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Der Israelit · 1879-09-13 · Heft 40-41 (13.9.1879) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 40-41 (13.9.1879)
Date
1879-09-13
Page
– (sequence 19)
Language
German
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1095 es aber wahr, daß in dem Bilde sich eine schamlose Verspottung der christlichen Religion ausspricht, so nehmen wir keinen Anstand, solches Gebühren als durchaus verwerflich zu bezeichnen. Güstrow, 12. Sept. Gestern feierte unsere Synagoge ihr 50jähriges Jubiläum. Es waren zu dieser Feier alle Diejenigen eingeladen, welche entweder der hiesigen Gemeinde entsproßt oder sonst in irgendwelche nahem Verhältniß zu derselben standen. Von Fern und Nah folgten auch Viele dieser freundlichen Einladung und Einige, die an der Theilnahme der Feier verhindert waren, sendeten Geldspenden zu wohlthätigen Zwecken. Seitens der Stadt war eine große Betheiligung; die Synagoge war fast überfüllt. Der hiesige Cantor, Herr D. Heymann, trug durch seinen schönen Gesang viel zur Verherrlichung deS Festes bei. Unser Rabbiner und Prediger, Herr E. Löwi, hielt eine sehe schöne, wohldurchdachte und auf das gesammte anwesende Publikum ergreifend wirkende Predigt über die Erhabenheit deS Gotteshauses, ebenso der Landrabbiner. Herr vr. Feilchen feld, eine auf die Bedeutung der Synagoge und den Beruf des Judenthums bezügliche glänzende Fest- Rede. Ein bei dem Feste Anwesender. Heilbronn. Dem uns vorliegenden JahreS- Bericht des Württ. Bezirksvereins im Neckar- und JagstkreiS zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten pro 1878—1v79 (II. VereinSjahr) entnehmen wir: Die Armenzahl hat gegen das erste VereinSjahr um 257 und die Gabensumme um M. 2589 50 Pf. sich vermindert. Das Gesammtresultat stellt sich aber dennoch zu unserem Bedauern weniger günstig heraus, als wir bei dem gottgefälligen und menschenfreundlichen Zwecke, den daS Institut statuarisch zu erreichen strebt, hätten erwarten dürfen. Wie die mündlichen und schriftlichen Berichte der Delegirten vieler Verbandsgemeinden anzeigen, wollen nämlich für das begonnene Jahr 1. Juli 1879/80 etliche Gemeinden aus dem Verbände austreten, andere nur geringere Beiträge leisten, so daß bedeutende Minderem! ahmen sich ergeben und die Armengaben empfindlich würden vermindert werden müssen. Die Motive des Austritts oder der Verkleinerung der Beiträge sind fast durchweg nicht stichhaltig. Denn wenn etliche Gemeinden noch immer von Wanderbettlern heimgesucht werden, so ist das wesentlich ihre eigene Schuld, denn solche Leute finden sich nur da ein, wo ihrem strafbaren Treiben durch Verabreichung von statutarisch verbotenen Unterstützungen Vorschub geleistet und die Anzeige im Vorort unterlassen wird, wo polizeiliches Einschreiten veranlaßt werden würde. Nicht minder unrichtig ist das Motiv der Nichttheilnahme, wenn Manche glauben, eine gottgefälliaere Wohlthätigkeit zu üben, so sie ihre Gabe dem Bedürftigen unmittelbar reichen, während die höchste Stufe der Mildthätigkeit darin besteht, daß Geber und Empfänger einander nicht kennen, daß dem gemeinschädlichen Straßen - und Hausbettel gesteuert und die Gabe nicht von den Reisekosten und dem Zeitaufwand der Armen ausgewogen werde. Wenn der Abfall der Gemeinden zunimmt und die Abnahme der Beiträge der Vereinsmitglieder fortdauert, so gehen wir der Gefahr entgegen, daß in kurzer Zeit das von uns mit so vieler Mühe in's Leben gerufene segensreiche Institut zerfällt und wir uns wieder auf den schon hier seit 26 Jahren bestehenden engeren Ortsverein beschränken müßten. Die verehrlichen Gemeinden und Mitglieder wollen dabei noch in Erwägung ziehen, mit welch' hohem Geldbeitrag der Vorort, obschon ihm die Last der Verwaltung allein obliegt, betheiligt ist, und welche üble Folgen aus der Auflösung unseres Bezirksvereins erwachsen müssen, wenn die Tausende von Armen wieder schrankenlos in den Einzelhäusern sich aufdrängen. Die Einnahmen betrugen 11,765 Mk., die Ausgaben 11.510 Mk. Feuilleton. Per neue Hberamtmann. Erzählung aus dem dritten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts S Koyu, Verfasser von „Gabriel". (Fortsetzung.) Der Baren lächelte geschmeichelt. „Ja weißt Du, liebe Eugenie, es handelt sich eigentlich nicht um das allein, — aber es macht sich in neuerer Zeit ein Geist der Unzufriedenheit und des Unmuthes unter den Leuten geltend, den ich in meiner Umgebung nicht toleriren will; — dieser König von Preußen da draußen in Deutschland zählt auch zu den Aufgeklärten, und selbst der Mitregent Kaiser Josef soll, wie allgemein erzählt wird, sich durch populäre unadelige Gesinnung, höchst unpassende Herablassung f.egen die untern Volksschichten in allerunangene'hmster Weise bemerkbar

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