frauensynagoqe, sondern auch durch die bogenförmige Ueberbrückung des unteren Stockwerkes zur Anbringung einer Wohnung unter diesem Schwibbogen selbst. Die Synagoge ist 14 Ellen lang, 11 Ellen breit, ca. lOYs Elle hoch. Dieselbe hat 3 Fenster nach Osten, nach dem Tempelberg hinaus, 4 Fenster nach Süden mit dem Blicke nach den Jerusalem umgebenden Bergen, und 5 große nach Norden; der Haupieingang ist im Westen. Nördlich davon ist die Frauensynagoge mit besonderem Auf- und Eingänge, 7 Ellen lang, 6 Ellen breit, mit 2 Fenstern nach Osten, einem kleinen nach Norden, einem nebst Thür im Westen, Alles aus schneeweißen Steinen gebaut. Daneben befinden sich zwei neue Wohnungen ans je einem Zimmer, Vorhalle und Corridor bestehend. Durch Diesen herrlichen Bau zu

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