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Der Israelit · 1879-09-13 · Heft 40-41 (13.9.1879) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 40-41 (13.9.1879)
Date
1879-09-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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1089 (Katholik) aus Tanger bei Reinigung und Verpackung von Fellen 2 israelitische Packträger beschäftigt, welche ihm eine Anzahl Felle entwendeten und dafür von demselben vom Consul verklagt worden waren; Letzterer sorderte von dem Gouverneur von Tanger 3000 Fr. Entschädigung. Die Schuldigen hatten sich davon gemacht und ihre Frauen mit ihren Kindern im tiefsten Elend zurückgelassen. Zunächst wurden diese unglücklichen Frauen für ihre Männer bestraft, man sperrte sie in's Gefängniß, aus welchem sie nur durch energisches Einschreiten des italienischen Consuls befreit wurden. Nun blieb die von dem spanischen Consul für einen Schutzbefohlenen festgestellte Forderung von 3000 Fr.; der Gouverneur fand nichts Besseres, als diese Summe von dem Scheich oder Chef der inneren Polizei der israelitschen Gemeinde zu fordern, und da dieser jede Verantwortlichkeit abwies, ließ ihn der Gouverneur arretiren; wenn solche Dinge Vorkommen, während der ausländische Schutz noch besteht, welches Loos hätten die Israeliten zu erwarten, sobald derselbe aufhörte und der arabische Fanatismus, sowie die Erpressungen der Beamten nicht mehr gezügelt wären! Die Israeliten haben, Dank diesem Schutze und Dank auch ihren Anstrengungen zur Förderung des Unterrichts, seit einer Reihe von Jahren zu einem gewissen Wohlstände gelangen können, der nun durch Beseitigung jenes Schutzes schwinden und für den sie der arabische Neid zu strafen nicht verfehlen würde. Man sagt zwar, daß die Unterdrückung des auswärtigen Schutzes für die jüdische Bevölkerung günstig sein würde, da die maroccanische Regierung die unter einem auswärtigen Schutze Stehenden mit scheelen Augen ansehe und andererseits die europäischen Vertreter bei Ungerechtigkeiten dennoch stets zu Gunsten der Opfer derselben werden interveniren können. Allein dies ist ein Jrrthum. Die Action der europäischen Vertreter erstreckt sich auf die Hafenstädte, wo sie residiren, aber nicht auf die Städte im Innern, wo die Zahl ihrer Schutzbefohlenen sehr groß ist und wo Dan sich oft nur als zu den europäischen Schutzbefohlenen gehörig zu erklären braucht, um der Bastobade zu entgehen; viele Leiden sind den Juden auf Viese Weise erfpart worden. Es gibt in Marocco eine Bevölkerung von mehr als 100,000 Israeliten, um deren Zukunft, um deren Sicherheit und Vermögen es sich handelt; die Entziehung des europäischen Schutzes würde für dieselbe eine der grausamsten Maßregeln sein, sie würde namentlich die Israeliten im Innern des Landes der Willkür der Gouverneure, allen Ausschreitungen des Hasses und des Fanatismus überliefern; der auswärtige Schutz ist ihre einzige Stütze, und sie hoffen, daß die europäischen Regierungen ihnen denselben nicht entziehen werden. (Die Israeliten von Tripolis.) Die Lage der Israeliten in der Regentschaft Tripolis fängt an, ziemlich kritisch zu werden, da die localen Behörden keine rechte Energie anwenden, um die gegen dieselben gerichteten Angriffe zu unterdrücken. In wenigen Monaten haben vier Verbrechen begangen werden können, ohne irgendwie geahndet zu werden, so daß die durch solche Straflosigkeit dreist gemachten Muselmänner offen eine Bevölkerung bedrohen, die ihnen nichts zu Leid gethan hat. Am 21. Januar c., Abends, überfielen Muselmänner zu Zlitten das Haus eines Israeliten und plünderten es vollständig aus, nachdem sie den Eigenthümer furchtbar mißhandelt hatten. Am 24. Februar wurde ein anderer Israelit, in Amrus, mit seiner Frau in seiner Wohnung angegriffen und ähnlich mißhandelt; einer seiner Söhne, 20 Jahre alt, wurde von den Angreifern getödtet. Am Abend des 25. März erfolgte bei einem Israeliten in Tagiura ein gleicher Ueberfall unter gleichen Gewaltthätigkeiten und Ausplündernngen; ein kleiner Knabe wurde in den Armen seiner Mutter getödtet. Endlich am 25. Juni wurde in einer nur 7 Stunden von Tripolis entfernten Ortschaft, Zavia-Garbia, die Synagoge geplündert und auf alle Art profanirt; die Gesetzrollen wurden auf die Straße geworfen, mit Füßen getreten und zerrissen. Die Missethäter wollten außerdem das Gebäude anzünden, wurden aber daran durch das Jammergeschrei der Frauen verhindert, das sie in die Flucht jagte. Der Großrabbiner der Gemeinde von Tripolis wandte sich auf die Nachricht hiervon sofort an den General-Gouverneur, Se. H. Mahmud Geladdin, um die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen zu lassen, die jedoch bis jetzt noch nicht weiter beunruhigt worden sind. Feuilleton. Kabbi Ioseünann von Mosheim. Eine historische Erzählung. (Zweites Buch.) X. Die Söhne und Töchter unsrer Zeit haben, Gott sei dafür gedankt, keine Ahnung von den furchtbaren Schrecken und Aengsten, welche in jenen Zeiten, von denen wir jetzt erzählen, die Nachkommen Jakobs ausgesetzt waren. Kaum war die große Gefahr von den Juden des Elsasses abgewendet, als ein Eilbote kam und Rabbi Joselmann nach Baisingen berief. Baisingen ist ein Dorf, das im Oberamte

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